24 h Nürburgring

24h Nürburgring: Rast bei 260 km/h abgedrängt - Mercedes-Strafe

Das Duell von Audi-Star Rene Rast mit dem Mercedes von Gabriele Piana beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife hat ein Nachspiel.
von Robert Seiwert

Diese Szene sorgte beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife für reichlich Gesprächsstoff. Knapp vier Stunden vor dem Rennende kam es zu einem heiklen Zwischenfall auf der Döttinger Höhe, als sich Rene Rast im #29 Land-Motorsport Audi und Gabriele Piana im Black-Falcon Mercedes mit der Startnummer #6 ins Gehege kamen.

Der Mercedes-Pilot drängte Rast bei dessen Überholversuch von der Strecke ab, sodass der DTM-Pilot mit hohem Tempo links auf die Wiese ausweichen musste. Rast gelang es, den Audi R8 LMS unter Kontrolle zu halten und die Fahrt fortzusetzen. Piana zog sich durch die Berührung einen Reifenschaden an seinem Mercedes-AMG GT3 zu.

Für den Italiener sollte der Vorfall bei seinem vierten 24-Stunden-Rennen in der Eifel ein Nachspiel haben. Nach Rennende wurde der 32-jährige Italiener von der Rennleitung mit einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro belegt. Ihm wurde gefährliche Fahrweise durch mehrfachen Richtungswechsel und Abdrängen über den Streckenrand hinaus zur Last gelegt.

"Der Fahrer Gabriele Piana hat auf dem Streckenabschnitt Döttinger Höhe mehrfach Richtungswechsel vollzogen" hieß es im offiziellen Schreiben der Rennleitung. "Als der Fahrer mit der Startnummer #29 (Rene Rast) überholen wollte, wurde dieser von der Rennstrecke abgedrängt. Die Fahrzeuge fahren in diesem Streckenabschnitt ca. 260 km/h. Daher sehen die Sportkommissare diese Strafe als angemessen."

Für beide Teams sollte das Rennen kein gutes Ende nehmen. Um 13:00 Uhr am Sonntagmittag verunfallte der #6 Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon (Patrick Assenheimer/Nico Bastian/Yelmer Buurman/Gabriele Piana) mit Bastian am Steuer im Bereich Wippermann - ohne Fremdkontakt das vorzeitige Aus für den Sieganwärter.

Nur wenige Minuten später erwischte es mit dem #29 Audi R8 LMS von Land-Motorsport einen weiteren Siegaspiranten. Der Rennwagen des top besetzten Quartetts Rene Rast, Christopher Mies, Kelvin van der Linde und Christopher Haase zog sich einen kapitalen Reifenschaden zu, der obendrein große Teile des rechten Fahrzeughecks zerstörte.

Am Dienstag nach dem 24h-Rennen veröffentlichte Rast ein Video des Duells mit dem Black-Falcon-Mercedes. "Ich mag hartes Racing", schrieb der amtierende DTM-Vizemeister. "Aber nur, solange es fair und sauber bleibt. Ich habe Respekt vor jedem Fahrer, der fair und hart fährt, aber dieses Manöver lag weit über allem, was ich in meiner bisherigen Karriere erlebt habe. Zum Glück bin ich nicht in der Mauer eingeschlagen. Das hätte böse enden können."

Piana äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall, sah sich in seinen sozialen Netzwerken aber einiger Anfeindungen von Fans ausgesetzt.


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