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DTM - Devise Brechstange: So überholt man in Ungarn

Mit Gewalt & Risiko

Hungaroring - ein Paradies für Prozessionen. Auch in der DTM? Motorsport-Magazin.com hat nachgehakt: So wollen die Fahrer im Rennen nach vorn kommen.
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Motorsport-Magazin.com - "Kurve 1… das war's." So lautete Bruno Spenglers Antwort auf die Frage von Motorsport-Magazin.com, wo man am besten in Ungarn überholen kann. Bei der Rückkehr der DTM an den Hungaroring nach 26 Jahren Pause deutet vieles auf eine Prozession hin, gelten Überholmanöver auf dem 4,381 km langen Kurs doch als Kunststück. "Überholen ist hier wirklich schwierig", so Spengler weiter. "Es gehört ein bisschen Glück dazu, um nach vorne zu kommen. Der Speed muss aber auch da sein." Von Startplatz neun benötigt der BMW-Pilot eine ordentliche Portion Fortune für eine satte Punkteausbeute.

Das gilt auch für Timo Scheider, der im Qualifying nur auf Platz 15 landete und die Marschroute für das Rennen klar formulierte. "Wir gehen volles Risiko", kündigte der Audi-Pilot gegenüber Motorsport-Magazin.com an. "Vielleicht muss ich ein bisschen aggressiver sein, Punkte sind das Mindest-Ziel." Das freut den Zuschauer: Angesichts der Überholproblematik könnte die Brechstange ein probates Mittel sein - ansehnliche Tür-an-Tür-Duelle sind also nicht ausgeschlossen.

Timo Scheider kündigt volles Risiko an - Foto: Audi

Die Gewalt-Variante

Es zeichnet sich ab: Allein mit der Strategie ist in Ungarn nicht viel zu holen. Auf Regen sollte auch keiner der Hinterbänkler hoffen, die Vorhersage spricht von lediglich 35 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Es muss also über den Kampf nach vorn gehen - am besten unter freundlicher Mithilfe der Reifen. "Option gegen Standard, da wird höchstens überholt", so Scheider weiter. "Alles andere ist unrealistisch. Mit den gleichen Reifen wird das hier nichts, höchstens wenn man es mit Gewalt versucht."

Mit den gleichen Reifen wird das hier nichts, höchstens wenn man es mit Gewalt versucht.
Timo Scheider

Der bevorzugte Überholpunkt ist auf dem Hungaroring kein großes Geheimnis: Ende der Start/Ziel-Geraden, auf dem Weg in die erste Kurve. Mit DRS-Action und besseren Reifen könnte es an dieser Stelle am ehesten mit dem Überholen funktionieren. "Es wird nicht einfach, aber wenn wir müssen, dann schaffen wir das", meinte Adrien Tambay. "In der ersten Kurve sind Überholmanöver möglich und auch in der letzten Kurve, wenn man den Gegner überrascht. Erwischt man einen guten Ausgang aus Kurve 1, kann man auch in der zweiten Kurve überholen."

Adrien Tambay startet von Platz 7 ins Rennen - Foto: DTM

Da Costa macht sein Ding

Gewalt, Risiko und Brechstange sind Begriffe, die Antonio Felix da Costa an diesem Wochenende aus seinem Wörterbuch gestrichen hat. Der BMW-Rookie trumpfte in dieser Saison mit starken Leistungen in den Qualifyings auf und stellte seinen Speed auch in Ungarn mit Startplatz fünf unter Beweis. Unglückliche Kollisionen sorgten allerdings dafür, dass der Portugiese in den Rennen bislang leer ausging. Das soll sich jetzt endlich ändern. "Dieses Mal haben wir eine andere Herangehensweise", verriet Da Costa im Plausch mit Motorsport-Magazin.com. "In Sachen Strategie sind wir auf der sicheren Seite. Heißt: Wir können früh zum Stopp reinkommen, wenn wir es müssen. Wir werden nicht versuchen jemanden zu undercutten, sondern machen einfach unser Ding."

Dabei könnte sich Da Costa von Startplatz fünf ruhig etwas trauen und Vordermann Maxime Martin ins Visier nehmen. Der Belgier entschied sich für einen Start auf den Standard-Reifen, während Da Costa die schnellen Options umgeschnallt hat. Den Blick in den Rückspiegel kann er sich wohl erst einmal sparen, fünf seiner Hintermänner vertrauen auf die langsamen Standard-Reifen. "Man muss den Unterschied ausnutzen, wenn man auf Options fährt und den Vorteil behalten, wenn man auf Standard-Reifen wechselt", lautete Joey Hands einfaches Erfolgsrezept.


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