Formel 1 - Marko: Saisonauftakt zwei Monate zu früh

Ziel erreichen schon ein Erfolg

Dr. Helmut Marko ist in großer Sorge um den Saisonauftakt von Red Bull. Die fehlenden Testkilometer sind eine große Bürde und der Rückstand ist groß.
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Motorsport-Magazin.com - Nach zwölf Testtagen und dem Saisonauftakt vor Augen, läuten bei Red Bull alle Alarmglocken. Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko hat nun ausgesprochen, was viele denken. "Der Saisonauftakt kommt für uns mindestens zwei Monate zu früh", sagte der Österreicher bei Servus TV. "Wir sind nicht, wo wir sein wollen und sollen."

Schwierigkeiten mit der Power Unit von Renault, mechanische Probleme, explodierende Bremsscheiben - kaum ein Problem, dass das Weltmeisterteam während der Testfahrten ausließ. Und die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Spitzenreiter Mercedes 4.972 Kilometer in Jerez und Bahrain abspulte, kam Red Bull gerade einmal auf 1.710. Aus diesem Grund schob Red Bull in Bahrain noch zwei Filmtage ein, wobei am zweiten Tag nur der RB8 zum Einsatz kommen wird.

Aktuell kämpfen alle Teams mit Renault-Power-Unit um Abschluss. Für Marko ein Problem der Zusammenführung des Autos. "Das zeitliche Problem ergibt sich dadurch, dass Renault - im Vergleich zu Ferrari und Mercedes - nur den Motor alleine am Prüfstand getestet hat, ganz ohne Getriebe", schilderte Marko. "Mit Getriebe kommen zum Beispiel thermische Probleme und Vibrationen dazu."

Aktuell kämpft Red Bull mit einem so genannten Turboloch, verriet Marko. "Das passiert bei einem Turbomotor häufiger und tritt auf, wenn elektrische Energie über die Rückgewinnungssysteme zugeführt wird. Dadurch rutscht das Auto und du verlierst an Speed", so die Erklärung des Österreichers.

"Das ist eine sehr, sehr ernste Sache", erklärte Marko zur Gesamtsituation. "Momentan wissen wir nicht, in welchem Zeitraum wir das schaffen können - und ob wir es überhaupt schaffen." Das Weltmeisterteam kämpfte bereits in der Vergangenheit mit kleineren Problemen während der Testfahrten und nahm oftmals erst während der Saison richtig Fahrt auf. 2014 scheinen die Schwierigkeiten aber wesentlich entscheidender auszufallen.

Vettel setzt auf Durchkommen

Dementsprechend gering steckt sich Weltmeister Sebastian Vettel seine Ziele. "Zunächst einmal wollen wir ins Ziel kommen. Wir sind ja noch nicht so viel gefahren. Das wäre schon ein Erfolg", resümierte der Red-Bull-Pilot. "Wenn dann die Hälfte der Fahrer ausfällt, können wir sogar ein paar Punkte mitnehmen."


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