Für den Yamaha-Motorrad-Piloten Ruben Faria war die Taktik am ersten Tag der Dakar ganz klar. "Ich entschied mich, voll auf Angriff zu gehen, weil ich wusste, heute war mein Tag, um die Etappe zu gewinnen", sagte er. Damit sollte er auch recht behalten und gleich einmal für die erste Überraschung sorgen. Denn er siegte zwar recht knapp vor seinem Markenkollegen Helder Rodrigues, doch die schnellste KTM mit Isidre Esteve Pujol distanzierte er um ganze fünf Minuten.

David Casteu, der die zweitschnellste KTM steuerte, kannte zumindest den Grund für seinen Rückstand. "Ich habe fast meinen Overall verloren. Ich habe angegriffen, als ich mit einem anderen Fahrer kollidierte, der von der Seite zurück auf die Strecke kam. Er sah mich nicht kommen und ich habe auch ihn nicht gesehen. Der Unfall war ziemlich heftig, aber zum Glück wurden wir nicht verletzt, nur eine schmerzende Schulter", erzählte der Franzose.

Die Hautpfavoriten waren noch etwas weiter hinten zu finden. Cyril Despres, der Sieger von 2005 und Marc Coma, Champion 2006, belegten die Ränge zehn und 13. "Die Bedingungen waren für diejenigen sehr eigen, die zuletzt fuhren: das Terrain ist durch die vorherigen Fahrer beschädigt, also ist der Sand viel lockerer und die Maschinen verbrauchen mehr Benzin", erklärte Despres, "Wir haben 22 Liter auf 100 Kilometer gebraucht, in Mauretanien brauchen wir etwa 16." Deswegen wurde er am Ende auch langsamer, da er nicht ohne Benzin dastehen wollte.

Coma berichtete über keine Probleme mit dem Benzin, aber auch für ihn hatte die Startreihenfolge so ihre Tücken. "Die umgekehrte Reihenfolge erschwert die Dinge, da wir die anderen überholen müssen." Doch nicht nur deswegen verlor er Zeit nach vorne. "Zusätzlich war die Route auch sehr technisch, also habe ich es vorgezogen, vorsichtig zu sein und es locker anzugehen", erklärte der Spanier.