Mehr als drei Jahrzehnte lang prägte Peter Falk als Ingenieur und Rennleiter die Motorsportgeschichte von Porsche. Er war maßgeblich an zahlreichen Erfolgen und Entwicklungen beteiligt. Am 23. Januar 2026 ist er im Alter von 93 Jahren gestorben, wie Porsche am Montagnachmittag mitteilte.

Peter Falk in Spa 1984
Peter Falk prägte die Motorsport-Geschichte von Porsche und Deutschland, Foto: Porsche AG

In seinen mehr als 30 Jahren verantwortete Falk viele Triumphe des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen – darunter große Erfolge auf den wichtigsten Rennstrecken dieser Welt. "Wir trauern um Peter Falk und sind in Gedanken bei seiner Familie", sagt Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes für Forschung und Entwicklung bei der Porsche AG. "Er war mehr als ein Ingenieur und Rennleiter. Er war ein Visionär und Wegbereiter – und der Marke Porsche immer eng verbunden." Porsche würdigt sein Wirken für die Marke mit tiefer Anerkennung.

Vom Autoschlosser zum Vater des Porsche 956: Der Werdegang von Peter Falk

Peter Falk wurde am 27. November 1932 als Sohn eines Archäologen in Athen geboren. Nach einer Lehre als Autoschlosser studierte er Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik in Stuttgart. Schon früh war er an Fortbewegung auf dem Land und Technik interessiert, weshalb der Weg in den Motorsport konsequent erschien. Als 23-Jähriger bestritt er seine erste Rallye als Co-Pilot seines Nachbarn und Werkstattinhabers Alfred Kling. Die beiden erzielten den Klassensieg. Es folgten Triumphe bei der Rallye Genf und der Internationalen Deutschland Rallye 1957 sowie ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.

Peter Falk bei der Rallye Monte Carlo 1965
Peter Falk beim ersten internationalen Einsatz des Porsche 911, Foto: Porsche AG

Im Jahr 1959 begann er als einer von nur zehn Mitarbeitenden im Fahrversuch bei Porsche. Fünf Jahre später wechselte Falk in die Vorentwicklung und Rennbetreuung, verhalf unter anderem dem Elfer zum Fahren. Bei der Rallye Monte Carlo 1965 saß er als Co-Pilot neben Herbert Linge beim ersten internationalen motorsportlichen Einsatz eines Porsche 911. Das Duo war sich bereits im Jahr 1951 bei der Deutschen Schwarzwaldfahrt im Wettbewerb begegnet, damals noch auf Motorrädern. Die Rallye beendeten sie auf Platz fünf des Gesamtklassements – als eines von nur 22 Fahrerteams, die das Ziel erreichten, von ursprünglich 237, die sich auf den Weg nach Monte Carlo gemacht hatten. Es war eine bemerkenswerte Leistung für das Wettbewerbsdebüt des 911.

In den folgenden Jahrzehnten prägte Falk die Geschichte des Unternehmens mit. Er führte den Porsche 911 auf Rennstrecken zu weltweitem Erfolg und trieb die Entwicklung vieler Modelle voran, vom 904 bis hin zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen. Von 1973 bis 1981 wirkte er als Versuchsleiter in der Serienentwicklung der Baureihen 911, 924 und 928. Damit prägte er die technische Ausrichtung der Marke auch abseits der Rennstrecke. Außerdem verantwortete er in seiner Funktion als Rennleiter wichtige Erfolge des Porsche 956/962 in der Gruppe C.

Unter seiner Führung als Rennleiter gelangen Porsche in den 1980er-Jahren sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und elf Weltmeistertitel. Zu den weiteren Triumphen seiner Karriere zählen beeindruckende fünf Gesamtsiege in Daytona und zwei Gesamtsiege bei der Rallye Paris-Dakar in den Jahren 1984 und 1986. Unter seiner Leitung feierte Porsche zahlreiche Erfolge im Rennsport. Für ihn selbst zählten der Sieg in Le Mans 1982 wie der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zu seinen persönlichen Höhepunkten.

Helmut Flegl, Paul Hensler, Wolfgang Porsche, Peter Falk und Susanne Porsche bei den 24h Le Mans 1988
Peter Falk war langjähriger Rennleiter von Porsche in Le Mans, Foto: Porsche AG
Peter Falk tauft den Porsche 956
Peter Falk war als der Vater des legendären Porsche 956 bekannt, Foto: Porsche AG

Ende der 1980er Jahre leitete Peter Falk bis 1992 die Fahrwerkentwicklung und war an der Neuentwicklung der vierten Generation des 911 (993) beteiligt. Regelmäßige Teilnahmen an Renneinsätzen ließ sich der ehemalige Rennleiter und Leiter der Rennentwicklung natürlich nicht nehmen.

Wegbereiter mit außergewöhnlichem Teamgeist

Bei Rennfahrern, Kollegen und Mitarbeitern galt Falk als außergewöhnlicher Theoretiker und Praktiker zugleich, der stets den Teamgedanken über persönliche Anerkennung stellte, getreu seinem Motto: "Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste." Auch renommierte Weggefährten wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck hoben seine Ruhe, Besonnenheit und seinen außergewöhnlichen Teamgeist hervor. Damit beschrieben sie, was viele an ihm schätzten: nicht nur seine technische Brillanz, sondern auch sein Menschsein und seinen feinen Sinn für Humor.

Nach dem Beginn seines Ruhestands im Jahr 1993 blieb der gebürtige Grieche dem Unternehmen eng verbunden. Viele Jahre stand er dem Team Porsche Heritage und Museum noch als Zeitzeuge und Interviewpartner zur Verfügung. Und auch auf renommierten Klassik-Veranstaltungen war er häufig zu Gast oder gar an der Organisation der ein oder anderen Oldtimer-Rallye beteiligt. Peter Falk hinterlässt seine Frau Ruth, eine Tochter und einen Enkel.

Peter Falk war an fünf Porsche-Siegen bei den 24h Daytona beteiligt – 2026 siegte die deutsche Traditionsmarke wieder. Was der Deutsche Laurin Heinrich zu seinem ersten Gesamtsieg zu sagen hat, lest ihr hier: