Wie nah bei der Rallye Dakar Freude und Leid zusammenliegen, wurde heute wieder klar. Besonders schmerzlich musste das Volkswagen Motorsport am eigenen Leib erfahren. Gestern noch Etappensieg von Giniel de Villiers und den Ausbau der Führung, und seit heute haben sie nichts mehr mit dem Gesamtsieg zu tun.

De Villiers ist raus aus dem Titelkampf., Foto: VW-Motorsport
De Villiers ist raus aus dem Titelkampf., Foto: VW-Motorsport

Schlimmer konnte es Volkswagen Motorsport nicht kommen: Zuerst fing der Race-Touareg des Führenden Giniel de Villiers Feuer. Zwar warteten und hofften De Villiers und Von Zitzewitz noch auf ihren Service, doch es half nichts und so wird er momentan von einem der Volkswagen Racetrucks ins Biwak gezogen. Auch sein Teamkollege Ari Vatanen war zu Beginn der Rallye vom Feuer heimgesucht worden. Zu diesem Zeitpunkt musste auch Carlos Sainz kurz anhalten. Doch den Spanier warf das nicht zurück und er übernahm die Führung. Alles schien auf einen weiteren Tagessieg hinauszulaufen. Noch am 322km-Punkt hatte Sainz die schnellste Zeit inne. Doch nur wenige Kilometer später zwang ihn ein Elektronikproblem zum Stoppen. Er konnte seinen Race-Touareg nicht mehr starten und wartet zur Zeit ebenfalls auf den Service. Damit war die zweite Hoffung des Teams Volkswagen Motorsport ebenfalls aus dem Rennen. Die anderen Volkswagen-Piloten liegen in der Gesamtwertung zu weit hinten, um ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden zu können. Große Freude dürfte dagegen bei Mitsubishi herrschen. Innerhalb von zwei Tagen sprang Stéphane Peterhansel von dem dritten Rang auf die Führungsposition. Auf Rang zwei rangiert jetzt sein Teamkollege Luc Alphand.

Der Tagessieger hieß am Ende Jean-Louis Schlesser, der sich damit den zweiten Tagessieg der diesjährigen Dakar sicherte. Doch auch der Franzose hat, solange Mitsubishi kein Problem ereilt, kaum eine Chance auf den Gesamtsieg. Obwohl nach diesen Marathonetappen alles möglich scheint. Der Tagessieg für Schlesser war auch denkbar knapp. Mit nur 13 Sekunden Vorsprung rettete er seinen ersten Platz vor Luc Alphand ins Ziel. Alphand lag nach den ersten 123 Kilometern noch auf dem fünften Rang. Nach den Problemen bei Volkswagen übernahm er vor dem zweiten Checkpoint den zweiten Platz hinter Jean-Louis Schlesser.

Jutta schafft es unter die Top 10., Foto: X-Raid
Jutta schafft es unter die Top 10., Foto: X-Raid

Auch Stéphane Peterhansel hatte während der Prüfung ein kleineres Problem und fiel hinter Carlos Sainz, Mark Miller, Jean-Louis Schlesser, Luc Alphand und Carlos Sousa zurück. Doch auch er profitierte von den Problemen bei Volkswagen. Miller stoppte zusammen mit Sainz, um ihm zu helfen. Die beiden verhalfen Peterhansel damit zu einem besseren Platz. Am zweiten Checkpoint hatte sich Peterhansel auf den dritten Platz vorgearbeitet. Seinen vierminütigen Rückstand konnte er aber nicht weiter verringern und fuhr am Ende die drittschnellste Zeit. Hiroshi Masuoka war heute mal nicht von Problemen heimgesucht worden. Der Japaner kam mit 4:24min Rückstand auf Peterhansel ins Ziel. Nani Roma auf Platz fünf komplettierte das Mitsubishi Quartett.

Für BMW verlief der heutige Tag auch recht positiv: Nasser Al Attiyah erreichte mit seinem BMW die sechstbeste Zeit. Endlich schaffte es auch Jutta Kleinschmidt in die Top 10. Die Deutsche fuhr am Ende die achtbeste Zeit und hatte 31:09min Rückstand auf Schlesser. Die beiden verbliebenen Volkswagen Motorsport Piloten Carlos Sousa und Mark Miller sind auf den Plätzen sieben und zehn angekommen. Beide hatten bei Carlos Sainz gestoppt und damit Zeit verloren. Allerdings hatten beide eh nichts mehr mit der Spitzengruppe in der Gesamtwertung zu tun. Neunter wurde der Russe Sergey Shmakov im Buggy.

Mitsubishi kann es jetzt entspannt angehen., Foto: repsol
Mitsubishi kann es jetzt entspannt angehen., Foto: repsol

In der Gesamtwertung hat Mitsubishi ganz klar die Nase vorne. Jetzt können sich eigentlich nur noch Stéphane Peterhansel und Luc Alphand gegenseitig den Sieg streitig machen. Alphand hat nur 7:50min Rückstand auf seinen Teamkollegen. Danach ist der Rückstand fast uneinholbar groß. Nasser Al Attiyah hat 1:23:21 Stunde Rückstand auf Peterhansel und bei Jean-Louis Schlesser sind es 2:11min mehr. Hiroshi Masuoka fehlen schon über zwei Stunden auf die Spitze. Nur ein Komplettausfall wie bei Volkswagen könnte einen Mitsubishi-Sieg noch verhindern. Die Rallye Dakar ist zwar verrückt, aber so verrückt...?

Ergebnis 9. Etappe

Platz Fahrer (Fahrzeug) Zeit/Rückstand
1. Jean-Louis Schlesser (Buggy) 05:32:03
2. Luc Alphand (Mitsubishi) + 0:13 Minuten
3. Stéphane Peterhansel (Mitsubishi) + 4:14 Minuten
4. Hiroshi Masuoka (Mitsubishi) + 8:38 Minuten
5. Nani Roma (Mitsubishi) + 14:27 Minuten
6. Nasser Al Attiyah (BMW) + 14:34 Minuten
7. Carlos Sousa (VW) + 30:21 Minuten
8. Jutta Kleinschmidt (BMW) + 31:09 Minuten
9. Sergey Shmakov (Buggy) + 41:45 Minuten
10. Mark Miller (VW) + 31:52 Minuten