WRC

M-Sport-Teamchef Wilson: Ogier in Monte Carlo im Nachteil

Es wird ernst! Sebastien Ogier und M-Sport blicken dem ersten gemeinsamen Auftritt in Monte Carlo entgegen. Was erwartet der Weltmeister und was ist möglich?
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier und M-Sport. In nur wenigen Tagen wird diese Kombination Realität im Wettkampf. Der Weltmeister im Ford Fiesta WRC und das bei seiner Heimrallye in Monte Carlo. Die Spannung ist greifbar und die Erwartungen sind hoch. Der Franzose reist mit drei Siegen in Folge ins Fürstentum und die Experten sehen ihn auch dieses Jahr mitten im Duell um den Sieg.

Wir hatten nicht viel Vorbereitung, aber wir gehen zu diesem ersten Event und sind entschlossen, unser Bestes zu geben.
Sebastien Ogier

Ogier selbst stapelt tief. Erst im Dezember wurde öffentlich verkündet, dass er ab 2017 für M-Sport an den Start geht. Dieser Wechsel war nach dem überraschenden Aus von Volkswagen aus der WRC nötig geworden. Entsprechend wenig Testkilometer hat er im neuen Auto für 2017 abgespult. "Wir wissen alle, dass Erfahrung ein wichtiger Faktor im Rallye-Sport ist. Es wäre schön gewesen, etwas mehr Zeit mit dem Team zu haben, aber wir haben über die vergangenen Monate viel gelernt", so Ogier.

Erst in der vergangenen Woche absolvierte der Ford-Pilot zwei Testtage in typischen Monte-Bedingungen. Trotzdem will er die Erwartungen dämpfen. "Über die Jahre habe ich mir eine pragmatische Herangehensweise angeeignet", so der Weltmeister, der genau diese in Monte Carlo einsetzen möchte. "Wir hatten nicht viel Vorbereitung, aber wir gehen zu diesem ersten Event und sind entschlossen, unser Bestes zu geben."

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Wilson: Ogier im Nachteil

Insgesamt spulte M-Sport 8344 Kilometer mit dem neuen Auto ab, bevor es im Fürstentum seinen ersten Renneinsatz bekommt. Ogier selbst hat dazu nur einen Bruchteil beigetragen. Das ist auch Teamchef Malcolm Wilson bewusst, der dennoch rät, seinen Fahrer nicht abzuschreiben. "Sebastien ist spitze. Mit so wenig Fahrzeit im Fiesta müssen wir aber zugeben, dass er mit einem Nachteil starten wird", sagte der Brite und relativierte seine Aussage im gleichen Atemzug. "Nichtsdestotrotz: Wenn irgendjemand erfolgreich sein kann, obwohl sich alles gegen ihn verschworen hat, dann ist das Sebastien Ogier."

Einer der stärksten Konkurrenten kommt wohl aus dem eigenen Lager. Ott Tänak - seinerseits maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des neuen Ford - hat ein klares Ziel für 2017: Konstant starke Leistungen abrufen. Mit seiner Erfahrung hinter dem Lenkrad des Fiesta könnte er für Ogier zu Beginn der Saison zur Herausforderung werden.

Das Rezept für eine gute Monte ist laut dem Esten jedenfalls ganz einfach. "Zunächst einmal musst die Erfahrung aus den vergangenen Jahren mitnehmen. Zweitens gilt es, bei allen Bedingungen konstant zu sein. Du musst Fehler vermeiden, eine gute Reifenwahl treffen, und final noch ein gutes Setup haben", so Tänak. "Wenn es dir gelingt, das gesamte Paket zusammenzuschnüren, dann weißt du, dass du ein starkes Event haben wirst."

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