Kaum Zeit zum Luftholen: Nur etwas mehr als zwei Monate nach dem Finale 2005 in Australien geht die Rallye-Weltmeisterschaft am übernächsten Wochenende in ihre neue Saison. Damit blieb den Protagonisten und Fans nur wenig Zeit, sich mit den zum Teil einschneidenden Änderungen innerhalb der Rallye-Weltmeisterschaft vertraut zu machen. Dazu zählt unter anderem, dass mit dem Saisonauftakt in Monte Carlo am übernächsten Wochenende BFGoodrich die Aufgaben als Reifenpartner der Teams von Citroën, Ford und Skoda übernimmt und zudem noch als alleiniger Ausrüster für die Teilnehmer der Junior-Weltmeisterschaft in Erscheinung tritt. Die amerikanische Reifenmarke blickt auf eine ebenso lange wie erfolgreiche Motorsport-Geschichte zurück. So gewann BFGoodrich Tires zuletzt beispielsweise 20 Mal in Folge den berühmt-berüchtigten Offroad-Klassiker "Baja 1000", während bei der Rallye Dakar derzeit alles auf den fünften Gesamtsieg in Folge hindeutet. Mit dem Eintritt in die Rallye-Weltmeisterschaft möchte BFGoodrich nun auf einer weiteren Bühne Erfolge feiern.
Die beiden werksunterstützten BFGoodrich Partner Citroën und Ford nehmen die Rallye-Weltmeisterschaft 2006 in der so genannten "Manufacturer 1"-Wertung (M1) in Angriff. Die ebenfalls werksunterstützte Skoda-Abordnung sowie ein weiteres privates Ford-Team - beide vertrauen ebenfalls auf Pneus der amerikanischen Reifenmarke - haben sich hingegen als "Manufacturer 2" (M2) eingeschrieben. Der Unterschied: Während die M1-Teams bei allen 16 Saisonläufen mit zwei Fahrern an den Start gehen, verpflichten sich die M2-Equipen, bei mindestens zehn Rallyes anzutreten. Punkte für die Markenweltmeisterschaft können beide sammeln.
"Manufacturer 2"-Teams dürfen nur Fahrer einsetzen, die in den vergangen fünf Jahren nicht unter den ersten Sechs der Rallye-WM-Gesamtwertung landeten. Ihre Fahrzeuge müssen zudem dem Reglement der Saison 2005 entsprechen und dürfen keine Komponenten enthalten, die nach dem 2. Januar 2006 homologiert wurden. Derartige Einschränkungen gelten für die Teams der M1-Wertung nicht. Ihre rund 300 PS starken Turbo-Allradler entsprechen dem WRC-Reglement 2006. Dieses verbietet unter anderem den Einsatz aktiver Front- und Heck-Differenziale sowie zusätzlicher Wasserkühlsysteme wie zum Beispiel für den Ladeluftkühler des Turboladers.
Als weitere Maßnahme zur Kostenreduzierung müssen die Motoren der M1-Fahrzeuge jeweils bei zwei aufeinander folgenden Läufen zum Einsatz kommen. Ähnliches gilt bei ausgewählten Rallye-Kombinationen auch für Fahrwerk, Getriebe und Differenziale. Die Anzahl der pro Saison zugelassenen Chassis ist in der M1-Wertung auf acht pro Zwei-Wagen-Team beschränkt. In Ausnahmefällen kann die oberste Motorsportbehörde FIA den Bau von bis zu zwei weiteren Chassis erlauben.
Erste Bewährungsprobe in Monte Carlo
Die Rallye Monte Carlo - Höhepunkt und Auftakt der Saison zugleich - zeichnet sich im Januar vor allem durch ihre Unberechenbarkeit aus: In den bitterkalten Seealpen können sich trockener und nasser Asphalt sowie Schnee und Eis in einer einzigen Wertungsprüfung abwechseln. Nur wer einen kühlen Kopf bewahrt und den richtigen Pneu aus der beinahe unüberschaubaren Vielfalt des Angebots wählt, rollt als Erster über die Zielrampe im Hafen von Monaco.
"Wir profitieren bei unserem Engagement natürlich von den Erfahrungen, die wir mit Michelin in den vergangenen drei Jahrzehnten gesammelt haben", erklärt Aimé Chatard, bei BFGoodrich verantwortlich für das Rallye-Programm. "Unsere Asphalt-, Schotter- und Schneereifen bauen technologisch auf den Michelin-Pneus auf."
Anfang Dezember 2005 - praktisch unmittelbar nach dem Saisonfinale in Australien - begann BFGoodrich mit umfangreichen Testfahrten als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2006. Somit zeigen sich die Experten von BFGoodrich bestens gerüstet, an die Erfolgsgeschichte von Michelin nahtlos anzuknüpfen.

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