WRC

Hohe Erwartungen treffen auf geringe Erfahrung - Neuville: Stark in Australien - warum nicht?

Thierry Neuville hat in Deutschland Blut geleckt. Wie seine M-Sport-Kollegen will er in Australien angreifen - mit null Erfahrung Down Under.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Neue Rallye, neues Glück. Bis zur letzten Zwischenzeit der Rallye Deutschland kämpfte Thierry Neuville um seinen ersten Sieg in der WRC, musste sich nach einem Ausrutscher aber mit Rang zwei begnügen. Der M-Sport-Pilot ist als Asphalt-Spezialist bekannt, kann sich aber auch bei der Rallye Australien gute Chancen ausrechnen. Schließlich holte er vier seiner fünf Podestplätze 2013 auf losem Untergrund.

Der Fiesta war in Finnland sehr konkurrenzfähig, daher sehe ich keinen Grund, warum wir in Australien nicht mindestens so konkurrenzfähig sein sollten.
Thierry Neuville

Im Gegensatz zur starken Konkurrenz war der Belgier aber noch nie in Australien am Start und muss die Rallye von Grund auf lernen. "Wir entdecken die Prüfungen zum ersten Mal, aber ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind", so Neuville. Zu dieser Vorbereitung zählten viele Stunden der Onboard-Video-Analyse. Ein zusätzlicher Motivationsschub dürfte sein zweiter Rang bei der Rallye Finnland sein - der letzten Station auf Schotter. "Der Fiesta war in Finnland sehr konkurrenzfähig, daher sehe ich keinen Grund, warum wir in Australien nicht mindestens so konkurrenzfähig sein sollten", gibt sich der Belgier sehr optimistisch.

Momentan ist Neuville der erste Verfolger von Sebastien Ogier in der Fahrer-WM und erpicht darauf, das auch am Ende der Saison zu sein. Ein weiterer Podestplatz und die zugehörigen Punkte wären ein guter Anfang, Neuville selbst rechnet aber mit starker Konkurrenz. "Ehrlich gesagt, ein Top-5-Platz wäre für uns ein gutes Ergebnis", gibt sich der Ford-Pilot bescheiden. "Für mich ist das Wichtigste, den zweiten Platz in der Meisterschaft zu halten - vom jetzigen Zeitpunkt bis zum Ende der Saison."

Podium ist Pflicht

Wie sein Teamkollege reist auch Mads Östberg ohne einen gefahrenen Renn-Kilometer in Australien an. Mit seinem privaten Adapta-Team waren die Kosten für eine Teilnahme Down Under in den vergangenen Jahren zu hoch und so feiert der Norweger 2013 seine Premiere. "Ein neues Event ist immer eine große Herausforderung", mahnt Östberg, der in Deutschland erneut vorzeitig nach einem Unfall die Segel streichen musste. "Jonas [Andersson, Beifahrer] und ich sind daran gewöhnt, neue Aufschriebe zu erstellen, das sollte also kein zu großes Thema für uns sein."

Wenn es auf Schotter geht, wollen wir um die Top-Platzierungen kämpfen und ein Podest ist immer das Ziel.
Mads Östberg

Der Norweger ist fest überzeugt, dass ihm die schnellen und flüssigen Strecken in Australien liegen werden. Umso höher setzt er seine Ziele. "Wenn es auf Schotter geht, wollen wir um die Top-Platzierungen kämpfen und ein Podest ist immer das Ziel", gibt sich der Finnland-Dritte zuversichtlich.

Für den dritten Piloten im Bunde muss Australien endlich die Wende bringen. Wie bei zahlreichen Rallyes zuvor, war auch in Deutschland bereits nach wenigen Kilometern Schluss für Evgeny Novikov. Der Russe ist der einzige M-Sport-Pilot, der bereits Kilometer in Australien auf dem Buckel hat. "Ich fuhr 2011 in Australien und die Straßen sind sehr schnell und rutschig", erklärt Novikov. In Australien baut er auf seine erfahrene Beifahrerin Ilka Minor aus Österreich. "Ich habe das große Glück, Ilka neben mir zu haben. Das wird ihr sechstes Mal in Australien sein und sie stand zwei Mal auf dem Podest."


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