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Supercup

Fahrern die Augen öffnen - Sean Edwards Foundation: Projekte zum 1. Todestag

Ein Jahr nach dem Tod von Sean Edwards gibt die Stiftung, die seinen Namen trägt, drei Projekte zur Verbesserung des Sicherheitsbewusstseins bekannt.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Am heutigen Mittwoch jährt sich der tödliche Unfall von Sean Edwards. Der Porsche Supercup-Pilot kam während eines Fahrercoachings auf dem Queensland Raceway in Australien ums Leben. Seine Mutter Daphne gründete ein halbes Jahr nach seinem Tod die Sean Edwards Foundation (SEF). Diese gab nun bekannt, dass sie den ersten Todestag Edwards' dazu nutzt, bedeutende Sicherheits-Initiativen in die Wege zu leiten.

Sean war so kritisch wie jedermann, wenn es um das Thema Sicherheit während der Ausbildung ging, musste aber dennoch den höchsten Preis zahlen.
Daphne McKinley

"Aus offensichtlichen Gründen ist dies ein unglaublich wichtiger Tag für die Stiftung", erklärte Gründerin Daphne McKinley. "Wir wollen allerdings mehr, als nur auf den ersten Jahrestag des Todes von Sean aufmerksam machen. Aufgrund der persönlichen Erfahrung und nachfolgenden Gesprächen mit diversen Vertretern der Industrie wurde deutlich, dass viel mehr getan werden sollte, um Fahrern bezüglich der potenziellen Gefahren durch Schulung die Augen zu öffnen. Außerdem geht es um positive Veränderungen der Branche als Ganzem", erläuterte sie.

"Sean war so kritisch wie jedermann, wenn es um das Thema Sicherheit während der Ausbildung ging, musste aber dennoch den höchsten Preis zahlen. Ich weiß, dass viele Fahrer ebenso denken, aber es bedarf der gemeinsamen Mitwirkung aller Beteiligten - Rennstreckeneigner, Promotors, Organisatoren, Hersteller und Verbände -, um eine wirkliche Veränderung zu erreichen. Hoffentlich wird die Arbeit der SEF als Katalysator wirken."

Drei Projekte auf den Weg gebracht

"Prinzipiell handelt es sich dabei um Lobbyarbeit bei wichtigen Entscheidungsträgern und Meinungsmachern auf nationaler und internationaler Ebene", erklärte die Stiftung in einem Statement. "Dabei geht es um die Annahme von Vorschlägen, die seitens der Sean Edwards Stiftung für unerlässlich gehalten werden, wenn künftig jene Konsequenzen vermieden werden sollen, die zur Gründung der Charity geführt haben."

Zu diesem Zweck habe SEF drei Initiativen konzipiert, die dazu dienen sollen, die fahrerischen Qualitäten der Piloten auf allen Ebenen des internationalen Motorsports zu verbessern. Zunächst wird sich die Aufmerksamkeit auf den Sean Edwards Test (SET), Fast Track sowie die Hilfe nach Unfällen konzentrieren.

SET wird sich darum bemühen, junge und talentierte Fahrer zu finden, die normalerweise wohl kaum die Aufmerksamkeit existierender Ausbildungsprogramme wecken würden.
Statement der Stiftung

Der Sean Edwards Test soll aus einer Simulatorsitzung, einer Anleitung durch professionelle Rennfahrer sowie einer Schulung durch Fallgeschichten und Onboard-Aufnahmen bestehen. Die Stiftung fordert, dass Fahranfänger, Amateure oder Herrenfahrer nur dann eine Rennlizenz erhalten, wenn sie diesen Test absolviert haben. Die Stiftung kritisiert, dass es bislang im Rahmen des Motorsport-Trainings keine Kurse oder Tests zum Thema Sicherheitsbewusstsein gibt.

Das Projekt Fast Track soll Edwards' Vermächtnis werden. "Eine von Seans Leidenschaften war es, aufstrebende und talentierte Fahrer anzuleiten", heißt es in dem Statement der Stiftung. "SEF wird sich darum bemühen, junge und talentierte Fahrer zu finden, die normalerweise wohl kaum die Aufmerksamkeit existierender Ausbildungsprogramme wecken würden. Forschung unter dem Dach der Motorsportgemeinschaft wird dazu beitragen, jene Schlüsselattribute zu definieren, die SEF vorschweben. Auf genau diese wird es dann bei der Auswahl der Fahrer ankommen." Fahrer, die die gewünschte Einstellung, das Talent und die erwähnten Attribute unter Beweis stellen, sollen mit der "Sean Edwards Memorial Trophy" ausgezeichnet werden.

Das dritte Projekt lautet Unfallhilfe. Dabei geht es darum, dass die Stiftung in Verbindung mit führenden Sporthochschulen Reha-Zentren entwickeln wird, die verletzten Rennfahrern nach Unfällen beistehen sollen. "Die Stiftung wird als Koordinator und Moderator fungieren, wenn es darum geht, Fahrern bei der Überwindung körperlicher Verletzungen, psychischer Beeinträchtigungen und finanzieller Probleme zu helfen." Zudem will sich die Stiftung für ein Verbot offener Sturzhelme und ungeeigneter Beifahrersitze einsetzen sowie die Förderung von Sicherheitszellen unterstützen.


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