Seit fast drei Jahren ist der Polestar 4 nun auf dem Markt. Die Marke, die aus dem chinesischen Geely Konzern und Volvo entstand, reicht nun eine weitere Modellversion nach.

Wer beim Begriff SUV einen deutlich größeren und höheren Polestar 4 erwartet, wird überrascht sein. Die neue Variante misst weiterhin 4,84 Meter in der Länge und 2,14 Meter in der Breite. Auch der Radstand bleibt mit 3 Metern unverändert. Lediglich die Höhe wächst um beschauliche 22 Millimeter.

Der entscheidende Unterschied liegt deshalb nicht in den Außenmaßen, sondern im Heck. Durch die steilere Heckpartie stehen bei umgeklappten Rücksitzen und Beladung bis zum Dach bis zu 1.665 Liter zur Verfügung. Beim Coupé sind es maximal 1.536 Liter.

Bei normaler Nutzung mit aufgestellten Rücksitzen fällt der Unterschied dagegen gering aus: Der SUV bietet 530 Liter, das Coupé 526 Liter.

Polestar, 4 SUV
Foto: Polestar

Die Heckscheibe ist vielleicht die wichtigste Änderung

Beim Polestar 4 Coupé verzichtet der Hersteller auf eine klassische Heckscheibe. Stattdessen zeigt eine nach hinten gerichtete Kamera das Verkehrsgeschehen auf einem Display im Innenspiegel.

Beim SUV geht Polestar einen konventionelleren Weg. Hinter den Fondpassagieren befindet sich wieder eine echte Heckscheibe mit Scheibenwischer. Wer die digitale Variante bevorzugt, kann zusätzlich einen kamerabasierten Innenspiegel wählen.

Polestar, 4 SUV
Foto: Polestar

Das dürfte für viele Käufer eine größere Rolle spielen als die zusätzlichen 129 Liter Ladevolumen. Gleichzeitig erhält der SUV serienmäßig eine Dachreling, auf der bis zu 100 Kilogramm transportiert werden dürfen.

Auch das Glasdach ist serienmäßig an Bord. Es fällt beim SUV größer aus als beim Coupé und verfügt über eine einstellbare Transparenz. Im Fond wächst die Kopffreiheit um rund 2,5 Zentimeter.

V2L macht den Polestar 4 zum mobilen Stromlieferanten

Eine der wichtigsten technischen Neuerungen ist die Vehicle-to-Load-Funktion. Über V2L kann der Polestar 4 SUV externe elektrische Geräte mit bis zu 3,3 kW versorgen. Möglich sind 16 Ampere bei 230 Volt.

Das ist vor allem beim Camping interessant. Dazu passt der neue Camping-Modus, über den sich Klimaanlage und Beleuchtung auch während längerer Standzeiten aktiv halten lassen. Die entsprechenden Einstellungen können direkt über den Touchscreen vorgenommen werden.

Google Gemini zieht ins Auto ein

Auch beim Sprachassistenten gibt es eine Änderung. Google Gemini soll den bisherigen Google Assistant im Polestar 4 schrittweise ersetzen.

Polestar, 4 SUV
Foto: Polestar

Der Unterschied liegt vor allem darin, dass Gemini den Gesprächskontext berücksichtigen kann. Dadurch sollen auch Anschlussfragen möglich sein, ohne den vorherigen Befehl erneut zu formulieren. Neben Fahrzeugfunktionen sind unter anderem Übersetzungen und Reiseplanung vorgesehen.

200 oder 400 kW Leistung

Beim Antrieb übernimmt der SUV die Technik des Coupés. Einstiegsmodell ist der Rear Motor mit 200 kW und 343 Nm. Er beschleunigt in 7,3 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 200 km/h.

Wer mehr Leistung möchte, kann zum Dual Motor greifen. Zwei Elektromotoren bringen hier gemeinsam 400 kW und 686 Nm auf die Straße. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert lediglich 3,9 Sekunden.

Beim Allradantrieb kann der vordere Motor über eine sogenannte Disconnect Clutch vom Antriebsstrang getrennt werden. Bei geringer Leistungsanforderung muss er damit nicht permanent mitlaufen.

Bis zu 630 Kilometer Reichweite

Beide Varianten nutzen eine 100-kWh-Batterie mit Cell-to-Pack-Technik. Die Zellen stammen von CATL, die nutzbare Kapazität liegt bei rund 94 kWh.

Beim Verbrauch und bei der Reichweite hat der Hecktriebler erwartungsgemäß die Nase vorn. Polestar nennt für den Rear Motor einen WLTP-Verbrauch von 17,8 kWh pro 100 Kilometer und eine Reichweite von rund 630 Kilometern.

Der Dual Motor benötigt je nach Konfiguration 19,0 bis 21,6 kWh pro 100 Kilometer. Die Reichweite liegt bei etwa 600 Kilometern.

30 Minuten für 10 bis 80 Prozent

Beim Laden bleibt es bei den bekannten Werten. Serienmäßig verfügt der Polestar 4 SUV über einen 11-kW-Bordlader. Optional ist ein 22-kW-Lader erhältlich. Am Schnelllader sind bis zu 200 kW möglich. Damit soll sich der Akku in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen lassen.

Polestar, 4 SUV
Foto: Polestar

Für Anhängerfreunde ist der SUV ebenfalls interessanter als das Coupé. Der Dual Motor darf bis zu 2.000 Kilogramm ziehen. Beim Rear Motor sind 1.500 Kilogramm erlaubt.

Fahrwerk und Performance Pack

Fahrwerk und Lenkung wurden für die neue Karosserievariante neu abgestimmt. Wer den Polestar 4 SUV sportlicher konfigurieren möchte, kann für 4.500 Euro das Performance Pack bestellen.

Zum Paket gehören unter anderem adaptive ZF-Dämpfer. Außerdem sind damit spezielle Räder und Reifen sowie weitere Außenfarben erhältlich. Mattlackierungen sind ebenfalls an das Performance Pack gekoppelt.

Die bisher angebotene auffällige goldfarbene Lackierung entfällt dagegen sowohl beim SUV als auch beim Coupé.

Der Polestar 4 SUV ist günstiger als das Coupé

Beim Preis sorgt Polestar für eine Überraschung. Der SUV ist nicht teurer als das Coupé, sondern sogar günstiger (4.000 Euro).

Polestar, 4 SUV
Foto: Polestar

Der Polestar 4 SUV wird im koreanischen Busan gebaut. Die Produktion ist bereits im zweiten Quartal 2026 angelaufen.

Das Modell kann bereits konfiguriert und bestellt werden. Die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen.