Die verkürzte 3. Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien gewann nach 327 Kilometern der Südafrikaner Saood Variawa im Toyota Hilux IMT EVO. Der 19-Jährige ist erst zum zweiten Mal bei der Rallye dabei. Der erste Tagessieg in sein Karriere ist eine große Sensation.

Er startete von Position 29 und arbeitete sich nach jedem Kontrollpunkt weiter nach vorne. Ab Kilometer 60 lag er auf Position drei. Vor dem letzten Waypoint übernahm er die Führung und gab sie nicht mehr ab.

Route der 3. Etappe
Profil der 3. Etappe, Foto: A.S.O.

3. Etappe: Bisha - Al-Henakiyah (7. Januar)

(Prüfung: 327 km, Verbindung: 309 km)

Vor dem Start

Die 3. Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien war nach dem gefürchteten Marathon über zwei Tage, gleich eine erneute Härteprüfung für das Material. Da die heutige Zielregion um Al Henakiyah von schwerem Unwetter und Stürmen erfasst wurde, haben die Veranstalter die 169 Kilometer, die vom starken Niederschlag betroffen waren, entfernt. Damit standen heute nur noch 327 Kilometer bis zum Ziel auf dem Programm.

Hinzu kam eine lange Verbindungsstrecke von 309 Kilometern. Am Tag fünf stand eine Reise Richtung Norden an. Nach abwechselnden Terrain folgten schnelle Streckenabschnitte, wo man viel Zeit gewinnen konnte.

#210 Rokas Baciuska im Toyota
Baciuska (Toyota) vor dem Start, Foto: A.S.O.

Start/WP 1/2: Loeb mit Überschlag

Von den Top-10-Fahren der gestrigen Marathon-Etappe erhielten gleich sechs Fahrer Strafzeiten zwischen zehn Sekunden und vier Minuten. Dadurch änderte sich die Startaufstellung. Gleich vier-Toyota-Teams eröffneten die heutige Zeitenjagd. Rokas Baciuska aus Litauen war nach seinem nachträglichen Sieg der erste Starter vor dem Gesamtführenden Yazeed al Rajhi mit Navigator Timo Gottschalk, Juan Cruz Yacopini und dem Gesamtzweiten Henk Lategan.

Nach dem Start übernahm der Amerikaner Seth Quintero im Toyota die virtuelle Führung. Nach 36 Kilometern lag er zehn Sekunden vor Mattias Ekström im Ford und Lucas Moraes im Toyota. Mit Carlos Sainz Sr. musste bereits gestern der Titelverteidiger die Segel streichen, nun könnte es bereits am fünften Tag den nächsten großen Namen kosten. Sebastien Loeb hatte sich schon nach zwölf Kilometern im Dacia überschlagen. Der Franzose und auch sein Co-Pilot Fabian Lurquin sind zwar unverletzt geblieben und konnten die Fahrt zunächst nochmals aufnehmen, dann standen sie bei Kilometer 63 erneut.

#219 Sebastien Loeb crasht mit seinem Dacia
Das Aus für Sebastien Loeb (Dacia) nach Überschlag , Foto: A.S.O.

Am zweiten Waypoint übernahm Ekström Platz eins. Nach 69 Kilometern führte der Schwede mit 15 Sekunden vor Quintero und Saood Variawa im Toyota mit 33 Sekunden Rückstand. Auch nach 118 Kilometern gab es das gleiche Bild an der Spitze. Allerdings konnte Ekstrom seinen Vorsprung auf 32 Sekunden ausbauen.

WP 3/4: Halbzeitführung für Moraes

Dann verlor Ekstrom bis zum nächsten Kontrollpunkt sehr viel Zeit. Er belegte nach 118 Kilometern nur noch Rang sieben. Moraes war der schnellste Pilot auf diesem Abschnitt und übernahm die Spitze vor Quintero und Variawa.

Zur Halbzeit der Tagesprüfung verteidigte der Brasilianer Moraes die Führung nach genau 160 absolvierten Kilometern. Zweiter war Quintero vor Variawa, Joao Ferreira im Mini, und Ekström. Nasser al-Attiya belegte nur Rang zehn im Dacia, Giniel de Villiers mit Dirk von Zitzewitz folgten drei Positionen dahinter. Yazeed Al Rajhi und Timo Gottschalk konnten sich nach schwachem Start von Rang 39 auf Rang 21 nach vorne arbeiten.

#203 Lucas Moraes im Toyota
Moraes (Toyota) auf dem Weg zur Halbzeitführung, Foto: Red Bull Content Pool

WP 5/6/7: Achtkampf um den Sieg

Am fünften Checkpoint gab es keine Veränderungen in den Top-6. Nach weiteren 42 Kilometern gab es einen Führungswechsel. Quintero konnte zum zweiten Mal nach dem Start Rang eins übernehmen. Er tauschte die Position mit Moraes. Variawa blieb Zweiter. Acht Teams lagen innerhalb von zwei Minuten an der Spitze des Feldes.

Am siebten Waypoint bei Kilometer 307 gab es die letzten Zwischenzeiten vor dem Ziel. Jetzt konnte Variawa zum ersten Mal Platz eins erobern. Der Südafrikaner führte sogar mit einem Vorsprung von 1:23 Minuten. Von Rang sechs auf zwei sprang Guerlain Chicherit im Mini. Auch Guillaume de Mevius tauchte zum ersten Mal in den Top-3 auf. Jetzt waren noch 22 Kilometer zu fahren.

Ziel: Variawa gewinnt zum ersten Mal eine Tageswertung

Al-Attiyah kam als erster Fahrer im Ziel an. Aber er hatte keine Chance auf den Sieg. Nach 3:16:52 Stunden war die Sensation perfekt. Variawa gewann zum ersten Mal in seiner Karriere eine Dakar-Etappe. Er siegte mit einem Vorsprung von 23 Sekunden vor Chicherit. Dritter wurde de Mevius vor Quintero, Joao Ferreira, Al-Attiyah, Ekström, Mathieu Serradori, Moraes und de Villiers auf Rang zehn. Henk Lategan verpasste im Toyota knapp die Top-10 und landete auf Rang zwölf.

#218 Saood Variawa (Toyota)
Variawa (Toyota) gewinnt sensationell, Foto: A.S.O.

Ergebnis der 3. Etappe 2025 (Top-10)

RangFahrerMarkeZeit (Stunden)
1S. VariawaToyota03:16:52
2G. ChicheritMini+00:00:23
3G. de MeviusMini+00:00:45
4S. QuinteroToyota+00:01:48
5J. FerreiraMini+00:03:15
6N. Al-AttiyahDacia+00:03:34
7M. EkströmFord+00:03:49
8M. SerradoriCentury+00:05:00
9L. MoraesToyota+00:06:14
10G. de Villiers Toyota+00:06:32

Zwischenstand nach der 3. Etappe 2025 (Top-5)

RangFahrerMarkeZeit (Stunden)
1H. LateganToyota19:04:53
2N. Al-AttiyahDacia+00:07:17
3M. EkströmFord+00:09:34
4Y. Al RajhiToyota+00:11:45
5L. MoraesToyota+00:19:40