Formel 1 - Häkkinen: Kimis Rückstrittsankündigung nicht klug

Team konzentriert sich auf Alonso

Mika Häkkinen findet Kimi Räikkönens Ankündigung, am Ende der Saison 2015 zurücktreten zu wollen, nicht besonders taktisch klug.
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Motorsport-Magazin.com - "Ich werde meinen Vertrag bei Ferrari erfüllen und danach vermutlich aufhören. Ich denke, so wird es passieren", erklärte Kimi Räikkönen am Rande des Großbritannien GP. Damit dürfte die Karriere des Finnen, der mit Unterbrechungen seit 2001 in der Formel 1 fährt, im Herbst 2015 zu Ende gehen. Doch nicht alle Beobachter heißen diesen Schritt gut, so auch Räikkönens Landsmann Mika Häkkinen.

Jeder macht, was er für richtig hält, aber meiner Meinung nach war das taktisch wirklich nicht besonders klug
Mika Häkkinen

"Jeder macht, was er für richtig hält, aber meiner Meinung nach war das taktisch wirklich nicht besonders klug", schreibt der zweimalige Champion in seinem Hermes-Blog. Häkkinen erläutert: "Wenn die Mechaniker und alle anderen wissen, dass ein Fahrer die Absicht hat, seine Jacke in eineinhalb Jahren an den Nagel zu hängen, dann wird der Stall sich danach mehr um einen anderen Fahrer kümmern, in diesem Fall um Fernando Alonso."

Vielmehr vertritt Häkkinen die Ansicht, dass man seine Karriere so bald wie möglich beenden sollte, wenn man beginnt, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen. "Wenn man an Aufhören denkt, wirkt sich das negativ auf die Motivation aus", erklärt er. "Dann kann man sich auch nicht mehr ganz auf die vielen Dinge konzentrieren, die in der Formel 1 zu beachten sind."

Bodenwelle Schuld an Unfall

Bei Räikkönens heftigem Unfall in Silverstone, aufgrund dessen der Finne die jüngsten Testfahrten auslassen musste, lief es Häkkinen kalt den Rück herunter. "Ich weiß aus Erfahrung, wie grauenhaft das ist, wenn man die Leitplanke auf sich zukommen sieht und man nichts mehr machen kann", schildert er. "Im Kopf ist nur der Gedanke, hält die Leitplanke und wohin wird man geschleudert? Wenn dann der Aufprall kommt und die gewaltigen G-Kräfte auf den Körper treffen, tut es weh."

Räikkönen schlug heftig ein - Foto: Sutton

Warum sich in Silverstone ausgerechnet an jener Stelle, an der Räikkönen zurück auf die Bahn fuhr, eine Bodenwelle befand, die den Ferrari aushob, kann Häkkinen nicht nachvollziehen. "Wenn ein Formel-Wagen bei der Geschwindigkeit den Bodenkontakt verliert, kann kein Fahrer das Fahrzeug mehr kontrollieren. Ohne diese Delle wäre es in der Tat nicht zu dem Unfall gekommen", ist der 45-Jährige sicher.

Hätte Räikkönen gewusst, dass vor ihm die tückische Unebenheit lauert, hätte er sicherlich Tempo herausgenommen und dadurch womöglich den Crash mit Felipe Massa verhindert, glaubt Häkkinen. "Der Start war gerade erst vorbei und ein Fahrer ist voller Adrenalin, da will er sich nicht zurücknehmen. Ich will Kimi nicht rügen. Diese Delle dort hat Schuld", sprach er den Iceman frei.


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