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Was ist die DTM?

Die DTM (Deutsche Tourenwagen Masters), Europas populärste Motorsport-Rennserie, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die 1984 mit seriennahen Produktionswagen begann und 1996 in einer weltweit ausgetragenen Serie für Hightech-Tourenwagen gipfelte.

Nach einer dreijährigen Auszeit feierte die DTM im Jahr 2000 mit einem richtungsweisenden Konzept ein erfolgreiches Comeback. Heute gilt sie als "Königsklasse" der Tourenwagen und ist einer der größten Sportevents Europas.

Das erste Rennen der DTM wurde am 11. März 1984 in Zolder ausgetragen. Nur wenige, die damals vor Ort waren, dürften geahnt haben, dass sie Zeitzeugen der Geburt einer der populärsten und spektakulärsten Rennserien der Geschichte waren. Selbst Volker Strycek nicht, der 1984 mit einem selbst vorbereiteten BMW 635 CSi des Gubin-Teams der erste Meister der DTM wurde und als Opel Motorsportchef noch bis vor kurzem einer ihrer größten Förderer war.

Über 200 DTM-Veranstaltungen wurden inzwischen ausgetragen. Die Liste der Automobilhersteller, die sich in der DTM engagiert haben, ist lang. Noch länger ist die Liste der Stars, die an den Start gingen und die Serie geprägt haben - von Ellen Lohr bis Nicola Larini, Klaus Ludwig bis Keke Rosberg, Hans-Joachim Stuck bis Kurt Thiim. Sie alle verbindet eines: Sie sind Fans der DTM geblieben, auch wenn sie nicht mehr aktiv dabei sind. Aber ein Teil der DTM-Geschichte werden sie immer bleiben.

Das Sportliche Reglement

Meisterschaftswertungen

Der Titel "DTM-Champion" wird an den Fahrer vergeben, der am Saisonende die höchste Punktzahl erreicht hat. Es werden alle Ergebnisse eines Fahrers gewertet. Der Titel "DTM-Team-Meister" wird an das Team vergeben, dessen Fahrer die höchste Punktzahl erreicht haben. Es werden die Punkte von maximal zwei Fahrern eines Teams addiert.

Punktesystem

Genau wie in der Formel 1 werden Punkte für die Plätze eins bis acht gemäß dem Schlüssel 10 - 8 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 vergeben.

Start

Der Start in der DTM erfolgt wie in der Formel 1 stehend. Die Startaufstellung erfolgt in Startreihen, die 1 x 1 versetzt sind. Der Abstand zwischen den Startreihen beträgt jeweils acht Meter.

Pflicht-Boxenstopps

Auch 2010 stehen weiterhin zwei Pflichtboxenstopps auf dem Plan, die innerhalb eines bestimmten Fensters absolviert werden müssen. Bisher öffnete sich das Fenster, wenn die Spitze in die zuvor bestimmte Runde ging. Ab sofort sind Boxenstopps erst erlaubt, wenn das führende Fahrzeug in der zuvor bestimmten Runde die erste Pace-Car-Linie überfahren hat.

Während des Wertungslaufes muss jeder Fahrer zwei Pflicht-Boxenstopps einlegen, bei denen jeweils alle vier Räder gewechselt werden können. Der erste Pflicht-Boxenstopp darf erst absolviert werden, wenn das führende Fahrzeug eine zuvor festgelegte Anzahl an Runden zurückgelegt hat. Bei jedem Boxenstopp darf der Inhalt einer DTM-Einheitstankkanne (20 Liter) nachgetankt werden. Bei jedem Pflicht-Boxenstopp muss auf jeder Fahrzeugseite eine orange Signallampe aktiviert werden. So können die Zuschauer erkennen, wie viele Pflichtstopps ein Fahrer bereits absolviert hat.

Tempolimit

Während der gesamten Veranstaltung beträgt die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Boxengasse 80 km/h. Ausnahmen gibt es für die besonders engen Boxengassen am Norisring und in Zandvoort. Dort beträgt die Höchstgeschwindigkeit 60 km/h.

Training

Das einst als Kostenbremse angepriesene ultralange Training am Samstagvormittag hat nach nur einer Saison ausgedient. Ab sofort testet die DTM in zwei Teilen. Nach dem Roll-Out am Freitagmittag gibt es ein Freies Training über 90 Minuten, weitere 90 Minuten sind am Samstagvormittag vor dem Qualifying angesetzt.

Qualifying

In der DTM bleibt das Qualifying weiterhin in vier Teile gesplittet. In der ersten Runde scheiden vier Fahrzeuge aus, weitere sechs Fahrer dürfen sich im zweiten Teil verabschieden. Die acht restlichen Fahrer dürfen im dritten Teil des Qualifyings nur noch einen Reifensatz verwenden, vier von ihnen ziehen in das Finale ein. Dort muss mit den selben Reifen gefahren werden. Im Gegensatz zum Vorjahr gehen die Autos im Quali-Abschnitt vier einzeln auf ihre fliegende Runde.

Seit 2006 erfolgt das Qualifying nach dem so genannten Shoot-out-Prinzip. Zunächst sind dabei alle 18 Autos für 14 Minuten auf der Strecke. Die 14 Schnellsten qualifizieren sich für die nächste Runde, die vier langsamsten kommen in den Parc Fermé und haben sich in der Reihenfolge der gefahrenen Zeiten für die Startplätze 15 bis 18 qualifiziert. Nach einer siebenminütigen Pause gehen die 14 Schnellsten erneut auf die Strecke. Diesmal haben sie zehn Minuten Zeit, um unter die ersten Acht zu fahren. Die Fahrer, die nicht unter die besten Acht kommen, belegen die Plätze neun bis 13 in der Startaufstellung.

Nach wiederum sieben Minuten Pause fahren die schnellsten Acht um den Einzug in das Finale. Die besten vier Fahrer starten dann in einem Einzelzeitfahren um die Pole-Position. Die gefahrenen Bestzeiten gelten nur für die jeweilige Session. Die Reifensätze im Qualifying sind auf fünf limitiert. Nachtanken ist nur nach der ersten Session erlaubt.

Rennlänge

Nach den Rennen muss in diesem Jahr nur noch ein halber Liter Sprit im Tank verbleiben, 2009 war es noch ein ganzer Liter mehr. Mit der Extra-Portion Sprit wird auf einigen Strecken eine längere Distanz gefahren, in Brands Hatch ist die DTM zum Beispiel acht Runden länger unterwegs.

Zeitplan

Freitag
12:20 - 12:50 Uhr Roll-out
15:15 - 16:45 Uhr Freies Training 1
Samstag
09:30 - 11:00 Uhr Freies Training 2
13:45 - 14:41 Uhr Qualifikation
Sonntag
14:00 - 15:00 Uhr Rennen

Zeiten können je von Veranstaltung geringfügig abweichen.

Das Technische Reglement

Basis- und Zusatzgewichte

In den letzten Jahren hat die siegreiche Marke nach einem Sieg fünf Kilogramm Ballast in die Autos einladen müssen, die unterlege Marke durfte ihre Boliden um jeweils fünf Kilogramm erleichtern. Dieses Handicap ist 2010 nicht mehr vorhanden - die Autos sind durch die Einfrierung des Reglements ohnehin ausbalanciert. Die Neuwagen wiegen bei allen zehn Rennen der Saison 1.050 Kilogramm, die Fahrzeuge aus 2008 bringen mit fünf Kilogramm weniger nun 1.025 Kilogramm auf die Waage.

Wie bereits im Vorjahr sind auch in der Saison 2010 drei verschiedene Fahrzeuggenerationen vertreten. Die Basisgewichte sind folgendermaßen festgelegt:

Fahrzeuge des Baujahrs 2009: 1.050 Kilogramm
Fahrzeuge des Baujahrs 2008: 1.025 Kilogramm

Aerodynamik

Die Aerodynamik ist, so zum Beispiel mit einem einheitlichen Heckflügel, auch 2010 eng reglementiert, und darf seit der Einfrierung im August 2009 nicht mehr weiterentwickelt werden.

Bremsen

Die Kohlefaserbremsen, darunter Bremsklötze und -sättel, sind für alle Fahrzeuge vereinheitlicht. Je Fahrzeugachse und Fahrerpaarung eines Teams stehen pro Saison sechs Bremsscheiben zur Verfügung.

Elektronik

Kern der Fahrzeugelektronik ist ein einheitliches Steuergerät von Bosch. Die Datenübertragung zwischen Fahrzeug und Kommandostand während der Fahrt ist untersagt.

Getriebe

Die Fahrzeuge sind mit sequentiellen Getrieben ausgestattet, die ein manuelles Kuppeln beim Gangwechsel überflüssig machen. Zur Wahl stehen zwei verschiedene von Zulieferern stammende Getriebe/Differential-Einheiten.

Motoren

Die ca. 470 PS starken Motoren aller Fahrzeuge sind auf 8 Zylinder Winkel von 90 Grad, maximal vier Liter Hubraum und maximal vier Ventile je Zylinder reglementiert. Für die beiden Piloten eines Teams sind je Saison gemeinsam drei Motoren zugelassen.

Reifen

Beide Hersteller bedienen sich eines von Dunlop gestellten Einheitsreifens. An der Vorderachse werden Reifen des Formats 265/660-R18 verwendet, an der Hinterachse 280/660-R18. Je Rennwochenende und Fahrzeug steht ein Kontingent von zehn mal vier Trockenreifen zur Verfügung. Zusätzlich stehen Regenreifen bereitet, die ein spezielles Profil sowie eine weichere Gummimischung bieten.

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