Wie war der Wechsel von der WRC zur Rallye Dakar? Was war für Sie der größte Unterschied?
Carlos Sainz: Da kommt es natürlich auf den Typ der Etappe an. Es kann sich sehr stark ähneln, wie zum Beispiel bei den "Dakar"-Etappen in Portugal, aber insgesamt ist der Unterschied zwischen WM- und Marathon-Rallyes sehr groß. Man ist stark auf das Roadbook angewiesen und war vorher nie auf der Strecke. In der Wüste gibt es natürlich auch keine Straßen. Dadurch hast du meist keine Linie, keine Bremspunkte und selten eine konkrete Richtung. Ich würde sagen, dass 80 Prozent anders sind.

Sainz mit seinen Teamkollegen, Foto: VW
Sainz mit seinen Teamkollegen, Foto: VW

Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich in die neue Situation eingelebt haben?
Carlos Sainz: Zuerst musste ich mich daran gewöhnen, mich in der offenen Wüste von meinem Beifahrer führen zu lassen. Aber davon abgesehen ging es relativ schnell. Der einzige Bereich, in dem ich sicher noch zulegen kann, ist der Umgang mit den Dünen. Es liegt nicht am Fahren selbst, aber man benötigt einfach viel Erfahrung. Die Rallye-Erfahrung, die ich früher sammeln konnte, ist in den Dünen nicht viel wert. Bei den Testfahrten in diesem Jahr und bei der UAE Desert Challenge konnte ich allerdings viel lernen.

Muss noch weiter Erfahrungen sammeln., Foto: VW Motorsport
Muss noch weiter Erfahrungen sammeln., Foto: VW Motorsport

Wo müssen Sie sich noch verbessern?
Carlos Sainz: Ich denke, letztes Jahr war ein gutes Lehrjahr für mich. Wie gesagt, je mehr Kilometer man in den Dünen absolviert, umso mehr Erfahrung hat man. Nun komme ich viel besser vorbereitet zur "Dakar" als noch bei meinem Debüt im Vorjahr.

Was denken Sie über die Dakar 2007?
Carlos Sainz: Zuallererst hoffe ich, dass es eine gute "Dakar" für das Volkswagen Team wird. Die Fortschritte, die am Race Touareg während des Jahres gemacht wurden, sind sehr positiv. Das Auto hat sich in kleinen Details verändert, aber dafür in vielen: sei es Fahrwerk, Getriebe oder Motor. Obwohl der Wagen von außen fast gleich aussieht, haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht.

Was ist Ihr Ziel?
Carlos Sainz: Das ist klar: Ich werde natürlich versuchen, die Rallye Dakar zu gewinnen. Das Ziel zu haben ist das eine, aber wirklich zu siegen eine andere Sache. Die "Dakar" ist ungeheuer komplex und ein Sieg ist von vielen Faktoren abhängig. Aber ich denke, das Volkswagen Team war nie besser vorbereitet als in diesem Jahr und die Chancen stehen gut.

Brauchen Sie, aufgrund Ihrer wenigen Erfahrungen, noch die Hilfe Ihrer Teamkollegen?
Carlos Sainz: Einerseits braucht man immer die Hilfe der Teamkollegen, beispielsweise bei der Vorbereitung der Navigation. Aber wenn du da draußen unterwegs bist, kann dir meist niemand mehr helfen, außer du selbst und dein Co-Pilot. 2006, denke ich, bin ich eine gute "Dakar" gefahren. Ich war recht zufrieden mit dem Verlauf, auch wenn wir hier und da ein paar Probleme hatten. 2007 werde ich noch stärker sein.

Was ist mit der Fitness? Haben sich die Vorbereitungen geändert?
Carlos Sainz: In der Rallye-WM befindet man sich das ganze Jahr über im Wettbewerb und die vielen Rallyes halten dich in Form. Aber für die "Dakar" muss man besonders hart arbeiten und auf den Punkt fit sein: Keine andere Rallye ist so hart und so lang. Im Marathon-Sport ist es zudem wichtig, sich sehr schnell wieder zu erholen: Von einem Tag auf den anderen, auch mit wenig Schlaf.