ADAC GT Masters

ADAC GT Masters in Spielberg: Schmidt fährt in die Punkte

Jeffrey Schmidt punktet nach Aufholjagd in Spielberg. Platz sechs in der Fahrerwertung des ADAC GT Masters für den BWT Mücke Motorsport-Piloten.

Motorsport-Magazin.com - Nach dem sehr erfolgreichen Wochenende mit dem Rennsieg in Most musste Jeffrey Schmidt beim dritten Saisonlauf des ADAC GT Masters in Spielberg seine Erwartungen herunterschrauben. Der Red Bull Ring ist nicht die ideale Strecke für den Audi R8 LMS. Schmidt und sein Teamkollege, DTM-Pilot Jamie Green, gaben jedoch alles und wurden mit einem Punkteresultat im zweiten Rennen belohnt. Von Startplatz 21 kämpfte sich das BWT Mücke Motorsport-Duo auf Rang neun nach vorne. Eine nach dem Rennen gegen einen Konkurrenten ausgesprochene Strafe ließ sie auf Rang acht im Gesamtergebnis und Platz drei unter den Junioren aufrücken.

Bereits im ersten Rennen auf der Formel-1-Strecke in der Steiermark sah es nach einer Aufholjagd aus. Von Position 17 gestartet kämpfte sich der Liestaler auf Rang zwölf nach vorne. Nach dem Fahrerwechsel hatte das Team jedoch Pech und kam mit einem lädierten Boliden nur auf Rang 19 ins Ziel. Trotz des nicht ganz nach Plan verlaufenen Wochenendes in Österreich belegt Schmidt in der Fahrerwertung den sechsten Rang im hart umkämpften Feld der über 70 GT3-Piloten. Zudem liegt der Schweizer in der Junior-Wertung mit wenigen Punkten Rückstand in Schlagdistanz zur Spitze.

Das nächste Rennwochenende im ADAC GT Masters steht für Schmidt vom 3. bis 5. August auf dem Nürburgring an.

Du hast beim letzten Rennwochenende in Most deinen ersten Sieg im ADAC GT Masters gefeiert. Wie hast du dich auf den Red Bull Ring mental vorbereitet mit dem Wissen, dass er dem Audi nicht so liegen wird?
Jeffrey Schmidt: Es ist natürlich gut, einen Sieg auf dem Konto zu haben, vor allem auf so einer Fahrerstrecke wie Most. Auf dem Red Bull Ring gewinnt hingegen einfach das stärkste Auto. Mir war klar, dass es für uns hier ziemlich schwierig werden würde. Die Balance of Performance ist sicherlich verbesserungswürdig. Deswegen habe ich keinen weiteren Sieg erwartet. Die Top-10 waren das Ziel und das haben wir zumindest im Sonntagsrennen erreicht. Dennoch wäre sicherlich mehr möglich gewesen, doch dafür darf nichts schief gehen in diesem Weltklasse Starterfeld.

Der Weg in die Punkte war aufgrund eurer Startposition allerdings steinig...
Jeffrey Schmidt: Jamie war im Qualifying ganz am Schluss auf einer tollen Runde. Er hatte zwei super Sektoren und die Rundenzeit hätte locker für die Top-10 gereicht. Leider ist ihm in der letzten Kurve ein Fehler unterlaufen. Dadurch sprang nicht mehr als Startplatz 21 heraus. Das Feld liegt unglaublich eng zusammen. Da hat ein kleiner Fehler leider eine große Auswirkung.

Wie seid ihr das Sonntagsrennen angegangen?
Jeffrey Schmidt: Wir wussten, dass wir volles Risiko gehen müssen, um nach vorne zu kommen. Jamie hatte einen guten Start und hat ein paar Positionen gewonnen. Dann kam der Regen. Ich habe das hier schon einmal erlebt und weiß, wie unvorhersehbar das Wetter ist. Wir haben beschlossen, den Boxenstopp hinauszuzögern. Wir scherzten in der Box, ein Engländer sollte auf Slicks im Regen fahren können. Jamie hat das Auto auf der Strecke gehalten und ist gut nach vorne gekommen. Wir haben beim Boxenstopp dann doch auf Regenreifen gewechselt, weil wir dachten, dass der Regen stärker wird. Das stellte sich leider als Fehlentscheidung heraus, denn ein paar Runden später war die Strecke trocken. Wir hatten einen hohen Reifendruck gewählt, weil wir dachten, dass viel Regen kommt. Am Rennende sind uns fast alle vier Reifen geplatzt. Ich war froh, dass ich es ins Ziel geschafft habe. Es war eine tolle Aufholjagd, bei der wir pokern mussten.

Auch das Rennen am Samstag habt ihr mit einer Hypothek begonnen. Wie kam es dazu?
Jeffrey Schmidt: Wir haben uns das ganze Wochenende über etwas schwer getan, das optimale Setup zu finden. Ich hatte im Qualifying keinen Windschatten, der mir geholfen hätte, eine gute Rundenzeit zu erzielen. Deswegen kam ich nicht über Startplatz 17 hinaus. Der Red Bull Ring ist keine Audi-Strecke. Ich war bester Mücke-Pilot, aber das ist natürlich nicht mein Anspruch. Wenn man als Vierter der Meisterschaft an den Red Bull Ring kommt, sind die Erwartungen höher.

Im Rennen sah es zunächst nach einer Aufholjagd aus. Was ist passiert?
Jeffrey Schmidt: Ich wusste, dass ich im Rennen einiges gutmachen muss. Die erste Runde lief sehr gut. Ich war nach Kurve drei schon auf Rang elf. Dann wollte mich ein Konkurrent ins Kiesbett abdrängen und ich musste kurz auf die Bremse. Dadurch bin ich auf Rang 13 zurückgefallen. Ich kam als Dreizehnter zum Boxenstopp. Leider sind in der zweiten Rennhälfte ein paar Dinge schiefgegangen. Jamie war ein paar Mal zur falschen Zeit am falschen Ort. Das Auto war am Schluss beschädigt und er konnte nicht mehr Vollgas fahren. Das hat uns viele Positionen gekostet. Platz 19 war ein enttäuschendes Ergebnis, denn die Top-10 wären möglich gewesen. Aber im ADAC GT Masters muss alles passen, wenn man in die Punkte fahren möchte.

Das nächste Rennen im ADAC GT Masters steht erst Anfang August an. Wie verbringst du die Sommerpause?
Jeffrey Schmidt: Ich habe als Coach viel zu tun und werde natürlich auch viel trainieren, um mein hohes Fitnesslevel zu halten. Des Weiteren stehe ich in Gesprächen für verschiedene Langstreckeneinsätze diesen Sommer. Sobald ich Neuigkeiten habe, werde ich diese veröffentlichen. Zudem freue ich mich schon sehr auf den Nürburgring. Es ist eine coole Strecke, an die ich gute Erinnerungen habe. Letztes Jahr stand ich auf dem Podium und da möchte ich zusammen mit Stefan auch wieder hin. Der Nürburgring sollte dem Audi auch wieder besser liegen.


Weitere Inhalte:
nach 14 von 14 Rennen
Wir suchen Mitarbeiter