DTM

Wenn es gut läuft... - Werner träumt vom Podium

Dirk Werner berichtet Motorsport-Magazin.com, was er sich für 2013 vorgenommen hat und unter welchen Umständen sein erster Rennsieg möglich ist.
von Olaf Mehlhose & Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Dirk Werner ist 2013 kein DTM-Neuling mehr und bewegt sich in dieser Saison daher zwischen dem Streben, der Schnellste zu sein, und dem Bemühen, gleichzeitig auf dem Boden zu bleiben. "Grundsätzlich würde ich gerne besser abschneiden als im letzten Jahr, sowohl bei den Einzelergebnissen als auch beim Gesamtergebnis", legte er gegenüber Motorsport-Magazin.com seine Ziele offen. "Ich träume natürlich schon von einem Podium", fügte er hinzu. Im vergangenen Jahr war er mit Platz vier in Oschersleben, wo er in Q3 mit der Bestzeit zudem eine - wenn auch flüchtige - Duftmarke setzte, da er im letzten Qualifyingabschnitt letztendlich nur Vierter wurde, bereits nah dran.

Wenn ich einmal ein gutes Wochenende erwische - wer weiß, wie weit es dann nach oben geht...
Dirk Werner

In der Fahrerwertung lautet das Ziel des 31-jährigen Hannoveraners, besser als auf Platz neun abzuschneiden. "Das wird schwierig, da man einige erfahrene und etablierte Fahrer hinter sich lassen muss", erläuterte Werner. "Man muss also wirklich eine gute Saison erwischen, um unter die besten Acht zu fahren." Als Schlüsselfaktoren machte er konstante Ergebnisse, eine möglichst geringe Fehlerquote und die Umsetzung der Erfahrung aus dem Rookie-Jahr aus.

Über diese bodenständigen Ziele hinaus träumt er jedoch auch bereits von einem größeren Coup. "Ein Rennsieg ist natürlich etwas ganz Spezielles, aber man soll Schritt für Schritt denken", beschwichtigte er. "Ich werde trotzdem versuchen, der Schnellste und der Beste zu sein. Wenn ich einmal ein gutes Wochenende erwische - wer weiß, wie weit es dann nach oben geht...", zeichnete er ein mögliches Szenario, ohne jedoch abzuheben. "Ich bin jemand, der auf dem Boden bleibt und schon weiß, dass das enorm schwierig ist. Ich würde jetzt nicht von vorneherein behaupten, dass ich dieses Jahr die Chance habe, ein Rennen zu gewinnen."

Bruno und die Daten

An sich habe er nach der Vorbereitung ein gutes Gefühl, doch man könne erst beim ersten Rennen in der Startaufstellung sehen, wo man stehe. "Das Auto sollte wieder gut sein, es hat sich ja nicht so viel geändert auf der technischen Seite", merkte Werner an, der in Bezug auf seine Leistung keinesfalls nur seinen Teamkollegen und Meister von 2012, Bruno Spengler, im Blick hat. "Generell ist natürlich das Ziel, jeden zu schlagen. Der Antrieb, der Beste sein zu wollen, ist wichtig", betonte er. "Natürlich versuche ich auch schneller als Bruno zu sein. Für mich ist es schön, ihn als Teamkollegen zu haben, und mich mit ihm direkt vergleichen und die Daten besprechen zu können - dieses Feedback ist enorm wichtig, davon kann ich nur profitieren. Ein Wunsch ist natürlich, dass er irgendwann in meine Daten guckt, um zu sehen, was er besser machen kann..."

Dirk Werner profitiert vom Feedback seines erfahreneren Teamkollegen. - Foto: BMW AG

Einen kleinen Vorteil gegenüber dem Teamkollegen könnte Werner bei den Option-Reifen haben, da er aus seinen Einsätzen bei Langstreckenrennen weiß, wie man mit einem Reifen umgehen muss, damit er lange hält. "Da fährt man teilweise zwei Stunden mit einem Satz Reifen. Natürlich sind die Reifen in der DTM anders, aber prinzipiell kann ich mir einen Reifen einteilen, wenn es sein muss", erläuterte er.

Zu den Eigenheiten der neuen Pneus gehört jedoch nicht nur der schnellere Verschleiß. "Die Option-Reifen sind eine ganze Ecke schneller, das haben wir bei den Testfahrten gesehen. Man muss noch von Strecke zu Strecke sehen, wie viel schneller, aber sie sind in jedem Fall so viel schneller, dass man sagen kann, dass man einen großen Vorteil gegenüber den Standardreifen hat", analysierte der BMW-Pilot. "Man muss das Optimum herausholen, was schwierig ist, weil wir die Reifen noch nicht so oft gefahren sind."

Wenn man die Reifen aufziehe, habe man jedoch direkt das Gefühl, das Auto sei perfekt. "Da muss man eigentlich nichts mehr machen, weil man auch ein wenig überrascht ist von dem Grip, den man hat", schilderte er seine Eindrücke. Es gebe über die Saison jedoch viel zu lernen, wie man den Reifen optimal nutzte. Es werde etwas dauern, so Werner, ehe man den Reifen am Limit bewegen könne. In jedem Fall ist er jedoch von den Neuerungen, zu denen neben den Option-Reifen auch das DRS zählt, für die Saison 2013 überzeugt. "Die Reifen wie auch das DRS sind ein interessantes, auch strategisches Element, um die Rennen spannender zu machen."


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