Superbike WSBK

Von beeindruckenden Zuschauern und launischem Wetter - WSBK Assen 2016: Die Tops und Flops

'Zwei spannende Rennen und viel Chaos zeigte die Superbike-WM am Wochenende in Assen. Wir haben den Überblick behalten und präsentieren die Tops und Flops.
von Tobias Ebner

Top: Jonathan Rea

Jonathan Rea hatte in Assen allen Grund zum Jubeln - Foto: Kawasaki

Zwei Siege trotz schwieriger Trainingssessions - Mehr geht nicht. Jonathan Rea hat auch in Assen wieder eindrucksvoll bewiesen, weshalb er aktuell der Mann in der Superbike-WM ist, den es zu schlagen gilt. Ganz nebenbei führt er auch schon wieder mit 45 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung. Ein Wochenende ganz nach Reas Geschmack also. \"Ich weiß nicht, warum ich in Assen so gut bin. An der Strecke liegt es nicht\", verschlug es Rea am Sonntag die Sprache. Er war mehr als überglücklich über seine zwei Siege, zurecht.

Flop: Sylvain Guintoli

Sylvain Guintoli hatte arge Probleme in Assen - Foto: Yamaha

Wieder gut in den Trainings, und wieder gingen die Rennen für Sylvain Guintoli in die Hose. In Aragon konnte der Weltmeister von 2014 immerhin beide Rennen in den Top-10 beenden, doch dieses Mal wurde es bitter für Guintoli. Der Yamaha-Pilot stürzte im ersten Rennen und musste damit seinen ersten Nuller in dieser Saison verzeichnen. Im zweiten Lauf verpokerte er sich bei der Reifenwahl. Ergebnis: Platz elf. "Leider habe ich in den ersten Runden sehr viel Zeit verloren und brachte den Hinterreifen nicht auf Temperatur. Wir mussten daher die Strategie ändern, ich konnte es mir nicht mehr leisten, an die Box zu kommen", ärgerte sich Guintoli.

Top: Nicky Hayden

Die Tendenz geht nach oben für Nicky Hayden - Foto: Honda

Die Schlagzeilen des Samstags schrieb Nicky Hayden. Am Sonntag folgte zwar nur Platz sechs, was ihn ärgerte, doch mit seinem ersten Superbike-Podium im ersten Lauf durfte sich Hayden als der heimliche Sieger feiern. Für den MotoGP-Weltmeister von 2006 ging damit eine lange Durststrecke zu Ende, denn davor blieb er fast fünf Jahre lang ohne Top-3-Resultat in seiner Karriere. "Gleich nach Michaels Crash hatte ich auch einen Moment in Turn 5, daher war es dann besser, das Ergebnis nach Hause zu fahren. Das ist mein erstes Superbike-Podium und überhaupt das erste nach langer Zeit", jubelte Hayden nach dem Rennen.

Flop: Dominic Schmitter

Dominic Schmitter durfte nur bei einem Rennen starten - Foto: Dominic Schmitter

Der Schweizer Dominic Schmitter erlebt weiter eine schwierige Debüt-Saison in der Superbike-WM. Im verregneten Assen bekam er in den drei nassen Trainings kein Bein auf den Boden und verpasste die 107%-Prozent deutlich. Die Folge: Schmitter verpasste die Qualifikation für das Samstags-Rennen! Dieses Schicksal teilte er mit Peter Sebestyen und Saeed Al-Sulaiti. Am Sonntag schaffte Schmitter im Warm Up zumindest eine Zeit innerhalb der 107% und durfte damit im zweiten Rennen starten. Dieses beendete Schmitter als 20. und Letzter mit zwei Runden Rückstand.

Top: Michael Van Der Mark

Am Sonntag durfte Michael Van Der Mark doch noch Schampus verspritzen - Foto: Honda

Nicht nur Hayden, sondern auch sein junger Teamkollege Michael Van Der Mark wusste bei der WSBK in Assen zu begeistern. Wie schon 2015 trieb ihn die Zusatzmotivation beim Heimspiel zu Höchstleistungen an. Ein Sturz im ersten Rennen begrub zwar alle Hoffnungen auf einen glorreichen Heimsieg, doch mit Platz drei durfte Van Der Mark wie schon im Vorjahr erneut auf das Podium klettern. Somit erlebte Van Der Mark beim Heimspiel doch noch ein Happy End und freute sich danach ausgelassen: "Dieser dritte Platz fühlt sich wie ein Sieg an", ließ Van Der Mark wissen.

Flop: Karel Abraham

Karel Abraham stand in Assen oft - Foto: BMW

Gefühlt stand Karel Abraham in Assen mehr in der Gegend rum, als dass er auf der Strecke unterwegs war. Immer wieder legten technische Probleme Abrahams BMW S1000 RR lahm. Auch das erste Rennen musste Abraham wegen eines Defekts vorzeitig beenden. Im zweiten Lauf reichte es dann immerhin noch zu Platz 14 und damit zu zwei Punkten. Den Umstieg von der MotoGP hatte sich Abraham aber anders vorgestellt: Der Tscheche liegt momentan mit gerade einmal 14 Punkten nach acht Rennen auf dem 17. Platz in der Gesamtwertung.

Top: Lorenzo Savadori

Ziemlich weit vorn: Lorenzo Savadori in Assen - Foto: WSBK

Eine bärenstarke Vorstellung lieferte Lorenzo Savadori in Assen ab. Der Superstock-1000-Champion, der bisher ohnehin schon gute Leistungen in der Saison 2016 gezeigt hatte, holte beim WSBK-Event in Assen die Plätze sechs und vier und nimmt damit satte 23 Punkte aus Holland mit. Damit liegt Savadori nach acht Rennen schon auf Platz neun in der Gesamtwertung. Trotzdem war er mit seinem zweiten Rennen nicht restlos zufrieden: "Die einzige offene Frage die bleibt, ist, ob ich noch weiter vorne gelandet wäre, wenn ich noch früher zum Stopp gekommen wäre", grübelt Savadori.

Flop: Holländisches Wetter

Das Wetter wusste in Assen nicht so recht, was es will - Foto: Kawasaki

Das Wetter in den Niederlanden verhielt sich im Laufe des Wochenendes launisch wie eine Diva. Der Freitag sowie das dritte Freie Training am Samstag fanden auf klatschnasser Piste statt, ehe die Strecke dank Sonnenschein pünktlich zu den Superpole-Sessions trocken war. Beim ersten Rennen am Samstag Mittag schien dann die Sonne. Auch am Sonntag war es zunächst trocken, ehe ein Regenschauer einen Abbruch und einen Neustart des Supersport-WM-Rennens nach sich zog. Während des zweiten WSBK-Rennens aber trocknete die Strecke wieder auf, sodass alle Fahrer zum Reifenwechsel an die Box kommen mussten.

Top: Holländisches Publikum

Von den Rängen kam lautstarke Unterstützung - Foto: Kawasaki

Michael Van Der Mark war von der Unterstützung des Heimpublikums entzückt: "Die Unterstützung von den Rängen war einfach unglaublich", wunderte sich der Local Hero selbst über die lautstarke Anfeuerung von den Rängen. Auch Jonathan Rea hat eine derartige Stimmung selten erlebt: "Die Leute sind ausgeflippt", berichtete er auf Twitter. Noch größerer Respekt gebührt den holländischen Fans aber, wenn sich die Wetterverhältnisse in Assen vor Augen führt. Trotz Temperaturen, die nur schwer in den zweistelligen Bereich kletterten, harrten sie auf den Tribünen aus, um die Fahrer und vor allem ihren Lokalmatador Michael Van Der Mark anzufeuern.


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