WRC

Kampf siegt über Taktik - Ogier gewinnt Rallye Jordanien

Sebastien Ogier konnte seine zweite Rallye in Folge gewinnen, obwohl er auf taktische Spielchen verzichtete.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Citroen-Pilot Sebastien Ogier hat seine zweite Rallye in Folge gewonnen, nachdem er in der abschließenden Power-Stage die schnellste Zeit fuhr. "Unglaublicher Tag. Ich musste wie die Hölle Druck machen. Jari-Matti war so schnell. Ich war am Anschlag, da ich Staubsauger spielen musste, was in der zweiten Runde schwierig war", schilderte ein glücklicher Ogier. Nach zusätzlichen drei Punkten verlässt er Jordanien mit einer maximalen Ausbeute von 28 Punkten und entwickelt sich zu einer Herausforderung für Teamkollege Sebastien Loeb.

Unglaublicher Tag. Ich musste wie die Hölle Druck machen
Sebastien Ogier

Der bis zur Power-Stage führende Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala hatte die ersten Prüfungen des Nachmittags gewonnen, dann allerdings das Auto überfahren. "Ich habe wirklich, wirklich Druck gemacht und dabei zwei oder drei Fehler gemacht. Deshalb bin ich etwas enttäuscht", ärgerte sich Latvala nach der Power-Stage, die er als Vierter beendete. Schon in SS18 hatte er es etwas übertrieben und seinen Fiesta RS WRC beschädigt. "Nichts schlimmes", wiegelte der Finne allerdings ab. "Als ich angriff, habe ich einige Risiken in Kauf genommen. Daher kam die Beschädigung."

WM-Führung übernommen

Sebastien Loeb, der eigentlich noch um den Sieg kämpfen wollte, hatte nicht seinen besten Tag erwischt, und belegte am Ende den dritten Rang, sowohl in der Gesamtwertung, als auch in der Power-Stage. Doch dieser war nach einem Ausritt in die Landschaft Jordaniens nochmals in Gefahr. "Ich habe einen großen Fehler am Ende der Prüfung gemacht", gab der siebenmalige Weltmeister zu, der seine Fahrt als "immer noch gut" beschrieb. Allerdings geht der Citroen-Pilot nicht mit leeren Händen nach Hause. Denn durch seinen dritten Platz, konnte er die Führung in der Weltmeisterschaft übernehmen.

Solberg muss seine Träume auf den Weltmeistertitel nun wohl endgültig begraben - Foto: Sutton

Des einen Freud, des anderen Leid

Erster neben dem Podium war der zweite Ford-Pilot Mikko Hirvonen, der die Power-Stage zeitgleich mit Ogier beendete. "Ich habe das Beste gegeben was ich hatte", erklärte Hirvonen, der seine Gefühle nach dem Verlust der WM-Führung beschrieb: "Ein bisschen enttäuscht, aber am Ende haben wir gute Punkte gemacht." Doch die zusätzlichen Punkte für Platz vier hatte der Finne Petter Solberg zu verdanken, der nach einem Unfall, bereits nach der ersten Prüfung des Nachmittags, die Segel streichen musste.

Platz fünf an Wilson

Kimi Räikkönen und Matthew Wilson lieferten sich einen langen Kampf um die sechste Position in dieser Rallye. Als schließlich noch Petter Solberg ausfiel, erhöhte sich der Einsatz sogar um einen Platz. Lange hatte der Finne die vordere Position beansprucht, bis, nach einem Plattfuß bei Räikkönen, Wilson das bessere Ende für sich hatte.

"Da war ein großer Stein und keine Möglichkeit ihm auszuweichen. Ich habe es sofort bemerkt und wir mussten 15 km damit bestreiten", äußerte sich ein frustrierter Citroen-Pilot, der die nächste Stage als zu kurz ansah, um den Briten wieder zu überholen und damit sein bestes WRC-Ergebnis einzufahren. Trotzdem nahm der ehemalige Formel-1-Pilot auch positive Erkenntnisse aus Jordanien mit. "Das Fahren war besser als bei der letzten Rallye und das Auto hat gut gearbeitet", verriet Räikkönen, der trotz allem Rang sechs belegte.

Auf und ab für Stobart

Dass Matthew Wilson den fünften Platz für Stobart-Ford erringen konnte, war nicht der einzige Grund, weshalb sich die Minen der Team-Mitglieder wieder aufhellten. Nach Mads Östbergs Getriebe- und Henning Solbergs Reifenschaden, dem noch ein Motorschaden, aufgrund eines Fahrfehlers, folgte, war das Team zu zwei Dritteln aus den Punkten.

Wenn das Auto in Sardinien ähnlich funktioniert, dann sollte es kein Problem sein, um das Podest zu kämpfen
Henning Solberg

Doch alle Piloten konnten die Rallye fortsetzen, und Solberg überraschte mit extrem schnellen Zeiten. In Bahath verlor er nur 5,6 Sekunden auf Markenkollege Latvala und belegte, wie auch in der folgenden Wertungsprüfung, den dritten Rang. Selbst Solberg fehlten die Worte. "Dieses Auto ist unglaublich", freute er sich, wenngleich er zugab, einige Fehler gemacht zu haben. "Wenn das Auto in Sardinien ähnlich funktioniert, dann sollte es kein Problem sein, um das Podest zu kämpfen."

Mini mit durchwachsener Rallye

Für Mini war die Rallye Jordanien erst der zweite Einsatz in der S2000-Wertung. Doch schon am Freitag hatte das Team mit Problemen an einer Wasserleitung zu kämpfen, weshalb man sich entschloss den Tag vorzeitig zu beenden. Der brasilianische Pilot Daniel Oliveira erreichte schließlich Rang 38 und blickte in die Zukunft. "Es war eine schwierige Rallye für mich. Wir müssen uns nun auf Sardinien konzentrieren."

Al Qassini gewinnt S2000-Wertung

Khalid Al Qassini hat die S2000-Wertung der Rallye Jordanien gewonnen. Der Ford-Pilot, der aus den Arabischen Emiraten stammt, war sehr glücklich über seinen achten Gesamtplatz. "Es war eine harte Rallye", zeigte Al Qassini auf, der die schwierige Oberfläche beklagte.

Endergebnis Rallye Jordanien

1. Sebastien Ogier, Citroen 2:48:28,2
2. Jari-Matti Latvala, Ford +0,2
3. Sebastien Loeb, Citroen +27,7
4. Mikko Hirvonen, Ford +2:44,7
5. Matthew Wilson, Ford +5:44,9
6. Kimi Räikkönen, Citroen +6:14,9
7. Frederico Villagra, Ford +9:18,7
8. Khalid Al Qassini, Ford +9:43,7
9. Dennis Kuipers, Ford +14:27,5
10. Bernardo Sousa, Ford +15:05,5

Ergebnisse der Power-Stage

1. Sebastien Ogier, Citroen 5:21,7
1. Mikko Hirvonen, Ford +0,0
3. Sebastien Loeb, Citroen +0,3
4. Jari-Matti Latvala, Ford +0,7
5. Henning Solberg, Ford +12,5


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