Nach der doppelten Nullrunde sah es für Jörg Müller in der Meisterschaft schon ganz bitter aus. Anstatt die Führung in der Gesamtwertung zu verteidigen verlor der Hückelhovener beinahe ein Dutzend Punkte auf Andy Priaulx und Augusto Farfus. In der Qualifikation von Brünn war dann schon fast alles vergessen. Müller mischte fröhlich an der Spitze mit und sicherte sich einen Startplatz im BMW-Quartett am Kopf des Feldes.

Jörg Müller fällt zusammen mit seinem Markenkollegen über Rob Huff her, Foto: Sutton
Jörg Müller fällt zusammen mit seinem Markenkollegen über Rob Huff her, Foto: Sutton

Wenige Stunden nach dem Zeittraining folgte die erste Ernüchterung. Jörg Müller fuhr seine schnellste Zeit unter gelb. Für den BMW-Piloten ging es vier Plätze auf die siebte Startposition nach hinten. Wie schon in Zandvoort ließ sich der Deutsche nicht von seiner schlechten Ausgangsposition abschrecken. Ratzfatz ging es nach vorne, Belohnung für den tollen Start war ein Platz auf dem Podium. Im zweiten Rennen konnte Müller dieses Resultat trotz der umgekehrten Startreihenfolge noch toppen. Wieder ging es von Platz sieben nach vorne, diesmal sogar bis ganz oben.

Nach dem Auftaktsieg in Curitiba war es der zweite Saisonsieg für ewigen Vizechampion. Insgesamt durfte sich Müller in Brünn 18 Zähler gutschreiben lassen, nur James Thompson erzielte in dieser Saison ein besseres Ergebnis. In der Gesamtwertung sieht es derweil auch wieder rosiger aus. Müller liegt auf dem zweiten Platz, nur noch vier Punkte hinter seinem Schnitzer-Gefährten Farfus. "Unser Team führt nun in der Meisterschaft, dass ist das Wichtigste", so Müller nach dem Wochenende.

"Es ist fantastisch, mit 45 Kilogramm Ballast einen Sieg und einen zweiten Platz errungen zu haben. Das ganze Team hat hart gearbeitet, und wir haben uns vor allem darauf konzentriert, meine Qualifying-Performance zu verbessern. Das war der Schlüssel zu diesem Ergebnis", sagte Müller, der schon in Porto die nächste Gelegenheit hat, seinen Erfolg zu wiederholen.