DTM - Budapest: Der Favoriten-Check

Wer stoppt BMW?

BMW diktierte das Qualifying in Budapest. Wittmann und Glock genießen freie Sicht aus Reihe 1, doch ein Stachel im Fleisch und ein Überraschungskandidat lauern.
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Motorsport-Magazin.com - Marco Wittmann war am Samstag eine Klasse für sich und holte sich die Pole Position, nachdem er in allen drei Qualifying-Segmenten die Bestzeit gesetzt hatte. Dass neben ihm sich Timo Glock in einem weiteren BMW einsortierte, war sinnbildlich für die Dominanz der Münchner: Sechs BMWs starten aus den Top-10, fünf davon von den ersten sechs Plätzen. "Wir haben damit unser bestes Ergebnis seit unserer Rückkehr in die DTM eingestellt", verkündete Jens Marquardt stolz. Kann jemand BMW in die Suppe spucken? In der aussichtsreichsten Position befindet der bisherige Pechvogel Miguel Molina. Oder würfelt der Regen wieder alles durcheinander?

Marco Wittmann präsentierte sich in Ungarn in Bestform - Foto: DTM

Marco Wittmann, Pole Position:Er hatte bislang alles unter Kontrolle. Marco Wittmann dominierte nach Belieben und konnte immer das nötige Quäntchen schneller fahren als die Konkurrenz. "Ich konnte alles mit dem Auto machen was ich wollte", sagte er hocherfreut. Wenn der M4 am Sonntag auch so gut liegen sollte, würde einem zweiten Saisonsieg nichts im Weg stehen. Die einzige Befürchtung ist das Wetter, doch auch abgesehen davon gibt es Risikofaktoren: "Der Start ist entscheidend. Ich brauche eine gute erste Kurve und eine gute erste Runde." Sollte es trocken bleiben, wäre das der Schlüssel. Ist jemand nach Turn 1 vor ihm, kann es schwierig werden.

Wie gut startet Glock von der schmutzigen Seite? - Foto: DTM

Timo Glock, Startplatz 2: So gut platziert war der ehemalige Formel-1-Pilot im Qualifying noch nie. Timo Glock hat von Platz zwei aus durchaus Chancen, seinen zweiten DTM-Sieg zu landen. Von der Papierform spricht nichts dagegen, wie er selbst weiß: "Der Hungaroring scheint mir wirklich zu liegen. Vielleicht sollte ich demnächst einen zweiten Pass und die ungarische Staatsbürgerschaft beantragen, so gut wie es hier läuft." Allerdings war Timo Glock im Training bei weitem nicht so konstant wie Marco Wittmann - doch mit einem guten Start wäre alles möglich. Dabei muss er aber von der schlechten Seite starten und auf Molina achten.

Miguel Molina: Der Start wird entscheiden - Foto: DTM

Miguel Molina, Startplatz 3: Der Stachel im Fleisch der BMWs ist heiß: Nach zwei Disqualifikationen saß der Spanier ausnahmsweise einmal in einem regelkonformen Auto und will so endlich ein Resultat einfahren, das seinem Speed gerecht wird. Optimistisch ist er aber nicht: "Ich glaube, dass wir nicht mehr im Köcher hatten. Heute waren die BMWs sehr schnell." Für ihn spricht, dass er auf der sauberen Seite startet. Glock könnte er damit gleich überrumpeln; sollte Wittmann schlecht wegkommen wer sogar die Führung drin. Und dann wäre alles möglich. Bei Regen übrigens auch.

Ein Safety Car könnte der Schlüssel für Maxime Martin sein - Foto: DTM

Maxime Martin, Startplatz 4: Der Überraschungskandidat: Maxime Martin war das ganze Wochenende über stark aufgelegt und könnte ein entscheidendes Wörtchen um den Sieg mitreden. Er fährt eine antizyklische Strategie: Start auf dem Standardreifen, später der Wechsel auf Option. Ein Safety Car im Laufe des Rennens würde dem Belgier sehr in die Karten spielen. Die entscheidenden Fragen sind: Wie viele Fahrzeuge muss er im ersten Stint durchlassen, und wie schnell kommt er auf Option-Reifen wieder nach vorn? Und bei Regen? Da steht sein Können seit dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2013 außer Frage.

Mike Rockenfeller muss um seine Tabellenführung zittern - Foto: DTM

Mike Rockenfeller, Startplatz 13: Für den Tabellenführer sieht die Situation gar nicht gut aus: Rockenfeller wird bei seiner Startposition nur ein Wunder helfen - oder der Regen. Oder ein Safety Car zum richtigen Zeitpunkt. Was auch immer es sein wird, unter trockenen Bedingungen ohne Safety Car wird er froh sein können, wenn ein paar Punkte herausspringen. "Das Auto war schwierig zu fahren, und damit müssen wir jetzt im Rennen klarkommen", sagte der amtierende Meister enttäuscht.


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