WEC

WEC: Stefan Mücke bei 6 Stunden von Fuji unter Wert geschlagen

Platz acht beim vierten Lauf der FIA World Endurance Championship in Fuji. Ford Chip Ganassi Team UK-Pilot Mücke nach wie vor Zweiter der LM GTE Pro-Klasse.

Motorsport-Magazin.com - Stefan Mücke absolvierte am vergangenen Wochenende den vierten Lauf der Supersaison 2018/2019 der FIA World Endurance Championship (WEC). Am Fuße des Vulkans Fuji bestritt er das 6-Stunden-Rennen auf dem Fuji International Speedway. Gemeinsam mit Olivier Pla trat Mücke in der Klasse LM GTE Pro an und pilotierte den Ford mit der Startnummer 66 des Ford Chip Ganassi Team UK.

Mit der Bestzeit im ersten Freien Training starteten Mücke und Pla trotz einer ungünstigen Balance of Performance perfekt ins Wochenende. In den beiden anderen Trainingssessions landete das Duo jeweils auf Platz sechs. Das Qualifying lief mit Rang neun nicht ganz optimal. Der Start auf nasser Strecke am Rennsonntag bot jedoch die Gelegenheit, Boden gutzumachen.

Im Laufe des Rennens hatten Mücke und Pla Pech mit einer Safety-Car- und einer Full-Course-Yellow-Phase und wurden so in ihrer Aufholjagd eingebremst. Nicht zuletzt vereitelte eine 30-Sekunden-Strafe für Pla ein besseres Ergebnis als Platz acht in der LM GTE Pro-Klasse. In der Fahrerwertung befinden sich Mücke und Pla mit Platz zwei jedoch nach wie vor in einer aussichtsreichen Position.

Für den fünften Lauf der WEC in Shanghai (16. bis 18.November) rechnet sich Mücke Chancen auf den Kampf ums Podest aus.

Fünf Fragen an Stefan Mücke

Das Rennen begann auf nasser Strecke. Wieso war das für euch von Vorteil?
Es hat über Nacht geregnet. Das Wetter war das ganze Wochenende über wechselhaft. Aufgrund der dichten Wolkendecke hat es eine ganze Weile gedauert, bis die Strecke im Laufe des Rennens abgetrocknet ist. Uns kam das etwas entgegen, denn wir wussten schon im Vorfeld, dass es für uns schwierig werden würde. Bei der automatischen Anpassung der Balance of Performance vor dem Rennen haben wir nicht nur Zusatzgewichte aufgebrummt bekommen, sondern uns wurde vor allem die Motorleistung beschränkt. Uns war also klar, dass wir vom Topspeed her nicht mithalten können. Das ist in Fuji besonders bitter, denn dort befindet sich die längste Gerade im WEC-Kalender.

Was passierte in der ersten Rennhälfte?
In der ersten Stunde hatten wir ein paar tolle Zweikämpfe. Uns spielte in die Karten, dass wir einen Regenreifen hatten, der auf abtrocknende Bedingungen ausgelegt ist und es tatsächlich immer trockener wurde. Dann kam uns leider ein Safety Car dazwischen, das alles durcheinandergewürfelt hat. Wir haben dann wie die Konkurrenz auf Slicks gewechselt. In unserem ersten Stint auf Slicks haben wir leider etwas Zeit verloren. Wir hatten uns für die alten Reifen aus dem Qualifying entschieden, weil wir uns die neuen Reifen für den Schluss aufheben wollten. Gegen Rennmitte haben wir dann wieder aufgeholt und waren im gesunden Mittelfeld. Zudem haben wir kontinuierlich Boden auf die Spitze gutgemacht.

In der zweiten Rennhälfte lief es dann leider nicht mehr rund...
Es gab eine Full-Course-Yellow-Phase. Wir haben teamintern beschlossen, dass unser Schwesterauto zuerst an die Box kommen darf und wir erst später. Leider hat die Full-Course-Yellow-Phase nicht so lange gedauert wie erwartet und wir haben unseren Stopp unter Grün absolviert, was uns viel Zeit gekostet hat. Wir sind ziemlich weit zurückgefallen. Olivier hat sich dann auf Rang sechs nach vorne gekämpft. Leider hat er sich eine 30-Sekunden-Strafe eingehandelt, als er bei einem Überholmanöver einen Konkurrenten berührt hat. Platz acht ist leider kein zufriedenstellendes Ergebnis. Wir hatten uns mehr Punkte erhofft.

Wie habt ihr euch das Rennen eingeteilt?
Ich bin den ersten Stint gefahren, also den Start im Nassen. Danach habe ich den zweiten Stint mit Slicks auf abtrocknender Strecke absolviert. Anschließend ist Olivier ebenfalls einen Doppelstint gefahren. Zum Schluss hatte ich einen Singlestint und er einen Singlestint. Wir haben nach der Full-Course-Yellow-Phase gepokert und gehofft, dass noch ein Safety Car kommt. Daher haben wir uns für den letzten Stint frische Reifen aufgehoben. Wir wollten in einer guten Position sein, wenn sich eine Chance bietet. Leider ist es nicht so gekommen und deswegen war nicht mehr herauszuholen.

Der fünfte Lauf der WEC steht in Shanghai an. Was rechnest du dir dort aus?
Ich gehe davon aus, dass sich unsere BoP-Einstufung nicht ändern wird. Das heißt, auch auf der langen Geraden in Shanghai wird es vom Topspeed her nicht einfach. Insgesamt liegt uns Fahrern und dem Auto die Strecke jedoch. Wir haben dort in der Vergangenheit eine gute Performance gezeigt und haben dementsprechend gute Erinnerungen. Deswegen hoffe ich, dass wir dort etwas besser aufgestellt sind als in Fuji und uns an die Podestplätze herantasten können. Unser Ziel ist es, den Rückstand auf die Spitze in der Gesamtwertung zu reduzieren.


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