MotoGP - Interview - Marquez über den Test-Auftakt

Der Druck kommt an der Strecke

Weltmeister Marc Marquez startete beim Test in Sepang furios in die neue Saison. Er sieht aber großen Leistungsdruck auf sich zukommen.

Motorsport-Magazin.com - Marc, wie groß waren die körperlichen Strapazen beim ersten Test? Du dir deine Hand ja ganz schön aufgescheuert.
Marc Marquez: Es geht mit recht gut. Es ist normal, dass die Hände nach dem ersten Test so aussehen. Am ersten Tag habe ich mich noch ein wenig schwach gefühlt, weil ich erst kürzlich Grippe hatte und noch ein wenig müde war. Ich war nicht gerade in Topform, aber es wurde mit jedem Tag besser. Im Rahmen der Rennsimulation lief es dann schon ganz gut. Ich muss mich einfach weiter normal vorbereiten, denn das beste Training hast du immer noch auf dem Motorrad.

Welche Erkenntnisse konntest du aus der Rennsimulation gewinnen?
Marc Marquez: Wir haben gesehen, dass wir in den Kurven und beim Herausbeschleunigen noch zulegen können und konnten den neuen Bridgestone ausprobieren. Die Reifen haben gut funktioniert, haben einen hohen Grip und sind von Anfang bis Ende konstanter.

Bislang hatten wir noch keine Probleme mit dem Spritverbrauch. Vielleicht sieht das auf anderen Strecken anders aus.
Marc Marquez

Wird die Honda mit verringertem Tankvolumen gleich konkurrenzfähig wie im Vorjahr bleiben?
Marc Marquez: Ja, denn bislang hatten wir noch keine Probleme mit dem Spritverbrauch. Vielleicht sieht das auf anderen Strecken anders aus, aber im Moment ist das kein Thema. Diese Veränderung bedeutet aber, dass wir das Motorrad neu ausbalancieren müssen, denn es gab ein paar kleine Anpassungen.

Wie sehr hast du dich im Vergleich zum ersten Test im Vorjahr verändert?
Marc Marquez: Ich habe mehr Erfahrung und das macht sich auf und abseits der Strecke bemerkbar. Letztes Jahr war ich auf jeder einzelnen Runde am Limit, diesmal war das ganz anders. Ich finde auch schneller die richtige Lösung, wenn es darum geht, neue Dinge auszuprobieren. Das ist für Honda sehr wichtig.

Wie wirst du die Saison 2014 angehen?
Marc Marquez: Zunächst konzentriere ich mich auf die Vorbereitung. Wenn die Saison beginnt, werden wir wieder um den Titel kämpfen und hoffentlich von Beginn an konkurrenzfähig sein.

Hast du während der Testfahrten große Veränderungen an deinem Motorrad vorgenommen?
Marc Marquez: Das kommt drauf an. Wir haben uns darauf konzentriert, auf Basis unserer Informationen vom 2013er-Bike ein gutes Grund-Setup zu entwickeln. Aber manchmal ist es auch gut, große Veränderungen vorzunehmen und zu sehen, ob diese besser oder schlechter funktionieren. Wenn du nur Kleinigkeiten änderst, hast du eigentlich immer Zweifel.

Es ist das Eine, den Start hier ohne irgendwelche Nebengeräusche hinzubekommen und das Andere, das am Renntag zu schaffen.
Marc Marquez

Ein Schwachpunkt von dir im Vorjahr waren die Starts. Hast du in diesem Bereich trainiert?
Marc Marquez: Ja, ich habe einige Startübungen absolviert und habe mich bereits verbessert. Aber es ist das Eine, den Start hier ohne irgendwelche Nebengeräusche hinzubekommen und das Andere, das am Renntag zu schaffen.

In diesem Jahr triffst du auf der Strecke ein paar alte Moto2-Rivalen wieder.Wie schätzt du sie bislang ein?
Marc Marquez: Sehr gut. Man kann aus den Leistungen eines Piloten in der Moto2 durchaus Erwartungen ableiten. Ich hatte Pol schnell erwartet und tatsächlich hat er sich vom ersten Tag an gut auf dem MotoGP-Bike geschlagen. Auch Redding sieht gut aus. Es geht in der MotoGP aber nicht darum, wie du beginnst, sondern wie du aufhörst. Beide werden sich im Lauf der Vorbereitung und der Saison verbessern. Pol wird mit dem Factory-Bike sicher vorne mitfahren.

Spürst du als amtierender Weltmeister mehr Druck?
Marc Marquez: Es ist schon ein wenig anders. Im Vorjahr war ich beim ersten Test sehr nervös und hatte ein paar Bedenken. Diesmal war ich sehr entspannt, aber es ist ja nur der erste Test. An den Rennwochenenden wird das sicher anders sein, denn dort hast du den Druck, auch wenn ich unter solchen Bedingungen normalerweise gut funktioniere. Wenn ich in diesem Jahr nur als Vierter, Fünfter oder Sechster ins Ziel komme, werden alle von einem Desaster sprechen. Und auch wenn ich Zweiter werde, werden einige Leute meinen, dass ich mich besser hätte schlagen können.


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