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Winter-Wunderland bei den Wikingern - 2. Lauf - ADAC Wikinger-Rallye

"In Deutschland ganz oben" – das ist der Wahlspruch des zweiten DRM-Laufs. Und damit liegen die Organisatoren der ADAC Wikinger-Rallye genau richtig.

Motorsport-Magazin.com - Die 14 WPs der ADAC Wikinger-Rallye (159 WP-Kilometer) führen die Rallyeteams durch Angeln – den Landstrich im Nordosten Schleswig-Holsteins, der entgegen der landläufigen Meinung überaus hügelig und abwechslungsreich ist. Auf die Teilnehmer wartet deshalb eine anspruchsvolle Streckenführung, die sich noch dazu als äußerst rutschiges Geläuf erweisen dürfte: Der Winter hat auch das Land der Wikinger immer noch fest im Griff. Nach dem Auftakt im Westrich steht der DRM damit ein weiterer Lauf bei Eis und Schnee bevor. Die Aktiven wird es nicht schrecken, sind sie es doch gewohnt, ihre Sportgeräte auf jedem Untergrund und bei allen Witterungsbedingungen sicher und schnell zu bewegen. Und das gilt nicht nur für die DRM-Teams. Denn beim zweiten DRM-Lauf treten auch die Top-Piloten der dänischen Meisterschaft an, Gaststarter aus Skandinavien erweitern den Kreis der Favoriten auf den Sieg. DRM-Tabellenleader Peter Corazza (Mitsubishi Lancer Evo 9) und seine Kollegen erwartet damit keine leichte Aufgabe.

Wenn das wieder so viel Schnee gibt, stehen wir wieder auf verlorenem Posten. Mit dem Heckantrieb sind wir dann chancenlos.
Ruben Zeltner

Viele DRM-Teilnehmer haben vor der zweiten Meisterschaftsrunde die Wettermeldungen fest im Blick. Mit einem fast schon flehenden "hoffentlich kein Schnee" richtet Ruben Zeltner (Lichtenstein) seinen Augenmerk auf die Vorhersagen. Beim Auftaktlauf im Westrich musste er den Porsche 911 GT3 nach einem Ausrutscher in den Schnee beschädigt abstellen. "Wenn das wieder so viel Schnee gibt, stehen wir wieder auf verlorenem Posten. Mit dem Heckantrieb sind wir dann chancenlos", erklärt er. Nach der Nullrunde sollen nun auf den Wertungsprüfungen in Angeln rund um Süderbrarup die ersten DRM-Punkte her: "Unsere Ziele sind derzeit ziemlich tief angesetzt. Eine Zielankunft unter den Top Ten wäre bei diesen Bedingungen schon ein Erfolg. Momentan ist Petrus anscheinend kein Porsche-Fan." Dennoch freut sich der Geschäftsführer des Sachsenrings mit Co-Pilotin und Ehefrau Petra auf das Wochenende: "Die Wikinger zählt für mich zu den schönsten und anspruchsvollsten Rallyes in Deutschland." Als Tabellenleader kommen Peter Corazza (Oelsnitz) und sein neuer Co-Pilot Christoph Gerlich aus Chemnitz nach Süderbrarup. Dabei war der Erfolg beim Auftakt erst auf der Zielrampe sicher: "Zu Beginn ist unser Lancer auf einer Prüfung einfach stehengeblieben, da die Elektrik verrückt gespielt hat. Wichtig war unter diesen Umständen und Witterungsverhältnissen ins Ziel zu kommen. Durch den Ausfall von Sandro (Wallenwein) wurde letztlich daraus sogar die DRM-Führung – auch das ist Rallye!" Mit seinen eigenen Fahrleistungen war der Sachse nicht ganz zufrieden: "Das war mir eindeutig zu langsam bei der Pfalz-Westrich. Für die Wikinger-Rallye haben wir uns ganz einfach vorgenommen, schneller Auto zu fahren. Zudem freue ich mich auf die Duelle mit den Klassenkonkurrenten und den Länderkampf."

Berlandy: "Unser Ziel ist, das Fahrzeug auf der Straße zu halten"

Die Vorfreude von Peter Corazza ist berechtigt: Die Besetzung beim zweiten DRM-Lauf ist stark, und den deutschen Teams steht wie schon in den Vorjahren eine Begegnung mit den Teilnehmern der Dänischen Rallye-Meisterschaft bevor. Zu ihnen zählen etwa der 4WD-Meister Christian Jensen (Peugeot 207 S2000), der eine Abordnung von drei S2000-Boliden anführt. Neben weiteren Skandinaviern ist außerdem der in der DRM bestens bekannte Jaako Keskinen (Finnland) am Start, der auf einem Skoda Fabia S2000 antritt: Eine harte Konkurrenz für die schnellsten Deutschen in der "großen" Division 1: Neben Ruben Zeltner und Gaststarter Olaf Dobberkau in ihren Porsches gehören dazu auch der beim Auftakt unglücklich ausgefallene Sandro Wallenwein (Subaru Impreza R4) und der Stromberger Georg Berlandy.

Wallenwein: Zwei Rechnungen offen

Als Tabellendritter kommen Dirk Riebensahm (Andernach) und Kendra Stockmar-Reidenbach (Elchweiler) zur Wikinger-Rallye. "Mit dem dritten Meisterschaftsrang hätte ich nie gerechnet", staunt er vor dem zweiten Lauf, bei dem er wieder in dem von Wallenwein Rallye Sport aufgebauten Subaru Impreza Platz nimmt.

Haulsen: Wechsel aus dem DRM-Cockpit ins Rallyebüro

Auch DRM-Pilot Rainer Haulsen (Schleswig) hat die Wettervorhersagen im Visier – diesmal allerdings aus einem ganz anderen Blickwinkel. Als Organisationsleiter der ADAC Wikinger-Rallye ist er auch dafür verantwortlich, dass für seine Meisterschaftskollegen die Sport-Bühne optimal vorbereitet ist. Der Suzuki Swift bleibt deshalb beim Heimspiel in der Garage. Co-Pilot Andreas wohnt in Süderbrarup, nur einen Steinwurf vom Rallye-Zentrum auf dem Marktplatz entfernt.

Herbold mit Gaststart in der Citroën-Trophy

Was auch immer bei der ADAC Wikinger-Rallye geschieht, eines ist äußerst unwahrscheinlich: Dass der Vorjahressieger erneut triumphiert. Denn Felix Herbold, der den nördlichsten DRM-Lauf 2011 und 2012 gewinnen konnte, tritt in diesem Jahr als Gaststarter in der neuen Citroën DS3 R1-Trophy an. Er wird dort die Messlatte hoch legen. Vor allem die "jungen Wilden", die vom Sieger des Auftaktlaufes, Julius Tannert angeführt werden, werden alles daran setzten, die Zeiten von Herbold mitzugehen.


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