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NASCAR

Überzeugende Leistung und Pech - Jacques Villeneuves NASCAR Debüt

Lange musste Jacques Villeneuve seinem NASCAR Debüt entgegen fiebern. Doch in der Glücksspielmetropole Las Vegas fehlte dem Kanadier vor allem eines: Glück.
von Christoph Jordan

Motorsport-Magazin.com - Die Fachwelt staunte nach dem Qualifying, welches einige Stunden vor dem Rennen ausgetragen wurde, nicht schlecht. Der Rookie Jacques Villeneuve konnte sich bei seinem Debüt gleich für die siebente Position qualifizieren, und das obwohl wegen Regens zusätzliche Trainingszeit gestrichen wurde. Diese starke Leistung zog noch zusätzliche Sponsoren an. Große Sonax Aufkleber wurden in letzter Sekunde provisorisch auf dem Toyota Tundra Truck geklebt, aber so ist NASCAR nun einmal.

Im Rennen war dem Indy500 Sieger die fehlende Erfahrung anzumerken. Vor allem bei den Restarts verlor der ehemalige Formel 1 Pilot einige Positionen. Gleich am Start ging es von der 7. auf die 17. Position nach hinten. "Beim ersten Start ist mir ein großer Fehler unterlaufen", sagte Villeneuve. "Das wird mir nicht mehr passieren. Ich habe auch gelernt, dass diese Jungs von Anfang an sehr hart zur Sache gehen."

In der 47. Runde war das Rennen des Kanadiers dahin. Villeneuve fuhr auf Brian Scott auf, der vor ihm unerwartete Probleme bekommen hatte, und drehte diesen um. Ein Ausweichen war bei den hohen Geschwindigkeiten und geringen Abständen nicht mehr möglich. Trotz einer längeren Reperaturarbeit konnte das Team Villeneuve ohne Rundenrückstand auf die Strecke zurückschicken.

"Ich sah den roten Truck direkt vor mir, als er in Probleme kam und plötzlich langsamer wurde", sagte Villeneuve direkt nach dem Rennen. "Ich hab ihn dann hinten erwischt und konnte nicht mehr ausweichen. Dabei wurde die Front meines Trucks stark beschädigt. Ich hab daraus aber viel gelernt. Ich war überrascht, denn der Aufprall war nicht hart, hat aber große Schäden hinterlassen. Das habe ich nicht erwartet. Auch wenn der Truck beschädigt war, es war ein großartiger Lernprozess."

Auch sein Teamchef Bill Davis war zufrieden mit seinem Schützling. "Dieser Zwischenfall hat ihn Welten gekostet", wurde Davis zitiert. "Er war sicherlich einer von den führenden Trucks, aber nach diesem Unfall hatte er keinen Grip an der Vorderachse. Ein Platz in den Top10 wäre möglich gewesen." In Runde 79 folgte schließlich die Überrundung und das Rennen war vorbei. Gerade in der NASCAR Serie ist es sehr wichtig in der gleichen Runde mit dem Führenden zu bleiben, da bei Gelbphasen somit aufgeschlossen werden kann.

Villeneuve kam zwar nur auf Position 21 ins Ziel, doch der Kanadier hat Eindruck hinterlassen. Buddy Lazier feierte gestern ebenfalls sein Debüt und kam auf Platz 24 ins Ziel. Eines haben die beiden gemeinsam. Beide sind Indy 500 Sieger.


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