Der Leon war für Seat immer schon eines der wichtigsten Modelle im Portfolio, da er mit seinen Abmessungen direkt im wichtigen Kompaktwagensegment angesiedelt ist. Durch die VW-Übernahme Mitte der 1980er-Jahre, hatte Seat nun Zugriff auf technische Komponenten der Wolfsburger und konnte damit ein eigenes Fahrzeug kreieren.

Leon I

Seat, Leon
Besonders markant: Das schräge Heck, Foto: Seat

Das Design der ersten Generation von 1999 stammte von Giorgetto Giugiaro, die Technik vom damaligen VW Golf IV. Entwickelt und gebaut wurde der Leon von Anfang an in Barcelona. Während ein Golf typischerweise eher traditionellere Wege ging, hatte der Leon der ersten Generation schon damals ein sportlicheres Wesen und kam optional mit Sportlederlenkrad, Sportsitze, Sportfahrwerk, größeren Bremsscheiben, Tieferlegung sowie maximal 180 PS. Die ab 2002 erhältliche Cupra-Version mit V6-Motor und Allradantrieb ließ die Pferdestärken sogar auf bis zu 204 PS klettern.

Leon II

Seat, Leon
Aerodynamisches Design der zweiten Generation, Foto: Seat

Generation Nummer Zwei kam 2005 auf den Markt, mit rundlicherem Auftritt, designt von Walter de Silvia. Die Besonderheiten des Fahrzeugs waren vor allem die stark abfallende Motorhaube sowie die versteckten Türgriffe der Hintertüren in der C-Säule. Dadurch erweckte der Leon den Eindruck, als wäre er ein Zweitürer. Die Sportversion Cupra R310 WCE mit einem 2.0 TFSI-Motor unter der Haube leistete nun 310 PS und war somit das stärkste Leon-Aggregat.

Leon III

Seat, Leon
Lichter erstmal mit LED-Technologie, Foto: Seat

Einen radikalen Design-Wechsel des Leon kam mit der dritten Generation im Jahr 2012 auf die Straßen. Die rundliche Formensprache wich einem kantigeren und aggressiveren Look. 2013 folgte erstmal eine dreitürige Version namens Leon SC, 2014 konnte man zum ersten Mal den Kombi Leon ST bestellen. Der Leon III war des Weiteren bei seiner Einführung der erste Kompaktwagen mit einer Voll-LED-Beleuchtung. Darüber hinaus führte man zahlreiche Assistenz-Features wie beispielsweise die Müdigkeitserkennung, den Spurhalteassistenten, die Verkehrszeichenerkennung oder eine automatische Distanzregelung ein. Der Leon III ist bislang mit über einer Million Fahrzeuge das meistverkaufte Modell der Reihe.

Leon IV

Seat, Leon
Im Trend: Das LED-Leuchtband am Heck, Foto: Seat

Der aktuelle Leon IV ist seit 2020 am Markt und teilt sich, wie seine Vorgänger, Plattform sowie Technik mit dem Golf. Bei der nun abgespaltenen Sport-Sub-Marke Cupra ist der Leon als eigenständiges sportlicheres Modell unter anderem auch als e-Hybrid mit bis zu 272 PS erhältlich. Die Verbrenner-Version Cupra VZ kommt auf maximal 333 PS. 2024 gab es ein kleines Facelift der Modelle sowie einige technische Anpassungen.

Die Zukunft

In der 25-jährigen Laufbahn und mit mehr als 2,5 Millionen verkauften Einheiten, ist der Leon nicht nur äußerst erfolgreich, sondern hat auch zahlreiche „Car of the Year“-Awards sowie Tourenwagen-Weltmeisterschaften (WTCC) gewonnen. Auch schaffte es der kompakte Spanier mehrmals auf die Hollywood-Leinwand, wie beispielsweise in den Filmen „Men in Black: International“ oder „3 Days to Kill“.

Seat, Leon, WTCC
Die aufgemotzte WTCC-Version des Leon II, Foto: Seat

Welche Zukunft der Leon genau hat, ist noch nicht wirklich absehbar. Immer wieder heißt es, so auch damals auf der IAA Mobility 2023 von VW-Chef Thomas Schäfer, dass die Marke Seat früher oder später durch Cupra abgelöst wird. Laut dem Hersteller sei Cupra eine der am stärksten wachsenden Marken Europas, die in naher Zukunft auch auf den US-Markt expandieren will (Weitere Infos dazu gibt es hier: Cupra will in den US-Markt). Für den Leon bedeutet dies dann wohl eine Ablöse durch einen vollelektrischen Nachfolger. Für 2025 ist der Leon aber noch zu haben. Die Preise starten bei 28.130 Euro für den Fünftürer und bei 29.715 Euro für den Kombi.