Besser hätte es für den französischen Reifenhersteller Michelin 2004 kaum laufen können: Die Michelin-Partner Sébastien Loeb und Citroën sicherten sich in souveräner Manier die WM-Kronen in der Fahrer- und Markenwertung. Damit sammelten die Pneu-Spezialisten aus Clermont-Ferrand seit dem Beginn der Rallye-Weltmeisterschaft im Jahre 1973 insgesamt 36 Titel – ein einsamer Rekord. Doch nicht nur deshalb reiht sich das Jahr 2004 nahtlos in die erfolgreiche Geschichte von Michelin im Rallye-Sport ein. Wie die Statistik beweist, drückten die Franzosen dem Geschehen während der zurückliegenden 16 Saisonläufe in allen Belangen ihren Stempel auf.
Der statistische Rückblick auf die Rallye-Weltmeisterschaft 2004 fällt für Michelin äußerst positiv aus: Sébastien Loebs Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft sicherte dem französischen Reifenhersteller bereits den 17. Titel in dieser 1979 eingeführten Wertung. Und die WM-Krone für Citroën erhöhte Michelins Titelsammlung in der seit 1973 ausgeschriebenen Markenwertung auf 19 – davon seit 1998 sieben in ununterbrochener Folge.
Doch diese Zahlen erzählen noch nicht einmal die ganze Geschichte: Ob Anzahl der Siege, Podestplätze oder Wertungsprüfungs-Bestzeiten – gemeinsam mit seinen Partnerteams Citroën, Ford, Peugeot, Mitsubishi und Skoda überzeugte der französische Reifenhersteller in der Saison 2004 in allen Bereichen. So gewannen Michelin-Piloten elf der 16 Saisonläufe, was einer Quote von 68,75 Prozent entspricht. Sechsmal durfte dabei der frisch gebackene Weltmeister Sébastien Loeb den Sieger-Champagner verspritzen. Nach seinem Triumph beim Saisonauftakt in Monte Carlo führte auch bei den Läufen in Schweden, auf Zypern, in der Türkei, in Deutschland und in Australien kein Weg an dem ehemaligen Kunstturner und seinem Citroën Xsara WRC vorbei. Mit diesem halben Dutzend Siegen stellte der Elsässer Didier Auriols Rekord aus dem Jahr 1992 ein, als der Franzose mit einem Michelin-bereiften Lancia Delta HF Integrale sechsmal ganz oben auf das Siegerpodest sprang.
Die weiteren Michelin-Siege in der Saison steuerten Loebs Teamkollege Carlos Sainz (Argentinien), Ford-Ass Markko Märtin (Mexiko, Frankreich und Spanien) sowie Peugeot-Pilot Marcus Grönholm (Finnland) bei. Damit waren alle drei Michelin-Teams, die die gesamte Weltmeisterschaft bestritten, jeweils mindestens einmal erfolgreich. Insgesamt erhöhte Michelin die Anzahl seiner Siege in der Rallye-Weltmeisterschaft auf 213 – mit Abstand ein weiterer Rekord.
Michelin-Reifen unter allen Bedingungen erfolgreich
Die französischen Pneus unterstrichen vor allem deshalb so eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit, da sie auf allen erdenklichen Untergründen siegreich blieben: von winterlichen Straßenverhältnissen in Monte Carlo über Schnee und Eis in Schweden, den völlig verschiedenen Schottertypen in Finnland, Argentinien, Mexiko, auf Zypern und in der Türkei sowie den – mehr oder minder – reinen Asphaltpisten in Deutschland, auf Korsika und in Spanien. Bei den drei letztgenannten Veranstaltung verschärfte übrigens jeweils wechselhafte Witterung die Bedingungen zusätzlich.
Noch beeindruckender als die Anzahl der Siege liest sich die Statistik der Podiumsplätze, die Michelin-Piloten 2004 eroberten: 41 der 48 begehrten Plätze auf dem Siegerpodest – 85,42 Prozent – wurden in der zurückliegenden Saison von Fahrern belegt, die auf die französischen Pneus vertrauten. Insgesamt neunmal befand sich das Podium ausschließlich in der Hand des Bibendums. Bei der Rallye Finnland setzten sogar die zehn Erstplatzierten auf Michelin-Reifen, in Deutschland die ersten Sieben und im monegassischen Fürstentum die Top-Sechs. Bei den Veranstaltungen auf Korsika und in Spanien fand sich jeweils ein Michelin-Quartett an der Spitze der Zeitenliste ein. Weitere Dreifach-Erfolge feierten die Reifen-Spezialisten aus Clermont-Ferrand in Mexiko, auf Zypern, in Argentinien und in Australien. Zudem feierte Michelin in Schweden und in der Türkei Doppelsiege.
Diese außergewöhnliche Bilanz hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich Michelin-Piloten 505 der 624 möglichen Weltmeisterschaft-Punkte sicherten. Anders ausgedrückt: 80,93 Prozent der WM-Zähler gehen auf das Konto von Partnern des französischen Reifenherstellers. Michelin-Teams sammelten mit 455 von 577 insgesamt 78,86 Prozent der vergebenen Punkte für die Marken-WM. Dabei setzten auf 243 von 320 gefahrenen Wertungsprüfungen der 16 WM-Läufe jene Piloten die Bestzeit, die mit "Pilot Sport"-Pneus von Michelin unterwegs waren (75,94 Prozent). Dabei stachen Sébastien Loeb und Marcus Grönholm, die jeweils 72 Mal die Schnellsten waren, besonders heraus. Sie werden in dieser Statistik lediglich von Subaru-Fahrer Petter Solberg übertroffen, der 75 Mal als Erster die Lichtschranke passierte. Vor allem Loeb hätte wahrscheinlich noch öfter die beste Zeit notieren können – allein, er musste es nicht: Angesichts von 97 Wertungsprüfungen, nach denen er im Gesamtklassement in Führung lag, konnte es sich der neue Weltmeister erlauben, öfter mal einen Gang zurückzuschalten, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Summa summarum rangierten Michelin-Piloten nach 225 von 320 WP auf Platz eins (70,31 Prozent).
Auf eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte müssen Michelin und seine Partner nicht lange warten: Bereits am 20. Januar 2005 startet die Rallye-Elite in Monte Carlo in die neue Weltmeisterschafts-Saison.



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