9000 Kilometer und zwei Wochen extrem harte Arbeit, Rückschläge, Höhen und Tiefen sind vorbei: Die 28. Rallye Dakar nahm am Sonntag ein - trauriges - Ende. In der ersten Woche wurde Motorsport vom Feinsten geboten: Die VW- und Mitsubishi-Piloten lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, bei dem es oft nur um Sekunden ging. Zwischendurch sorgten die Schlesser-Buggys mit mehreren Etappen-Siegen für Aufsehen.
Die zweite Woche wurde jedoch vom Tod dreier Menschen überschattet: Am Montag verstarb der Motorrad-Pilot Andy Caldecott nach einem Sturz. Am Freitag wurde ein 14 jähriger Afrikaner von einem Auto mitgerissen und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Am Samstag kam ein 12-jähriger Junge nach einem Zusammenprall mit einem Truck ums Leben.
Entsprechend entschieden die Organisatoren die letzte und 15. Etappe nicht zu werten. Die Fahrer brachten also ihre Fahrzeuge sicher und mit gemäßigtem Tempo ins Ziel. Es siegte der ehemalige Skiabfahrt-Weltmeister Luc Alphand. Der Mitsubishi-Pilot lieferte die zwei Wochen über eine tadellose Leistung, ging keine unnötigen Risiken ein und hatte am Ende knappe 18 Minuten Vorsprung auf Giniel de Villiers.
"Auf meiner ersten Rallye Dakar landete ich im Hubschrauber und ich wollte nicht, dass mir das noch einmal passiert", sagte Alphand. "Ich wusste, dass wir eine gute Chance auf den Sieg hatten. Das Team hat sehr hart an der Weiterentwicklung des Wagens gearbeitet und ich denke, dass wir in den 15 Tagen das bessere all-round Team waren. Es ist fantastisch die Rallye Dakar zu gewinnen. In meiner Skikarriere erlebte ich viele Höhen und Tiefen, aber das ist etwas ganz anderes."
Damit schnitt de Villiers als bester VW-Pilot an. Der 33-jährige Südafrikaner bestritt zum vierten Mal die Rallye Dakar und lag ab der achten Etappe ständig unter den Top-3-Piloten. "Es war eine tolle Rallye, und mit dem zweiten Rang bin ich natürlich zufrieden", mache de Villiers klar. "Es ist für uns und für das Team ein schöner Erfolg. Jeder im Volkswagen Team hat einen tollen Job gemacht. Es war bis zuletzt spannend, und es hätte auch anders ausgehen können. Der Sieg war grundsätzlich möglich - viel hat nicht gefehlt."
Den dritten Platz auf dem Podest nimmt der Mitsubishi-Pilot Joan Roma ein, der erst im Oktober 2005 von den Japanern unter Vertrag genommen wurde. "Das war eine fantastische Rallye von Beginn an", schwärmte Roma. "Es war die ganze Zeit über sehr eng, aufregend und schwierig für die Fahrer und Co-Piloten. Für mich ist es toll auf das Podest zu fahren. Ich bin Teil eines tollen Mitsubishi-Teams und jeder hat sehr hart für diesen Erfolg gearbeitet."
Für Stéphane Peterhansel ist das Ergebnis dagegen eine Enttäuschung. Der Franzose und Vorjahressieger führte souverän bis zur 12. Etappe, als er mit einem Baum kollidierte und drei Stunden verlor. Peterhansel schaffte es schließlich auf Platz vier.
"Ich machte vor ein paar Tagen einen Fehler und bei der Stärke des Fahrerfeldes war es nicht mehr möglich den Fehler wettzumachen", so Peterhansel. "Ob du Vierter oder Fünfter wirst spielt keine Rolle. Ich bin enttäuscht, denn ich hätte den Hattrick schaffen können, aber Mitsubishi hat gesiegt und das ist das Wichtigste."
Unmittelbar hinter Peterhansel folgt Mark Miller, zweitbester VW-Pilot. Miller, der erst seinen zweiten Einsatz für Volkswagen bestritt und zum dritten Mal bei der Rallye Dakar startete, überraschte viele etablierte Gegner mit seinem kalkuliert hohen Tempo. Zwei Überschläge auf der siebten Etappe verhinderten ein besseres Ergebnis für Miller. "Ich bin von meinem ersten ‚Dakar´-Einsatz im Team von Volkswagen Motorsport absolut begeistert", machte Miller klar. "Die gesamte Mannschaft ist sehr professionell und engagiert. Der Race Touareg 2 ist schon jetzt ein Auto, mit dem man gewinnen kann. Auch die Zusammenarbeit mit Dirk hat richtig viel Spaß gemacht."
Die Deutsche Jutta Kleinschmidt schied dagegen auf der elften Etappe wegen einer irreparablen Beschädigung an der Radaufhängung als Folge eines Unfalls aus. Damit kam eine schöne Serie zum Ende: Jutta Kleinschmidt und Fabrizia Pons waren bislang mit Volkswagen stets im Ziel.
"Für Volkswagen war es eine erfolgreiche Rallye", so Kleinschmidt. "Ein zweiter Rang mit nur einem knappen Rückstand auf den Sieger ist eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Wir hätten natürlich gerne gewonnen, aber Erfolge kann man nicht programmieren. Die erste Woche ist sehr gut gelaufen, es war ein sehr enger Kampf. Zum Teil lagen die Top Drei innerhalb von 30 Sekunden. Ich persönlich hätte mir mehr Sand gewünscht, obwohl wir dort noch ein kleines Defizit haben. Unser Ausfall war unglücklich, doch wir hatten das Rennen schon vorher beim Festfahren verloren. Aber wir wären die Rallye sehr gerne zu Ende gefahren."
Das Gesamtergebnis
1. Luc Alphand Mitsubishi Pajero Evolution 53:47.32 Std.
2. Giniel de Villiers Volkswagen Race Touareg 2 + 17.53 Min.
3. Joan Roma Mitsubishi Pajero Evolution + 1:50.38 Std.
4. Stéphane Peterhansel Mitsubishi Pajero Evolution + 3:20.24 Std.
5. Mark Miller Volkswagen Race Touareg 2 + 3:23.25 Std.
6. Jean-Louis Schlesser Schlesser-Ford + 4:09.23 Std.
7. Carlos Sousa Nissan Pick-up + 5:40.11 Std.
8. Bruno Saby Volkswagen Race Touareg 2 + 8:14.45 Std.
9. Guerlain Chicherit BMW X3 + 8:25.13 Std.
10. Thierry Magnaldi Schlesser-Ford + 8:25.57 Std.
11. Carlos Sainz Volkswagen Race Touareg 2 + 10:03.46 Std.

diese WRC Rallye Nachricht