Mit dem kommenden Rennwochenende im amerikanischen Indianapolis fällt der Startschuss für die zweite Saisonhälfte des Porsche-Michelin-Supercup. Dabei haben die Fahrer auf der 4,2 Kilometer langen Grand-Prix-Strecke in den USA die Möglichkeit, gleich zwei Mal um Punkte und Preisgeld zu fahren. Am Samstag und am Sonntag findet je ein Wertungslauf in der legendären Motorsport-Arena statt. Bei einem Qualifikationstraining am Freitagabend geht es um die Startaufstellung für das erste Rennen, das Zeittraining für das zweite Rennen wird am Samstagvormittag ausgefahren.
Spannung verspricht vor allem das Duell um die Führung in der Gesamtwertung. Bisher liegt Richard Westbrook (Großbritannien) klar auf der Spitzenposition. Der 30-jährige Brite stand sechs Mal auf dem Podium – in Imola und am Nürburgring jeweils als Sieger, beim Auftaktrennen in Bahrain und in Silverstone als Zweitplatzierter sowie bei den Rennen in Barcelona und Monaco als Dritter. Damit reist er mit 109 Punkten als Spitzenreiter in der Fahrerwertung des Porsche-Michelin-Supercup zum Rennen nach Indianapolis. Sein schärfster Konkurrent David Saelens (Belgien) fuhr bisher vier Mal aufs Podium.
Er gewann den Wertungslauf in Barcelona, wurde in Bahrain und am Nürburgring jeweils auf Rang drei abgewunken und überquerte den Zielstrich in Monaco als Zweiter. Das Rennen auf der amerikanischen Traditionsstrecke liegt dem schnellen Belgier. 2005 hatte der 30-Jährige beide Läufe gewonnen, jeweils auf dem ersten Startplatz gestanden und die schnellste Rennrunde gedreht.
Saelens: "In diesem Jahr findet das zweite Rennen an meinem Geburtstag statt. Ich hoffe, dass ich mir ein schönes Geschenk machen kann. Dass der Wunsch nicht abwegig ist, habe ich im vergangenen Jahr gezeigt, als ich gleich zwei Mal die volle Punktzahl holte."
Im Klassement liegt Saelens derzeit mit 15 Punkten Abstand hinter dem führenden Briten auf Rang zwei. Auf Platz drei folgt der Porsche-Routinier Uwe Alzen (Betzdorf), der 1994 den Supercup gewann. In Silverstone feierte der 38-Jährige seinen zweiten Saisonsieg. Dahinter belegt Richard Lietz (Österreich), der beim Rennen in Großbritannien Dritter wurde, Position vier der Fahrerwertung und hat einen Vorsprung von lediglich einem Punkt auf Patrick Huisman (Niederlande). Mit insgesamt 22 Siegen in dem Porsche-Markenpokal hält der 39-jährige Ex-DTM-Pilot einen einsamen Rekord.
Als prominenter Gastfahrer bereichert der ehemalige Formel 1-Pilot Johnny Herbert (Großbritannien) das Feld des Porsche-Michelin-Supercup beim siebten und achten Wertungslauf im Rahmen des US-Grand Prix. Der 42-jährige Brite startete in seiner Karriere bei insgesamt 161 Formel 1-Rennen, von denen er drei gewann. 1991 trug sich Herbert in die Siegerliste des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans (Frankreich) ein.
Neben dem hochkarätigen Starterfeld ist zugleich auch die Strecke und deren Verlauf in der weltweit bekannten Motorsport-Arena in Indianapolis ein Höhepunkt der Rennsaison. Im so genannten "Turn 13", dem überhöhten Kurvenausgang des Ovals, erreichen die Porsche-Rennsportwagen mit mehr als 240 km/h die höchste Kurvengeschwindigkeit des Jahres. Im Anschluss folgt mit der Start- und Zielgeraden, auf der eine Höchstgeschwindigkeit von 268 km/h erzielt wird, der nächste Superlativ.
Nirgendwo bleibt das Gaspedal länger in Vollgasstellung. Auf den Hochgeschwindigkeitspassagen ist für die bestmögliche Fahrzeug-Abstimmung nur ein minimaler Luft- und Rollwiderstand erforderlich. Ein unterschiedliches Bild zeigt sich jedoch auf dem Streckenabschnitt innerhalb des Ovals. Hier benötigen die Piloten für ihre Brems- und Beschleunigungsmanöver in den elf Kurven einen möglichst hohen Abtrieb sowie optimale Traktion. Der perfekte Kompromiss entscheidet über den Erfolg der Fahrer.

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