DTM

Scheider gewinnt am Hockenheimring - Wehrlein ist jüngster DTM-Champion aller Zeiten

Pascal Wehrlein ist neuer DTM-Champion. Beim Sieg von Timo Scheider am Samstag auf dem Hockenheimring wurde der Mercedes-Pilot Achter.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrlein ist neuer DTM-Champion, mit 20 Jahren der jüngste aller Zeiten. Der Mercedes-Pilot wurde beim Sieg von Timo Scheider im Samstagsrennen am Hockenheimring Achter und liegt vor dem letzten Lauf der Saison am Sonntag uneinholbar in Führung. Seine Konkurrenten um den Gesamtsieg fielen aus unterschiedlichen Gründen schon früh im Rennen zurück, sodass Wehrlein einen relativ ruhigen Nachmittag erlebte. Ebenso ging es Scheider, der bald nach dem Start in Führung ging und sie bis zum Zieleinlauf nicht mehr hergab. Für den Audi-Piloten war es der erste Sieg seit fünf Jahren. "Wir haben es geschafft, einfach Hammer!", jubelte Wehrlein im Ziel. Scheider sagte: "Ein schöner Abschluss! Nach einer Katastrophensaison dann so ein Finalrennen zu erleben macht mich riesig stolz."

Timo Scheider siegte am Hockenheimring - Foto: Audi

Der Rennverlauf: Timo Scheider ging schon bald an Pole-Inhaber Maxime Martin vorbei und führte das Feld einsam an. Green schnappte sich nach einigen Runden ebenfalls den Belgier und war Zweiter. Pascal Wehrlein lag, nachdem er zunächst Plätze verloren hatte, wieder auf seiner Startposition (13) und lieferte sich harte Duelle mit Martin Tomczyk im BMW, den er schließlich überholen konnte. In Runde 15 musste Robert Wickens aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt lag Wehrlein auf zehn, Ekström auf zwölf, Spengler auf 18 und Mortara auf Platz 20. Somit zeichnete sich der Gesamtsieg des 20-Jährigen (am Tag vor seinem Geburtstag) bereits ab, denn die direkten Konkurrenten hätten nun mindestens aufs Podium fahren müssen, um die Entscheidung auf Sonntag zu verschieben. In Runde 18 fiel Mortara gar ganz aus. Ekström arbeitete sich noch einmal bis auf Platz neun vor. Spengler fiel ebenso aus.

Die Top-10: Timo Scheider siegte vor Green, Martin, Di Resta, Rockenfeller und Wittmann. Siebter wurde Tom Blomqvist, dahinter kamen Wehrlein, Ekström und Götz ins Ziel.

Pascal Wehrlein jubelt und wird bejubelt - Foto: DTM

Die Strategie: Wehrleins härteste Konkurrenten um den Gesamtsieg waren bald nach dem Start zurückgefallen, weshalb der Mercedes-Pilot nicht mehr als nötig riskierte. Sein markeninterner Bodyguard hinter ihm war dieses Mal zeitweise Christian Vietoris, später Maxi Götz. Audi hatte mit seinen Titelkandidaten Ekström und Mortara viel riskiert, wurde aber nicht belohnt.

Jetzt ist der Druck weg.
Pascal Wehrlein

Die Startaufstellung: Maxime Martin führte etwas überraschend das Feld im BMW an, neben ihm stand Audi-Pilot Timo Scheider. Dahinter folgten sein Markenkollege Miguel Molina und Paul Di Resta (Mercedes). Auf den Positionen fünf, sechs und sieben stand mit Jamie Green, Mike Rockenfeller sowie Mattias Ekström ein Dreierpack aus Autos mit vier Ringen. Danach reihten sich Tom Blomqvist (BMW), Edoardo Mortara (Audi) und Mercedes-Fahrer Lucas Auer in die Top Ten. Wehrlein stand nur auf Rang 13. "Heute morgen haben zwei Zehntel gefehlt und ich startete von Platz. Jetzt ist der Druck weg. Im Rennen hat man gesehen, dass ich ein schnelles Auto hatte", so Wehrlein nach dem Zieleinlauf.

Mal kein Safety Car direkt nach dem Start

Der Start: Pole-Setter Martin blieb zunächst vorne, Mortara fuhr vor auf Platz fünf, Ekström kam schlecht weg und fiel zurück auf 13, Wehrlein fand sich gar auf Position 18 wieder. Der Schwede hatte nicht den richtigen Grip und büßte dann weitere Plätze ein, Wehrlein ging an ihm vorbei. Auch Mortara bekam Probleme nach Berührung mit Molina Probleme und musste an die Box. Adrien Tambay fiel nach Crash mit Bruno Spengler aus. Jamie Green wurde weit rausgetragen, nachdem Paul Di Resta ihn getroffen hatte.

Die Zwischenfälle: Der Start verlief ausnahmsweise ohne Safety-Car-würdigen Crash. Allerdings fiel Adrien Tambay aus. Kurze Zeit danach gab es eine Kollision zwischen Robert Wickens und Mattias Ekström, der sich rausdrehte und auf Platz 20 zurückfiel. Die Rennleitung belegte den Mercedes-Piloten dafür mit einer Durchfahrtstrafe. "Wickens ist nicht das erste Mal so aufgefallen", schimpfte Audis DTM-Leiter Dieter Gass. Erst ein Unfall von Gary Paffet und Miguel Molina in Runde vier machte das Safety Car nötig. Später drehte sich Glock nach Kollision mit Mortara raus. Glock landete danach, wohl aus anderen Gründen, im Kiesbett.

Ein komplettes Rennen zum Vergessen!
Edoardo Mortara

Die Strafen: Robert Wickens erhielt für das Manöver mit Ekström ebenso eine Durchfahrtssrafe wie Bruno Spengler für den Startunfall mit Tambay. Der Kanadier verspielte damit wohl auch die letzte winzige Meisterschaftschance. Mortara erlitt das gleiche Schicksal, nachdem er Timo Glock touchiert hatte. "Leider hatten wir dann ein Reifenprobem. Ich hab den Fehler gemacht und meine Front hat blockriert. Ein komplettes Rennen zum Vergessen!", meinte der Italiener nach seinem Ausfall.

Der Meisterschaftsstand: Wehrlein liegt mit 169 Punkten uneinholbar vor Ekström (129), Mortara (128), Green (125) und Bruno Spengler (119).

Top-Facts zum Rennen

  • Pascal Wehrlein ist neuer DTM-Champion, mit 20 der jüngste aller Zeiten
  • Timo Scheider gewinnt das Samstagsrennen am Hockenheimring
  • Sein erster DTM-Sieg seit fünf Jahren
  • Verfolger im Rennen um Gesamtsieg fallen früh zurück

Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter