Formel 1 - McLaren mit Trick-Flügel

Querlenker statt Beamwing

McLaren überraschte beim ersten Test mit eigenwilligen Querlenkern. Die Konstruktion soll den Verlust des Beamwings kompensieren.
von
Update: Gegenüber Motorsport-Magazin.com erklärte Jo Bauer, der Technische Delegierte der FIA, dass er keinerlei Bedenken bezüglich der Reglementkonformität der McLaren-Lösung habe. Es sei schlichtweg 'Teil der Radaufhängung' und erfülle nebenbei noch einen aerodynamischen Zweck.

Bislang konzentrieren sich die Teams in Jerez darauf, die neuen Power Units zum Laufen zu kriegen. Auf der Aerodynamik der Boliden scheint in den ersten Tagen nicht allzu viel Beachtung zu liegen. Nachdem McLaren den ersten Testtag komplett ohne Kilometer verbrachte, fuhr Jenson Button am Mittwoch als einer der ersten Piloten auf die Strecke.

So sahen Beamwings noch 2013 aus - Foto: Sutton

Und es gab eine Überraschung am MP4-29, die bei der Präsentation so nicht zu sehen war: Die hinteren Querlenker an der Hinterachse haben ein eigenartiges Profil. Im Bereich des Heckflügels haben sie die Form eines großen Luftleitblechs, außerhalb weisen sie eine normale Querlenkerkontur auf .

Doch was will McLaren damit bezwecken? Seit dieser Saison ist der sogenannte Beamwing verboten. Der Beamwing verbindet normalerweise die beiden Heckflügelendplatten unten und verbindet über eine Strebe den Flügel mit dem Chassis. Doch nicht nur für die Kraftübertragung war das Element wichtig, auch für die Effizienz des Diffusors.

Doch ist die McLaren-Lösung legal? Die anderen Teams dürften daran wohl zweifeln. Denn beim Ein- und Ausfedern bewegen sich die Querlenker nach oben und unten, somit auch der dort angebrachte Flügel. Streng genommen ist es also ein aerodynamisch bewegliches Teil. Andererseits ist es gleichzeitig ein Teil der Radaufhängung. Eine Grauzone ist da schon die Bremsbelüftung, die sich mit dem Lenkeinschlag bewegt. Dass diese nicht nur zur Kühlung der Bremsen genutzt wird, ist kein Geheimnis.

Ob der bewegliche Ersatz-Beamwing funktioniert, muss sich erst noch zeigen. Repräsentative Zeiten gibt es in Jerez noch nicht. Dazu könnte sich ein Problem auftun: Bei Kurvenfahrten nickt das Fahrzeug auf der Außenseite ein, an der Innenseite wird ausgefedert. Das könnte die aerodynamische Balance stören, weil sich der relative Abstand zum Diffusor ändert.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x