ADAC GT Masters - Dünen-Achterbahnfahrt für BWT Mücke Motorsport

Punkte-Serie in Zandvoort fortgesetzt

Stefan Mücke und Sebastian Asch sorgen für weiteres Top-Ergebnis im ADAC GT Masters. Mike David Ortmann und Frank Stippler fahren im Regenchaos in die Top-10.

Motorsport-Magazin.com - Sonne, Meer, Strand und Motorensound: Die perfekte Kombination für das vierte Saisonevent des ADAC GT Masters in Zandvoort. Mit an Bord auf dem Ritt durch die Dünen: BWT Mücke Motorsport. Vor 13.000 Zuschauern am Wochenende kämpften die Duos Markus Winkelhock/Filip Salaquarda im Audi R8 LMS #24, Mike David Ortmann/Frank Stippler im Audi R8 LMS #25 sowie Stefan Mücke und Sebastian Asch im Mercedes-AMG GT3 #26 um Punkte und Top-Ergebnisse.

Die Highlights des Wochenendes

Podium knapp verpasst: Der Wimpernschlag von 1,147 Sekunden machte im ersten Lauf am Samstag den Unterschied für Mücke und Asch. Trotz 20 Kilogramm Erfolgsballast nach dem Podestplatz vom Red Bull Ring ging das Duo von Rang fünf aus ins Rennen und hielt den Speed der teils leichteren Konkurrenz. Eine Safety-Car-Phase eröffnete dem Duo kurz vor Rennende sogar noch Chancen auf Rang drei, die verbliebene Zeit war für Mücke jedoch zu kurz, um noch einen Angriff zu starten. Das sollte am Sonntag nachgeholt werden. Kurz vor dem Rennen öffnete der Himmel seine Schleusen und die verschiedensten Prognosen standen im Raum. BWT Mücke Motorsport ging auf Risiko und hoffte mit dem Setup auf eine bald abtrocknende Strecke. Das Gegenteil passierte und Mücke musste all sein fahrerisches Können aufbringen, um auf der Strecke zu bleiben. Ein Dreher nach der Berührung eines Konkurrenten warf das Duo jedoch schließlich zurück. Eine zusätzliche Durchfahrtsstrafe für einen minimal zu kurzen Boxenstopp beförderte den Mercedes-AMG #26 schließlich ans Ende des Feldes. Zwar zeigte Asch noch eine starke Aufholjagd im Regen, mehr als Rang 15 war jedoch nicht mehr möglich.

Reaktion deluxe: Im zweiten Lauf des Wochenendes war es der Audi R8 LMS #25, der Zählbares nach Hause brachte. Von Startplatz neun hatte sich Stippler trotz der heftigen Regenfälle bis in die Top-5 nach vorne gearbeitet und war - wie das restliche Feld - während einer Safety-Car-Phase zum Boxenstopp abgebogen. Die völlig überfüllte Boxengasse führte zu Stau bei fast allen Teams und so verließ Ortmann die Box lediglich auf Rang zwölf. In seinem ersten Regenrennen überhaupt im ADAC GT Masters ließ sich der 17-Jährige nicht aus der Ruhe bringen und arbeitete sich wieder in die Punkte vor. Seine blitzschnelle Reaktion machte es möglich, dass er einem Unfall direkt vor ihm ausweichen konnte und so die Punkte ins Ziel rettete. Dieses Glück blieb dem Duo am Samstag hingegen verwehrt. Nach Startplatz 14 warf ein Dreher Ortmann bis ans Ende des Feldes zurück. Trotz Stipplers beherzter Aufholjagd blieb das Duo auf Rang 14 ohne Punkte.

Punkte in jedem Saison-Rennen: Mit den Zählern der #26 am Samstag und der #25 am Sonntag geht die beeindruckende Punkteserie von BWT Mücke Motorsport ohne Unterbrechung weiter. In allen bisherigen acht Rennen erkämpfte der Traditionsrennstall aus Berlin Punkte für das Teamkonto. Dieses Kunststück ist in der Saison 2017 bisher nur einem einzigen anderen Team geglückt. Zu dieser Bilanz konnten Winkelhock und Salaquarda in Zandvoort leider nichts beitragen. Mit Startplatz zehn war das Duo am Samstag aussichtsreich in den ersten Lauf gestartet, jedoch bereits in der ersten Runde von einem Konkurrenten gedreht und somit unverschuldet aus dem Rennen genommen worden. Im Sonntagsrennen galt der Audi R8 LMS #24 ebenfalls als heißer Anwärter auf eine Top-Platzierung innerhalb der Punkte. Das allgemeine Chaos in der Boxengasse, das während der Safety-Car-Phase bereits den Teamkollegen zum Verhängnis wurde, kostete auch das Audi-Duo sieben Positionen. Ohne unnötige Risiken einzugehen, brachte Salaquarda schließlich sein Auto sicher auf Rang 16 ins Ziel.

Die Stimmen zum Wochenende

Stefan Mücke (BWT Mercedes-AMG GT3 #26): "Mit Rang vier am Samstag bin ich super zufrieden. Durch unser Zusatzgewicht nach dem Podiumsplatz von Sebastian und Lucas Auer am Red Bull Ring hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir so weit vorne mitfahren können. Am Sonntag hatten wir eigentlich mit abtrocknender Strecke gerechnet und das Setup entsprechend gewählt. Das ist leider nicht eingetroffen und so war es schwierig. Mein unverschuldeter Dreher und die Durchfahrtsstrafe waren dann einfach zu viel für ein gutes Ergebnis. Aus Teamsicht ist es schön, dass wir es mit der Nummer 25 im zweiten Rennen in die Punkte geschafft haben. Es ist wichtig, dass wir mit drei Autos das Rennen schadenfrei überstanden haben. Wir haben sicherlich einiges gelernt. Bei solch schwierigen Bedingungen ist es ein Glücksspiel, ob du die richtige Karte ziehst oder nicht."

Sebastian Asch (BWT Mercedes-AMG GT3 #26): "Im ersten Lauf war ich von Rang vier wirklich überrascht. Mit unserem Erfolgsballast hatte ich mir kein so gutes Ergebnis ausgerechnet. Am Sontag lief leider alles gegen uns. Ich habe mich so über den einsetzenden Regen gefreut, denn das sind genau meine Bedingungen. Leider war ein gutes Ergebnis nach der Durchfahrtsstrafe unmöglich. Das Fahren hat mir in diesen Bedingungen riesigen Spaß gemacht und ich habe auch noch ein paar Positionen gewonnen. Es ist jedoch ein bisschen enttäuschend zu sehen, wo wir ohne die Zwischenfälle mit unserem Speed im Regen hätten landen können."

Mike David Ortmann (BWT Audi R8 LMS #25): "Das Wochenende war voller Aufs und Abs. Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir in beiden Rennen ins Ziel gekommen sind. Im ersten Lauf haben wir maximale Schadensbegrenzung betrieben. Am Sonntag war ich selbst etwas überrascht, wie gut ich im Nassen mit dem Auto klargekommen bin. Es war meine Premiere im Regen und die Bedingungen waren wirklich schwierig. Als direkt vor mir die beiden Autos kollidierten, habe ich mich schon im Getriebe meines Vordermanns gesehen. Glücklicherweise konnte ich schnell reagieren und über die Wiese ausweichen. Dadurch habe ich ärgerlicherweise zwei Positionen verloren, aber immerhin sind wir im Rennen geblieben."

Frank Stippler (BWT Audi R8 LMS #25): "Bis auf die Platzierungen gab es viel Positives, was wir mitnehmen können. Das Wochenende war für uns deutlich positiver, als es das Resultat aussagt. Generell war es wichtig, das zweite Rennen überhaupt beendet zu haben. Bei dem starken Regen gab es auf der Strecke sehr viel Aquaplaning, was für mich allein schon sehr schwierig war. Für Mike war es noch viel kniffliger, weil er das erste Mal im Nassen gefahren ist. Aber er hat das super gemacht. Vom Chaos in der Boxengasse haben wir leider nicht profitiert. Aber das ist Teil des Geschäfts, wenn so kurzfristig Entscheidungen getroffen werden müssen. Sonst wären wir wohl etwas weiter vorne gelandet. Das Auto war schnell und die Fahrerpaarung hat sehr gut funktioniert."

Filip Salaquarda (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): "Für mich lief es im Trockenen ganz gut. Ich habe mich als Fahrer weiterentwickelt, was sich vor allem im Qualifying bemerkbar macht. Zudem haben wir noch etwas am Setup gefeilt. Meine schnellste Runde im Zeittraining musste ich allerdings wegen roter Flaggen abbrechen. Ich bin sicher, wir hätten unter den besten Sechs landen können. Das ist sehr positiv für mich. Leider konnten wir das Potenzial im ersten Rennen überhaupt nicht ausschöpfen, weil ich schon in der ersten Kurve von einem Konkurrenten getroffen wurde und das Rennen beendet war. Am Sonntag war es im Nassen einfach unglaublich schwierig durch das Aquaplaning. Ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen und mit einem waghalsigen Manöver einen Ausfall riskieren."

Markus Winkelhock (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): "Im Freien Training waren wir mit gebrauchten, relativ alten Reifen sehr gut unterwegs. Dadurch war ich sehr positiv gestimmt für das Qualifying. In meinem Zeittraining am Sonntagmorgen lief jedoch nur die erste Runde richtig gut. Die Reifen haben darauf sehr schnell abgebaut, weswegen wir nicht über Startplatz elf hinausgekommen sind. Das Regenrennen war ein reines Durcheinander. Ich steckte länger hinter Frank fest und wollte da kein unnötiges Risiko eingehen, weil wir Teamkollegen sind. Beim Fahrerwechsel haben wir eine Menge Zeit liegen lassen. Von da an wussten wir, dass für uns nicht mehr viel zu holen war."

Peter Mücke (Teamchef): "Der vierte Platz unseres Mercedes-AMG GT3 im ersten Rennen war natürlich ein sehr schönes Ergebnis. Damit bin ich sehr zufrieden. Das zweite Rennen war ein großes Glückspiel. Niemand konnte eine klare Vorhersage treffen, wie es ausgehen würde. Unter dem Strich hat es manche hart getroffen und andere hatten Glück. Für mich persönlich zählt das Positive an diesem Wochenende. Mike David hat einen sehr guten Job gemacht. Die Leistung in seinem ersten Regen-Rennen hat mich wirklich überzeugt. Unser Mercedes wurde leider umgedreht, genau das ist auch am Samstag bereits mit dem Audi #24 passiert. Solche Dinge sind ärgerlich, passieren aber im Rennsport immer wieder."

Matthias Kieper (Team-Management): "Ganz klar: wir haben uns von diesem Wochenende mehr versprochen. Die Strecke liegt unseren Autos und nach den Testfahrten vor ein paar Wochen waren wir auch sehr zuversichtlich. Erneut kamen viele Dinge zusammen, die uns einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Aber auch das gehört zum Rennsport, nur wenn alles passt bist du erfolgreich. Zudem war natürlich das Regenrennen am Sonntag schon sehr speziell. Ich bin überzeugt, dass wir auch mit unseren beiden Audi-Teams bald etwas mehr Rennglück haben werden - hoffentlich schon am Nürburgring."

Michael Weiss (Technischer Leiter): "Das zweite Rennen war eine Achterbahnfahrt, ähnlich wie der Streckenverlauf in Zandvoort. Alles in allem sind wir hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Das Ergebnis im ersten Lauf mit unserem Mercedes-AMG GT3 war ein versöhnliches, weil es uns in der Meisterschaft in eine gute Position gebracht hat. Das war angesichts des Erfolgsballastes nach der starken Leistung auf dem Red Bull Ring ein gutes Ergebnis. Mit unseren beiden Audi R8 LMS hatten wir eigentlich die besten Voraussetzungen. Da haben wir uns deutlich mehr ausgerechnet. Unsere Fahrer und auch die Autos waren schnell. Es kam einfach nicht zusammen. Wir müssen jetzt genau analysieren, woran es letztlich lag."


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