Der Audi A2 war schon beim ersten Mal ein Sonderling: schmal, hoch, aerodynamisch – und mit Aluminium-Karosserie. Ende der 1990er passte er in keine gängige Schublade. Genau das machte ihn spannend.

Mit der späteren 3-Liter-Version wurde der A2 zum Effizienzsymbol. Technisch war er seiner Zeit voraus, kommerziell blieb er ein Nischenauto.

Jetzt bringt Audi den Namen zurück – diesmal elektrisch. Der A2 e-tron soll erneut zeigen, wie weit konsequente Effizienz gehen kann.

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Foto: Audi

Der neue A2 braucht kaum Strom

Der neue A2 fährt natürlich nicht mehr mit einem kleinen Dreizylinder-Diesel. Stattdessen übernimmt ein Elektroantrieb die Aufgabe des Sparers.

In der Variante mit 140 kW (190 PS) und Effizienzpaket soll der A2 e-tron nach vorläufigen WLTP-Messungen nur 12,8 kWh pro 100 Kilometer brauchen. Für einen vollwertigen Elektro-Audi wäre das ein starker Wert. Möglich machen soll ihn nicht ein einzelner Trick, sondern ein ganzes Effizienzpaket: bessere Aerodynamik, weniger Reibung, sparsame Elektronik, passende Batteriechemie und ein konsequentes Thermomanagement.

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Back to the roots: Wieder spielt die Aerodynamik eine entscheidende Rolle

Die wichtigste Parallele zum alten A2: Effizienz beginnt nicht erst beim Antrieb. Der cw-Wert liegt bei 0,24. Damit soll der A2 e-tron den besten Luftwiderstandsbeiwert aller Audi-Modelle im Kompaktsegment erreichen.

Die Karosserie ist auf saubere Luftführung ausgelegt: abgerundete Front, fließende Dachlinie, klar definiertes Heck. Air Curtains lenken den Fahrtwind an den Vorderrädern vorbei, ein Gap Reducer verkleinert den Abstand zwischen Reifen und Radhaus. Kurz gesagt: weniger Wirbel, weniger Verbrauch.

Auch die Kühlung arbeitet nur dann aktiv, wenn sie gebraucht wird. Der Kühllufteinlass bleibt im Alltag geschlossen und öffnet erst bei zusätzlichem Kühlbedarf. Zusammen sollen die Maßnahmen den WLTP-Verbrauch um bis zu 0,9 kWh/100 km senken.

Der Elektroantrieb wurde auf Sparsamkeit getrimmt

Unter der Karosserie arbeitet eine permanent erregte Synchronmaschine mit 140 kW. Optimiert wurde vor allem dort, wo ein Elektroauto im Alltag besonders oft unterwegs ist.

Siliziumkarbid-Halbleiter sollen Strom effizienter umwandeln und weniger Energie als Wärme verlieren. Eine variable Schaltfrequenz passt die Elektronik zusätzlich an die Fahrsituation an.

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Auch der Motor selbst wurde auf geringe Verluste getrimmt. Dünnere Bleche und eine angepasste Statorwicklung sollen den Wirkungsgrad gerade bei alltäglichen Geschwindigkeiten verbessern.

Dazu kommen Leichtlauföl im Getriebe und eine lange Übersetzung von 10,2:1, die bei höherem Tempo die Drehzahl senkt. Unterm Strich soll der weiterentwickelte Antrieb bis zu zehn Prozent effizienter arbeiten.

61-kWh-LFP-Batterie statt Akku-Overkill

Beim Akku setzt Audi auf eine 61-kWh-Batterie mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). LFP-Zellen gelten als robust und langlebig, kommen ohne Nickel und Kobalt aus und passen gut zu einem Effizienzmodell. Die Cell-to-Pack-Bauweise integriert die Zellen direkt ins Batteriegehäuse und spart Bauraum sowie zusätzliche Bauteile.

An der Wallbox soll der A2 e-tron eine Ladeeffizienz von 89,6 Prozent erreichen. Bedeutet: Möglichst viel Strom aus der Steckdose soll tatsächlich im Akku landen. Die endgültige Reichweite nennt Audi noch nicht; bislang gibt es nur den vorläufigen Verbrauchswert.

Aus dem A2 wird ein Energiespeicher

Spannend ist auch das bidirektionale Laden: Der A2 e-tron kann Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben. Per Vehicle-to-Load versorgt er externe Geräte, per Vehicle-to-Home kann er perspektivisch als Zwischenspeicher fürs Haus dienen.

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Zum Start soll diese Funktion in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein. Voraussetzung ist eine von Audi empfohlene Ladebox.

Vom 3-Liter-A2 zum 12,8-kWh-A2

Damit schließt sich der Kreis zum ersten A2. Damals lautete die Ansage: drei Liter Diesel. Heute geht es um 12,8 kWh Strom. Das Prinzip bleibt gleich: möglichst weit kommen mit möglichst wenig Energie.

Der alte A2 setzte auf Aluminium-Leichtbau und radikale Form. Der neue kombiniert Aerodynamik, effizienten Elektroantrieb, LFP-Akku und Software. Wieder versucht Audi, Sparsamkeit als Technik-Statement zu verkaufen.

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Ob das diesmal reicht, bleibt offen. Der erste A2 war ein Technikliebling, aber kein Verkaufsschlager. Genau darin liegt die Spannung des Comebacks.

Der A2 kommt im Herbst 2026 zurück

Die Premiere ist für Herbst 2026 geplant. Dann zeigt sich, ob der A2 e-tron den alten Effizienzgedanken erfolgreich in die Elektroära holt.