Bei der Ankunft in Brands Hatch fühlte sich Bernd Schneider an frühere Zeiten erinnert. Nicht nur, dass er hier 2006 seine Meisterschaftsführung ausbaute und im vergangenen Jahr als Sieger des Englandrennens hervorging. Auch sei der Traditionskurs die einzige Strecke, die sich in den letzten 30 Jahren kaum verändert habe. Ein Kompliment, das aber durchaus auch Nachteile einschließt: Die enge, nur 1,929 Kilometer lange Strecke ist kaum prädestiniert, während der Hochphasen des Qualifyings allen Piloten genügend freie Bahn zu bieten...
Wird man sich auch morgen während des Qualifyings gegenseitig im Weg stehen? "Das ist auf jeden Fall Thema unter uns Fahrern", bestätigt Bernd Schneider im Gesprach mit dem adrivo Motorsport Magazin - und zeigt sich positiv überrascht vom heutigen Ergebnis: "So wie es heute abgelaufen ist, war es erfreulich. Jeder hat den anderen auf der Strecke respektiert, denn alle wissen, dass man sich auf dieser Strecke sehr häufig wieder trifft. Jeder macht Platz, soweit es geht."
Dennoch macht sich Schneider mit Blick auf das morgige Zeitfahren keine Illusionen: "Es wird dann schwierig, wenn beide Beteiligten auf ihrer schnellen Runde sind. Dann kann niemand einfach zur Seite fahren." Auswirkungen des sich zuspitzenden Meisterschaftskampfes erwartet Schneider nicht: So glaubt er nicht an mögliche nicht ganz unabsichtliche Blockaden: "Jeder wird versuchen, für sich das Maximale herauszuholen, aber ohne Hintergedanken."
Auch für das Rennen hat der Rekordchampion mögliche Risiken ausgemacht. "Auch die Boxenausfahrt ist nicht ganz ungefährlich", gibt Schneider zu bedenken. "Man fährt von unten aus der Senke hoch, sieht von hinten nichts und muss sich darauf verlassen, was man vom Kommandostand gesagt bekommt. Das ist nicht ganz unkritisch, aber heute hat es perfekt funktioniert."

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