Dakar

Auf zu neuen Ufern - Neuer Reifen von BFGoodrich

Auch abseits des afrikanischen Kontinents werden die Reifen bei der Dakar eine Schlüsselrolle einnehmen.

Motorsport-Magazin.com - Die 30. Ausgabe des Rallye-Marathons "Dakar" (3. bis 18. Januar 2009) läutet einen neuen Abschnitt in der Geschichte des Wüstenklassikers ein. Erstmals ist nicht der afrikanische Kontinent Schauplatz des großen Motorsport-Abenteuers. Fahrer und Teams begegnen den unbekannten Herausforderungen in Argentinien und Chile mit Respekt.

Doch bei aller Ungewissheit können die Partner von BFGoodrich auf einen verlässlichen Faktor bauen: ihre Reifen. Der Reifenhersteller präsentierte mit dem neu entwickelten BFGoodrich All-Terrain den umfangreich verbesserten Nachfolger des Rock T/A, der zuletzt sechs "Dakar"-Siege in Folge einfuhr.

Bei der Entwicklung orientierten sich die Reifenexperten der amerikanischen Marke an den stetig steigenden Anforderungen, denen sich die Pneus im Rallye Raid-Bereich stellen müssen. "Die Prototypen wurden in den vergangenen Jahren immer leistungsstärker. Die bei Wüstenrallyes erzielten Geschwindigkeiten sind so hoch wie noch nie", beschreibt Entwicklungsingenieur Michel Maraval. "Die Reifen müssen daher immer höhere Belastungen aushalten. Da der Rock T/A vor diesem Hintergrund langsam an seine Grenzen stieß, fiel die Entscheidung für die Entwicklung eines Nachfolgers."

Von welchen Belastungen Maraval spricht, verdeutlichen folgende Zahlenspiele: Die Prototypen der Werksteams von BMW-X-Raid, Mitsubishi und Volkswagen erreichen auf den sandigen und steinigen Pfaden der Wertungsprüfungen (WP) Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Am Start der zumeist über mehrere Hundert Kilometer langen WP bringen sie mit vollen Tanks gerne mehr als zwei Tonnen auf die Waage. Bei einer Landung nach einem der immer wiederkehrenden Sprünge können Radlasten von bis zu 3,5 Tonnen auf einzelne Reifen wirken. Hinzu kommt natürlich die Hitze, die zu Veranstaltungen wie der "Dakar" gehören wie der Sand in die Wüste.

Komplett neuer Entwicklungsansatz

Der neue All-Terrain stellt nicht etwa eine Weiterentwicklung des bislang so erfolgreichen - und unverändert im Programm befindlichen - Rock T/A dar. Vielmehr handelt es sich um eine vollständige Neukonstruktion. "Wir starteten mit dem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier", blickt Maraval zurück auf den Projektbeginn im Jahr 2006. "Wir entwickelten eine komplett neue Konstruktion und ein anderes Laufflächenprofil. Die Chemiker arbeiteten parallel an einer neuen Gummimischung." Mit seiner Größe von 245/80-16 ist der neue All-Terrain deutlich breiter als der Rock T/A (235/85-16). "Insgesamt weist der neue All-Terrain eine 30 Prozent höhere Haltbarkeit auf als der Rock T/A", so Maraval. "Darüber hinaus präsentiert er sich vor allem auf Sand sehr viel stärker."

Langer Testmarathon

Mehr als 16.000 Kilometer im Testbetrieb liegen inzwischen hinter der Neuentwicklung. Hinzu kamen zwei Wettbewerbseinsätze, die positiv verliefen. Mitsubishi-Pilot Stéphane Peterhansel und BMW-Fahrer Nasser Al-Attiyah verhalfen dem All-Terrain im Mai 2008 bei der Rali Transiberico in Spanien und Portugal zum Debüt. "Wir gewannen mit ihm fünf der insgesamt neun Wertungsprüfungen", blickt Dominique Bravy, Raid-Reifen-Techniker bei BFGoodrich zurück. "Allerdings herrschte damals sehr schlechtes Wetter, sodass wir längst nicht so viele Daten sammeln konnten wie geplant."

Dies holten die Reifenleute knapp zwei Monate später im Rahmen der Baja España nach: Drei Mitsubishi Pajero und zwei BMW X3 CC sammelten weitere Wettbewerbskilometer mit dem neuen Pneu. Al-Attiyah und Nani Roma sorgte dabei für den ersten Sieg des All-Terrain. "Dieser Erfolg übertraf alle unsere Erwartungen", gibt Bravy zu. "Vor allem die Prüfungen am ersten Tag waren sehr hart, ähnlich wie die aus Marokko bekannten Strecken. Alle Fahrer lobten die Haltbarkeit und Effizienz des All-Terrain."

Eine besonders wichtige Standortbestimmung erfolgte Anfang September bei der portugiesischen PAX Rallye. Der Vorteil dieser Veranstaltung: "Im Gegensatz zur ‚Dakar' und allen Weltcup-Veranstaltungen müssen sich die Fahrzeuge der Werksteams nicht auf einen Reifentyp festlegen, sondern konnten verschiedene Pneus fahren", so Bravy. "Unsere Partner konnten deshalb den neuen All-Terrain direkt mit dem Rock T/A vergleichen." Beide Reifen setzten dabei jeweils auf drei Wertungsprüfungen die Bestzeit.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video