Die 7. Etappe der Rallye Dakar von Zouerat nach Atar hat das Klassement kräftig durchgewirbelt und die Träume vieler Fahrer zerstört. Während die Abstände unter den Top-Piloten gestern noch im Sekunden- und Minutenbereich lagen, liegt der Siebtplazierte nun bereits über eine Stunde hinter dem Führenden zurück. Dieser heißt Luc Alphand! Der Franzose hielt sich aus allem Ärger raus und beendete die Etappe auf dem zweiten Platz.

"Es ist schön nach der ersten richtigen sandigen Etappe in Führung zu liegen", machte Alphand klar. "Aber der Weg ist noch sehr lang. Ich bin heute vier Mal stecken geblieben und wir haben 15 Minuten im Kamelgras verloren. Ich bin dennoch froh ohne Probleme in Atar angekommen zu sein, während andere Teams noch in der Wüste stecken."

Etappensieger war Stéphane Peterhansel, der damit seine zweite Etappe gewann und im Klassement auf den zweiten Platz vorrückte - 3.12 Minuten hinter Alphand. "Das war eine sehr schwierige Etappe mit viel Sand und Kamelgras", sagte der Vorjahresgewinner. "Es ging darum gut zu navigieren und nicht stecken zu bleiben. Ich hatte einen Plattfuß und verlor dadurch Zeit, aber insgesamt war es ein positiver Tag für uns."

Die Mitsubishis haben heute massiv zurückgeschlagen. Bei VW war es dagegen kein einfacher Tag. Der gestern noch führende Giniel de Villiers kam vom rechten Weg ab und verfuhr sich. Dabei verlor der Südafrikaner viel Zeit. "Die Navigation war heute extrem schwierig", so de Villiers. "Nach 20 Kilometern haben wir uns verirrt, wie auch die beiden Buggys vor uns. Nur durch einen Hubschrauber am Horizont haben wir wieder den richtigen Weg erkannt. Außerdem platzte einmal der linke Hinterreifen."

Bruno Saby blieb unterdessen zweimal wegen technischen Problemen liegen, während Carlos Sainz in den Dünen stecken blieb. Der Spanier kam mit über einer halben Stunde Rückstand auf Peterhansel ins Ziel. Ebenfalls mit Problemen: Mark Miller. Der Amerikaner überschlug sich mit seinem Race Touareg 2, blieb aber genau wie Co-Pilot Dirk von Zitzewitz unverletzt.

"Das Wichtigste ist, das Mark Miller und Dirk von Zitzewitz beim Unfall unverletzt geblieben sind", sagte Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Wir haben gesehen, dass der Race Touareg 2 das Tempo halten kann, aber Reifenschäden und Navigationsfehler haben uns heute viel Zeit gekostet. Es ist noch nichts verloren, die Rückstände vergleichsweise gering."

Am besten meisterte Jutta Kleinschmidt die Etappe. Die Deutsche fuhr auf den dritten Platz mit 11 Minuten Rückstand und belegt ebenfalls diesen Platz im Gesamtklassement. Dabei befindet sich Kleinschmidt wie de Villiers in Schlagdistanz zu den Mitsubishi. "Nach drei Reifenschäden Platz drei zu halten, bedeutet, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind", machte Kleinschmidt klar. "Wir mussten die Luft nicht nur vor den Dünen ablassen, sondern die Reifen danach auch wieder aufpumpen, da wir keine Reserveräder mehr hatten."

Jean-Louis Schlesser, der sich genau wie de Villiers verfahren hatte, handelte sich als Achter ebenfalls einen großen Zeitrückstand ein und liegt weit hinter der Spitze.

Morgen geht es über 508 Wertungskilometer von Atar nach Nouakchott. Die Piloten bleiben dabei weiterhin in Mauretanien.

Das Ergebnis der 7. Etappe

1. Stéphane Peterhansel Mitsubishi Pajero Evolution 5:52.18 Std.
2. Luc Alphand Mitsubishi Pajero Evolution 5:58.41 Std.
3. Jutta Kleinschmidt Volkswagen Touareg 6:04.07 Std.
4. Giniel de Villiers Volkswagen Touareg 6:08.47 Std.
5. Nasser Al-Attiyah BMW X3 6:25.30 Std.
6. Carlos Sainz Volkswagen Touareg 6:27.02 Std.
7. Joan Roma Mitsubishi Pajero Evolution 6:33.01 Std.
8. Jean-Louis Schlesser Schlesser-Ford 7:06.42 Std.
9. Thierry Magnaldi Schlesser-Ford 7:34.17 Std.

Das Gesamtklassement

1. Luc Alphand Mitsubishi Pajero Evolution 22:32.41 Std.
2. Stéphane Peterhansel Mitsubishi Pajero Evolution + 3.12 Min.
3. Jutta Kleinschmidt Volkswagen Race Touareg 2 + 5.58 Min.
4. Giniel de Villiers Volkswagen Race Touareg 2 + 10.04 Min.
5. Carlos Sainz Volkswagen Race Touareg 2 + 28.41 Min.
6. Nani Roma Mitsubishi Pajero Evolution + 45.44 Min.
7. Jean-Louis Schlesser Schlesser-Ford + 1:09.01 Std.
8. Thierry Magnaldi Schlesser-Ford + 1:43.44 Std.
9. Guerlain Chicherit BMW X3 + 2:18.57 Std.
10. Carlos Sousa Nissan Pick-up + 2:45.38 Std.