Auf der 9. Etappe der Rallye Dakar ereignete sich ein Unfall mit tödlichem Ausgang. Um 11:31 Uhr stürzte der australische KTM-Motorrad-Pilot Andy Caldecott und war auf der Stelle tot. "Bei Kilometer 250 hatte der Motorrad-Pilot einen schweren Unfall und starb", hieß es seitens der Organisatoren. "Wir schickten sofort einen Hubschrauber zur Unfallstelle. Dieser landete um 11:55 Uhr. Die Ärzte konnten traurigerweise nur den Tod des Fahrers feststellen."
Die letzte mauretanische Etappe von Nouakchott nach Kiffa war mit 599 Kilometern die längste der Rallye Dakar in diesem Jahr. Stéphane Peterhansel nutzte dabei seine gesamte Erfahrung beim Durchqueren der Dünen und feierte seinen dritten Etappensieg. Dabei kam Peterhansel acht Minuten vor seinem Teamkollegen Luc Alphand ins Ziel. "Ich glaube, dass letztes Jahr auf der gleichen Etappe Meoni verstrorben ist", sagte ein trauriger Peterhansel. "Das ist eine verfluchte Etappe. Wir versuchen die Sicherheit bei der Rallye Dakar zu verbessern, aber sie bleibt gefährlich, insbesondere für die Motorradfahrer. Das ist unerklärlich. Ich sah Andy am Boden liegen und dachte direkt ans Schlimmste. Dieser Gedanke hatte mich den ganzen Tag über beschäftigt."
Mitsubishi-Teamdirektor Dominique Serieys beleuchtete unterdessen die sportlichen Aspekte nach den Mauretanien-Etappen: "Wir können nun sagen, dass wir auf den drei mauretanischen Etappen eine gute Performance gezeigt haben. Unsere Positionen sind nun etwas komfortabler, aber es kann immer etwas passieren und man weiß nie, was hinter der nächsten Kurve steckt. Wir müssen konzentriert bleiben und dürfen keine Fehler begehen. Aber Stéphane und Luc haben heute einen tollen Job gezeigt."
Und so allmählich wird die Rallye Dakar zu einem Duell der beiden Mitsubishi-Piloten, denn die Konkurrenz verlor erneut viel Zeit. Immerhin konnte Giniel de Villiers seinen dritten Platz verteidigen, obwohl er 28 Minuten hinter Peterhansel ins Ziel kam. "Nach 150 Kilometern hatte ich hinten rechts einen Reifenschaden", berichtete de Villiers. "Der hydraulische Wagenheber hat leider nicht funktioniert und wir haben rund 15 Minuten verloren. Wir wollten keine weiteren Reifen wechseln und haben deshalb im Gelände den Luftdruck variiert."
Auf Platz vier beendete die Deutsche Jutta Kleinschmidt die Etappe und liegt im Gesamtklassement weiterhin auf Platz fünf hinter Joan "Nani" Roma im Mitsubishi. "Leider fielen etwa 100 Kilometer vor dem Ziel die Ventilatoren der Wasserkühlung aus", sagte die Deutsche. "Für fünf Kilometer in den Dünen haben wir 40 Minuten benötigt und sogar die Heizung eingeschaltet, um eine bessere Kühlwirkung für den Motor zu erzielen."
Carlos Sainz, am dritten Kontrollpunkt mit 30 Sekunden Vorsprung noch Schnellster des Tages, blieb 24 Kilometer vor dem Ende der Prüfung stehen und überquerte mit mehr als zwei Stunden Rückstand die Ziellinie. "Unsere Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei dem tödlich verunglückten Motorradfahrer Andy Caldecott und seinen Hinterbliebenen, denen wir unser ganzes Mitgefühl ausdrücken", sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen. "Dahinter tritt das sportliche Geschehen zurück. Während Carlos bis kurz vor dem Ziel die Chance hatte, die Etappe zu gewinnen, haben Jutta und Giniel leider Boden auf Mitsubishi verloren. Wir müssen warten, bis Carlos im Biwak ist, um die genaue Ursache für seinen Rückstand zu erfahren."
Morgen werden die Piloten Mauretanien verlassen und von Kiffa nach Kayes in Mali fahren. Mit 283 Wertungskilometern steht eine verhältnismäßig Kurze Etappe auf dem Programm.
Das Ergebnis der 9. Etappe
1. Stéphane Peterhansel Mitsubishi Pajero Evolution 6:52.45 Std.
2. Luc Alphand Mitsubishi Pajero Evolution 7:01.29 Std.
3. Giniel de Villiers Volkswagen Touareg 7:20.45 Std.
4. Jutta Kleinschmidt Volkswagen Touareg 7:42.43 Std.
5. Joan Roma Mitsubishi Pajero Evolution 7:45.24 Std.
6. Bruno Saby Volkswagen Touareg 7:51.03 Std.
7. Mark Miller Volkswagen Touareg 7:59.44 Std.
8. Thierry Magnaldi Schlesser Buggy 8:07.47 Std.
Das Gesamtklassement
1. Stéphane Peterhansel Mitsubishi Pajero Evolution 34:36.26 Std.
2. Luc Alphand Mitsubishi Pajero Evolution + 9.16 Min.
3. Giniel de Villiers Volkswagen Race Touareg 2 + 54.16 Min.
4. Nani Roma Mitsubishi Pajero Evolution + 1:36.14 Std.
5. Jutta Kleinschmidt Volkswagen Race Touareg 2 + 1:56.24 Std.
6. Thierry Magnaldi Schlesser-Ford + 2:48.42 Std.
7. Mark Miller Volkswagen Race Touareg 2 + 3:19.12 Std.
8. Jean-Louis Schlesser Schlesser-Ford + 3:55.43 Std.
9. Carlos Sousa Nissan Pick-up + 5:08.31 Std.
10. Bruno Saby Volkswagen Race Touareg 2 + 8:14.35 Std.
13. Carlos Sainz Volkswagen Race Touareg 2 + 10:18.47 Std.

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