Wie in den vergangenen Jahren auch, wird die Tourenwagen-Weltmeisterschaft erst beim Finale entschieden. Auch in dieser Saison hat BMW noch einige Eisen im Feuer, doch nur eins davon ist richtig heiß. Obwohl er in Monza keinen einzigen Zähler holte, liegt Andy Priaulx noch an der Spitze der Gesamtwertung. Bei den letzten beiden Läufen in den Straßenschluchten von Macau darf sich der Brite keine Fehler leisten, wenn er seinen Titel verteidigen will. Yvan Muller aus dem Seat-Lager liegt gleichauf.
"Es ist nicht möglich, Vorhersagen zu treffen. Wir werden abwarten müssen, wie sich die Konkurrenz in Macau präsentiert. Wichtig ist, dass wir die bestmögliche Arbeit leisten. Alles andere hat man im Sport nicht in der Hand", meint Priaulx. Der BMW-Pilot weiß, dass man die drehmomentstarken Seats nicht unterschätzen darf. Ausgerechnet Yvan Muller fährt einen dieser Löwen.

Ein großer Vorteil liegt jedoch auf der Seite von Priaulx. Wenn es in die spannende Endphase geht und die Titelentscheidung ansteht, bewahrt er einen kühlen Kopf. Nicht umsonst hat der 33-Jährige in den letzten drei Jahren zwei WM-Titel und den letzten Gesamtsieg in der ETCC geholt. "Ich liebe die spezielle Anspannung, die sich vor dem Finale einer langen Saison aufbaut", verrät der amtierende Meister. "Natürlich freue ich mich, dass ich bereits zum fünften Mal hintereinander die Gelegenheit habe, bis zum Schluss um einen großen Titel zu kämpfen. Dieser Titelkampf sorgt naturgemäß für die größte Motivation."
Mindestens so motiviert wie ihr Markenkollege, aber mit weitaus geringeren Chancen auf den WM-Titel, reisen Augusto Farfus und Jörg Müller nach Asien. Die beiden Schnitzer-Piloten liegen zehn, respektive 15 Punkte hinter dem Tabellenführer. "Ich bin bis in die Zehenspitzen motiviert, in Macau meine beste Leistung zu zeigen", erklärt der junge Brasilianer, der in dieser Saison bereits drei Läufe gewinnen konnte - einen mehr als Priaulx. Beim Finale will Farfus zunächst alles dafür geben, den Markentitel für BMW perfekt zu machen. "Dann werde ich alles geben, um meinen ersten WM-Titel zu erringen."
"Ich weiß natürlich, dass es schwierig wird, den Fahrertitel zu holen, wenngleich ich rechnerisch noch im Rennen bin", weiß Jörg Müller. Auch der Hückelhovener will zunächst alles für seinen Arbeitgeber geben: "Wir haben den Markentitel zu verteidigen und werden alles dafür tun, damit BMW dies gelingt."

diese WTCC Nachricht