WRC

Mikkelsen 2.0 - Portugal: Die Fahrer in der Analyse - Teil 1

Wie schlugen sich die Piloten bei der ersten europäischen Schotterrallye des Jahres? Ihre Leistungen in der Zusammenfassung - Teil 1.

Thierry Neuville (Hyundai i20 WRC)

Ergebnis: Platz 29

Neuvilles Fahrt endete auf WP11 abrupt - Foto: Sutton

Neuvilles Pechsträhne setzte sich in Portugal fort - aus Gründen, die absolut nicht in seiner Macht standen. Der Belgier verlor am Freitag etwas Zeit, als ein leckendes Ventil einen Plattfuß verursachte. Dennoch war es insgesamt ein solider Start und er beendete den Tag mit zwei Bestzeiten auf den Prüfungen in den Straßen von Porto. Auf Platz fünf liegend und mit Kontakt zur Spitzengruppe hatte er allen Grund, seine Chancen am Samstag optimistisch einzuschätzen. Doch eine Fehlkalkulation seines Teams beim Betanken führte dazu, dass sein i20 nach der Hälfte von WP11 liegen blieb. "Fehler passieren", sagte er am Sonntagnachmittag achselzuckend. "Wir haben unsere Arbeit getan."

Jari-Matti Latvala (Volkswagen Polo R)

Ergebnis: Platz 6

Latvala fuhr mit Blasen an den Händen - Foto: Sutton

Latvala hatte einen verkorksten Start, da er mit einem Setup für trockenere Bedingungen fuhr, als sie am Freitagmorgen vorherrschten. Selbst eine Bestzeit auf WP4 konnte seine Ansicht, er könnte besser fahren, nicht ändern. Direkt nach dem Service hatte Jari-Matti kaum eine Chance, die Dinge richtigzustellen, ehe seine Rallye schieflief. Nachdem er mit seinem Polo R ein großes Loch getroffen hatte, fuhr er ohne Servolenkung und rutschte auf den vier Prüfungen, die Blasen an seinen Händen verursachten, weit hinter die Spitzengruppe zurück. Von da an ging es bei Latvala eher ums Testen und Experimentieren, ehe ihm ein letztes Aufbäumen auf der Power Stage zwei Bonuspunkte und beinahe auch noch Platz fünf einbrachte, nachdem sich Eric Camilli gedreht hatte.

Martin Prokop (Ford Fiesta RS)

Ergebnis: Platz 8

Prokop musste sich erst wieder an sein Auto gewöhnen - Foto: Sutton

Prokop verpasste die letzte Rallye in Argentinien, weshalb es keine Überraschung war, dass er eine Weile brauchte, ehe er sich wieder an sein Auto gewöhnt hatte. Am zweiten Tag hatte der Tscheche allerdings immer noch damit zu kämpfen, auf den steinigen Straßen die richtige Mischung aus Angriff und Vorsicht zu finden. Als Privatier machte er sich zudem Sorgen, dass er seinen Fiesta RS vor dem nächsten Event auf Sardinien beschädigen könnte. In Kombination mit einem komfortablen und ziemlich annehmbaren Top-10-Platz war es insgesamt eine verhaltene Leistung.

Andreas Mikkelsen (Volkswagen Polo R)

Ergebnis: Platz 2

Mikkelsen legte den Schalter um - Foto: Sutton

Bestnoten für Mikkelsen, der starke Zeiten ablieferte, nachdem er am Samstagmorgen zugegeben hatte, dass er 'keine Lust mehr hat, langsam zu fahren'. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er eine vorsichtige Herangehensweise gewählt und kaum Anzeichen für einen Angriff geliefert. Aber der aggressivere Mikkelsen 2.0 war eine andere Bestie und beurteilte Samstag und Sonntag als zwei seiner besten Tage in einem Rallyeauto. Mit Platz zwei in der Fahrerwertung hat der zu neuem Leben erwachte Norweger nun den Titel im Visier.

Kris Meeke (DS 3)

Ergebnis: Platz 1

Meeke fuhr schnell und fehlerfrei - Foto: Citroen

Als Teilzeit-Starter in dieser Saison reisten Meeke und sein Team ohne Meisterschaftsdruck und mit geringen Erfolgserwartungen nach Portugal. Da Citroens Fokus klar auf 2017 liegt, wäre es keine Überraschung gewesen, wenn der alternde DS 3 Boden auf die Konkurrenz verloren oder wenn Meeke etwas Rost angesetzt hätte. Stattdessen fuhr Meeke seinen zweiten WRC-Sieg ein und erinnerte alle daran, warum das nächste Jahr ein Kracher wird. Der Brite hatte maximales Selbstvertrauen, holte früh das Maximum aus seiner Startposition und verwaltete seinen Vorsprung dann perfekt. Er sammelte 25 Punkte ohne irgendwelche Dramen. Top!

Yazeed Al-Rajhi (Ford Fiesta RS)

Ergebnis: Platz 11

Der Neuling schlug sich wacker - Foto: Sutton

Wenn man bedenkt, dass er ein Neuling auf WRC-Niveau ist, war eine fehlerfreie Fahrt zu Position elf ein großartiges Ergebnis für den Saudi. Auch wenn er mit dem Ford Fiesta an sich vertraut ist, fährt er sein erstes Jahr in der vollen WRC-Version anstatt im RRC-Modell wie in den letzten vier Saisons. Portugal war seine erste Schotterrallye in diesem Auto und er wählte weise eine vorsichtige Herangehensweise - sowohl was seinen Fahrstil als auch das Setup angeht - ehe er im Laufe des Events härter pushte. Beim nächsten Event auf Sardinien wird er sich das Gleiche erhoffen.

Ott Tänak (Ford Fiesta RS)

Ergebnis: Ausgeschieden

Für Tänaks Boliden wurde es brenzlig - Foto: wrc.com

Es war Tänaks erster WRC-Auftritt auf der neuen Generation der DMACK-Reifen und auch wenn das Event früh zu Ende war, können er und das Team viel Positives mitnehmen. Es gab allerdings nach der ersten Prüfung am Freitag Bedenken, als der Este berichtete, dass die Reifen nach 15 Kilometern 'aufgegeben' hätten. Aber es gelang ihm, auf der nächsten Prüfung besser mit ihnen hauszuhalten und er fuhr die drittschnellste Zeit. Nach WP4 lobpreiste Tänak bereits den 'großen Fortschritt'. Dann war natürlich alles vorbei. Tänak fuhr in das gleiche massive Loch, das auch Hayden Paddon aus der Bahn geworfen hatte und sein Auto wurde neben dem brennenden Hyundai des Kiwis leicht getoastet.


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