Formel 1 - Team für Team: Der große China-Check

Hamilton schägt zurück

Mercedes-Sieg, Verstappen-Aufholjagd, Alonso-Pech und Co.: Motorsport-Magazin.com nimmt jedes Team beim China Grand Prix genau unter die Lupe.
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Mercedes: Hamilton siegt zum fünften Mal

Fahrer Grid Ergebnis Schn. Runde Stopps MSM-Note
Lewis Hamilton P1 P1 1:35.378 2 1
Valtteri Bottas P3 P6 1:35.849 2 3

  • Statistik: 54. Sieg für Hamilton
  • Besonderheiten: Bottas mit Dreher hinterm Safety Car
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Lewis Hamilton: "Während des Rennens musste ich bei teilweise sehr kniffligen Bedingungen die Ruhe bewahren."
  • Valtteri Bottas: "Ich war zu aggressiv und verlor die Kontrolle über das Auto."

Lewis Hamilton lieferte in Shanghai ein perfektes Wochenende ab. Er fand schnell eine gute Pace, sicherte sich die Pole Position und kontrollierte von dort das Rennen. Der Sieg war ihm nicht zu nehmen. Valtteri Bottas leistete sich hingegen einen großen Patzer. Beim Reifenaufwärmen hinter dem Safety Car drehte sich der Finne weg und fiel auf die zwölfte Position zurück. Mehr als Platz sechs war am Ende nicht drin, dem Finnen ging die Zeit aus.

Ferrari: Ferrari schlägt sich selbst

Vettel verlor hinter Räikkönen viel Zeit - Foto: Sutton
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Kimi Räikkönen P4 P5 1:36.003 2 3
Sebastian Vettel P2 P2 1:35.423 2 1

  • Statistik: 88. Podiumsplatzierung für Vettel
  • Besonderheiten: Vettel mit falschem Timing beim Stopp
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Kimi Räikkönen: "Mit frischen Reifen fühlte sich das Auto gut an, doch es verlor schnell Grip auf der Vorderachse."
  • Sebastian Vettel: "Das Rennen hat viel Spaß gemacht, sehr unterhaltsam."

Nach einem holprigen Start verloren die beiden Ferrari-Piloten während des Reifenwechsel-Chaos zu Beginn des Rennens gleich ein paar Plätze. Von dort aus mussten sie sich erst wieder an die Spitze herankämpfen. Dort waren sogar einige starke Überholmanöver von Vettel möglich. Um Hamilton den Sieg streitig zu machen, reichte es trotz ähnlicher Pace aber nicht. Vettel hing zu lange hinter seinem langsameren Teamkollegen Räikkönen fest.

Red Bull: Verstappen wächst über sich hinaus

Verstappen flog förmlich durch das Feld - Foto: Sutton
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Max Verstappen P16 P3 1:36.722 2 1
Daniel Ricciardo P5 P4 1:36.791 2 2

  • Statistik: 8. Podium für Verstappen, 100. Podium für Red Bull
  • Besonderheiten: Zweitbeste Aufholjagd in China durch Verstappen
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: Verwarnung für Ricciardo (Zu spät bei der Nationalhymne)
  • Max Verstappen: "Ich hätte nicht erwartet, auf dem Podium zu stehen."
  • Daniel Ricciardo: "Es ist enttäuschend, das Podium so knapp zu verpassen."

Da war es wieder, das Wunderkind Max Verstappen. Der Niederländer legte von Startplatz 16 einen Traumstart hin. "Ich glaube, ich habe neun Autos überholt", rechnete er vor. All die Motorenprobleme aus dem Qualifying waren vergessen, Verstappen stürmte in Richtung Podium. Auf dem Weg zu Platz drei konnte ihn selbst Teamkollege Daniel Ricciardo nicht aufhalten. Aufgeben wollte der Australier in den Schlussrunden aber auch nicht. Er blieb bis zum Zieleinlauf in Verstappens Heck, für ein Überholmanöver reichte es aber nicht.

Toro Rosso: Sainz' Mut wird belohnt

Trotz des Drehers fuhr Sainz ein starkes Rennen - Foto: Sutton
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Carlos Sainz Jr. P11 P7 1:37.398 2 1
Daniil Kvyat P9 - 1:40.090 2 -

  • Statistik: Toro Rosso auf Platz vier der Konstrukteure
  • Besonderheiten: Sainz startete als Einziger auf Slicks
  • Techn. Probleme: Hydraulik-Defekt bei Kvyat
  • Strafen: -
  • Carlos Sainz Jr.: "Ich finde kaum Worte, um das Rennen zu beschreiben."
  • Daniil Kvyat: "Wir haben es zu Beginn nicht geschafft, die weichen Reifen auf Temperatur zu halten."

Der Mut von Carlos Sainz Jr. wurde in China belohnt. Als einziger Pilot traute sich der Spanier auf Trockenreifen ins Rennen zu gehen. Zuerst schien es ein Fehler zu sein, denn von Startplatz elf kam der Toro-Rosso-Pilot nicht gut weg und fiel weit zurück. Dann jedoch wechselten die Konkurrenten und Sainz wurde nach vorne gespült. Am Ende belohnte Sainz Toro Rosso mit weiteren Punkten, die das Team in der Konstrukteurswertung auf Platz vier brachten. Kvyat fiel unterdessen vorzeitig wegen Technikproblemen aus.

Haas F1: Magnussen holt Punkte

Grosjean konnte von seinem Startplatz nicht viel machen - Foto: Sutton
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Kevin Magnussen P11 P8 1:37.528 3 2
Romain Grosjean P19 P11 1:37.551 3 2

  • Statistik: Magnussens erste Punkte für Haas
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Romain Grosjean: "Ich musste heute erneut wegen Giovinazzi anhalten."
  • Kevin Magnussen: "Das Auto war das ganze Rennen gut."

Nach viel Pech in der Qualifikation musste Romain Grosjean das Feld von hinten aufrollen. Vom 19. Startplatz gab der Franzose sein Bestes, aber auch das reichte nur, um knapp an den Punkten vorbeizusegeln. Kevin Magnussen konnte da schon mehr zeigen. In seinem zweiten Rennen für das US-amerikanische Team fuhr der Däne seine ersten WM-Punkte ein, etwas, dass seinem Vorgänger Esteban Gutierrez nie gelungen war.

Force India: Wieder beide Pink Panther in den Punkten

Perez kämpfte gleich mehrfach gegen die beiden Williams-Piloten - Foto: Sutton
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Sergio Perez P8 P9 1:36.531 4 3
Esteban Ocon P17 P10 1:37.036 3 2

  • Statistik: 12. Punkterennen für Perez in Folge
  • Besonderheiten: -
  • Techn. Probleme: Reifenschaden nach Kollision bei Perez
  • Strafen: Verwarnung für Perez (Zu spät bei der Nationalhymne)
  • Sergio Perez: "Mein Start war nicht gut und ich verlor fünf oder sechs Positionen."
  • Esteban Ocon: "Ich denke, wir hätten ein noch besseres Ergebnis einfahren können."

Von allem Chaos profitierten erneut die beiden Force-India-Piloten Sergio Perez und Esteban Ocon und sicherten dem Team weitere Punkte. Perez entkam nur knapp einer Strafe im Rennen, nachdem er mit Lance Stroll kollidiert war. Trotz eines zusätzlichen Stopps kämpfte sich der Mexikaner durch und sicherte mit Platz neun zwei weitere WM-Zähler.

Renault: Hülkenberg als Pechvogel

Bei Nico Hülkenberg ging wirklich alles schief - Foto: Sutton
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Nico Hülkenberg P7 P12 1:38.015 3 2
Jolyon Palmer P20 P13 1:38.181 2 3

  • Statistik: -
  • Besonderheiten: Hülkenberg vom Pech verfolgt
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: 15 Sekunden Zeitstrafen Hülkenberg (Überholen unter SC und VSC)
  • Jolyon Palmer: "Unser Auto lief zuverlässig und ich habe jetzt eine weitere Renndistanz hinter mir."
  • Nico Hülkenberg: "Nach dem VSC war es, als würde ich auf Eis fahren."

Nach einer grandiosen Qualifikation hatte Nico Hülkenberg auch noch einen guten Start. Dann ging jedoch alles schief. Er wechselte als einer der Ersten auf Slick-Reifen, doch dann folgten das virtuelle Safety-Car und das Safety-Car und verhalfen beinahe dem gesamten Feld an Hülkenberg vorbeizugehen. Zu Beginn eben jener Sicherheitsphasen war Hülkenberg gerade in Überholmanövern, die er jedoch zu spät beendete. Die Folge waren zusammengerechnet 15 Strafsekunden, die den Deutschen weit nach hinten warfen. Das einzig Positive war, dass er trotzdem vor seinem Teamkollegen ankam.

Williams: Blamage in Shanghai

Stroll blieb schon früh im Kies stecken - Foto: Sutton
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Felipe Massa P6 P14 1:36.511 4 4
Lance Stroll P10 - - 0 -

  • Statistik: Schlechtestes Teamergebnis seit Brasilien 2013
  • Besonderheiten: Stroll steckt nach Kollision im Kiesbett
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Lance Stroll: "Ich wurde in Kurve zehn am Heck erwischt und das war das Ende meines Rennens."
  • Felipe Massa: "Heute lief alles falsch für uns."

Die Qualifikation versprach viel, doch dann brachte die Feuchtigkeit viele Probleme für das Williams-Team mit sich. Gleich viermal musste Felipe Massa seine Reifen wechseln und wirklich schnell war der Brasilianer auf Dauer auch damit nicht. Bis auf Rang 14 fiel der Williams-Pilot nach und nach zurück. Lance Stroll musste das Unglück nicht miterleben, denn er strandete bereits in der ersten Runde nach einer Kollision im Kiesbett.

Sauber: Giovinazzi fliegt wieder ab

Zum zweiten Mal verlor Giovinazzi in der letzten Kurve das Auto - Foto: Sutton
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Marcus Ericsson P14 P15 1:39.732 2 4
Antonio Giovinazzi P18 - - 1 6

  • Statistik: -
  • Besonderheiten: Giovinazzi baut zwei Unfälle in China
  • Techn. Probleme: -
  • Strafen: -
  • Antonio Giovinazzi: "Natürlich ist es mir unangenehm, dass ich erneut gegen die Streckenbegrenzung geprallt bin."
  • Marcus Ericsson: "Alles in allem hatte ich mit den Reifen das ganze Rennen über zu kämpfen."

Nach einem ermutigenden Saisonstart brachte der China GP für das Sauber-F1-Team eine Ernüchterung. Marcus Ericsson kam trotz bester Bemühungen nicht über den letzten Platz hinaus. Schon in der Qualifikation hatte der Schwede eher viel Glück, dass er überhaupt den zweiten Abschnitt erreichte. Pascal Wehrleins Ersatz Antonio Giovinazzi bekleckerte sich in Shanghai auch nicht mit Ruhm. Nach einem Unfall in der Qualifikation wiederholte er eben jenen Fehler noch einmal im Rennen und sorgte so für eine Safety-Car-Phase.

McLaren: Doppelausfall in China

Alonso war vor dem Ausfall erneut stark unterwegs - Foto: Sutton
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Fernando Alonso P13 - 1:39.496 2 1
Stoffel Vandoorne P15 - 1:41.460 3 -

  • Statistik: Erster Doppelausfall seit Singapur 2015
  • Besonderheiten: Alonso erneut stark unterwegs
  • Techn. Probleme: Kaputte Antriebswelle bei Alonso
  • Strafen: -
  • Stoffel Vandoorne: "Es war ein kurzes, aufregendes Rennen für mich"
  • Fernando Alonso: "Es war eine Überraschung, als wir nach ein paar fantastischen Runden auf Platz sechs lagen."

Auch in Shanghai verhinderte die Technik ein gutes Ergebnis für McLaren. Fernando Alonso war auf dem sechsten Platz unterwegs, nachdem er von Rang 13 gestartet war. Nach 33 Runden versagte jedoch seine Antriebswelle und beendete sein Rennen frühzeitig. Für Stoffel Vandoorne war das Rennen zu diesem Zeitpunkt auch schon wegen eines Benzindruckproblems beendet.

Rundenprotokolle der Fahrer und Teams

Valtteri Bottas ist mit knappem Vorsprung der Rundenkönig in Shanghai. Mit nur 100 Runden hat der Finne einen Umlauf mehr als Marcus Ericsson, Felipe Massa und Nico Hülkenberg. Zu den geringen Laufleistungen kam es durch den beinahe komplett ausgefallenen Freitag. Daher liegt bei den Teams Mercedes mit gerade einmal 196 Runden an der Spitze.


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