Formel 1 - Räikkönen: Hoffentlich keine Unfälle mehr

Blick in Kimis Krankenakte

Kimi Räikkönen meldet sich in Hockenheim zurück und spricht über seinen Unfall in Silverstone und die Folgen. Seine Krankenakte hat gewisse Ausmaße angenommen.
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Motorsport-Magazin.com - Kimi ist zurück! Bei den Testfahrten in Silverstone vor zwei Wochen wurde Räikkönen schmerzlich vermisst. Der Ferrari-Pilot hatte die Tests in Folge seines schweren Unfalls beim Großbritannien Grand Prix absagen müssen, für das Deutschland-Rennen aber relativ schnell grünes Licht gegeben. "Ich hatte ein bisschen Schmerzen an den Rippen, deshalb bin ich den Test nicht gefahren", sagte Räikkönen an diesem Donnerstag auf der Fahrer-Pressekonferenz in Hockenheim.

Nach dem Silverstone-Crash hieß es zunächst, dass er sich vor allem am linken Fußknöchel Prellungen zugezogen habe. Auf die Frage, ob er denn nun wieder zu 100 Prozent fit sei, zuckte Räikkönen zunächst nur mit den Schultern. Kurze Zeit später wurde es dann doch etwas ausführlicher.

Hier wurde Räikkönens Ferrari in Silverstone abgeschleppt - Foto: Sutton

Es tut noch etwas weh

Räikkönen: "Ich hatte wahrscheinlich schon härtere Unfälle, hoffentlich passieren mir nicht mehr so viele. Es tat etwas weh, aber oft kann man sich bei einem langsameren Unfall schlimmer verletzen. Das passiert und gehört zum Sport dazu."

Räikkönen war nach dem Rennstart in Silverstone in Kurve 5 rechts von der Strecke abgekommen. Beim Zurückkehren auf den Asphalt fuhr er mit seinem Ferrari über eine Bodenwelle und wurde dadurch ausgehebelt. Ohne die Möglichkeit, sein Auto unter Kontrolle zu bringen, schlug er auf der anschließenden Geraden rechts in die Leitplanken ein und wurde von dort aus zurück auf die Strecke geschleudert. Hintermann Felipe Massa konnte dem Ferrari nicht vollständig ausweichen, vermied dank eines beherzten Bremsmanövers jedoch den Vollkontakt.

Räikkönen musste den Test in Silverstone abblasen - Foto: Sutton

47 G beim Einschlag

"Das war ein heftiger Einschlag", sagte Fernando Alonso über den Crash seines Teamkollegen in der ersten Runde. "An dieser Stelle hat man um die 230 km/h drauf." Bei Räikkönens Einschlag in die Mauer auf der Wellington-Geraden hätten laut Ferrari Kräfte von 47 G geherrscht. "Das ist erstaunlich", kommentierte Felipe Massa diese Zahl. "Bei meinem Unfall in Kanada waren es 27 G."

Zuerst bestand die große Sorge, dass sich Räikkönen bei seinem Crash am Rücken verletzt haben könnte. In diesem Bereich ist der Finne anfällig, beendete 2013 die Saison bei Lotus sogar vorzeitig, um sich einer Rücken-OP zu unterziehen.

Räikkönen hat eine beachtliche Krankenankte vorzuweisen - Foto: Sutton

Kimis Krankenakte

2001 soll alles angefangen haben. In Magny-Cours hatte Räikkönen bei einem Testeinsatz einen heftigen Unfall im Sauber-Boliden. In der Imola-Schikane verlor er die Kontrolle über das Auto und schlug auf dem Weg in die Chateau d'Eau Kurve ein. Räikkönen wurde im Krankenhaus einem Check unterzogen, dabei seien aber keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt worden.

2006 der nächste Unfall. Beim Großen Preis der Türkei schlug er während des Rennens in einen Reifenstapel ein, nachdem er aus der Boxengasse wieder auf die Strecke zurückgekehrt und dabei mit Scott Speed kollidiert war. Einen Test in der folgenden Woche musste Räikkönen in der Folge des Unfalls absagen.

Kimis Crash 2006 beim Türkei GP - Foto: Sutton

Mehrfacher Rallye-Überschlag

2010 musste Räikkönen während seiner Rallye-Zeit einen Schotter-Test vor der Rallye Mexiko absagen, weil er an Rückenbeschwerden laborierte. Während der Rallye in Südamerika überschlug sich der Finne dann mehrmals in seinem Citroen C4-Boliden.

Vor dem Großen Preis von Korea 2013 sorgte Räikkönen für Aufsehen, nachdem am Freitag bekannt geworden war, dass er mit argen Rückenschmerzen kämpft. Zeitweise stand sein Einsatz beim folgenden Qualifying zur Debatte, doch der Finne biss auf die Zähne und zog das Wochenende komplett durch. Tabletten und Spritzen halfen Räikkönen durch das Rennen. Die letzten beiden Saisonrennen in Austin und Brasilien sagte er wegen seiner Rücken-Operation ab.


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