Motorsport-Magazin.com Plus
NASCAR

Sieg für Truex Jr. und eine traurige Nachricht - Rennen in Dover

Während Martin Truex Jr. in Dover seinen ersten Nextel Cup Sieg feierte, betrauerte NASCAR den Tod von Bill France Jr., der die Serie nach oben gebracht hatte.
von Falko Schoklitsch

Motorsport-Magazin.com - Es war so einiges, was am Montag in NASCAR zusammenkam. Da war einerseits Martin Truex Jr., der ausgerechnet bei seinem wegen Regens um einen Tag verschobenen Heimrennen den ersten Sieg im Nextel Cup feiern konnte. Der Pilot von Dale Earnhardt Inc. (DEI), der 2004 erstmals ein Rennen in der Serie bestritt und bis dato 58 Mal am Start war, konnte damit die Siegesserie des Teams von Hendrick Motorsports stoppen, das zuletzt fünf Mal siegreich geblieben war. Die Plätze zwei und drei gingen an Ryan Newman und den Gewinner das samstäglichen Busch Series Rennens Carl Edwards.

Wir werden Rennen gewinnen und in Zukunft um die Meisterschaft kämpfen
Martin Truex Jr.

"Es ist jetzt einfach nur schön, still zu sein und die Tatsache absacken zu lassen, dass wir wirklich hier sind. Wir werden Rennen gewinnen und in Zukunft um die Meisterschaft kämpfen", meinte ein erleichterte Truex Jr. nach dem Rennen. Newman, der aus der Pole gestartet war, konnte dem Sieger nur Respekt zollen: "Er mag diese Strecke und das ist Pech für mich. Den ganzen Tag da vorne zu sein und viele Runden zu führen, ist aber ein gutes Gefühl, auch an einem Montag". Newman hatte 135 Runden geführt, aber Truex Jr. war sogar 216 Runden in Führung gelegen.

Für Hendrick Motorsports war der Montag hingegen kein so guter Tag. Denn nur Jeff Gordon schaffte es als Neunter in die Top Ten, liegt damit aber noch 152 Punkte vor Jimmie Johnson an der Spitze der Meisterschaft. Johnson konnte nur den 15. Platz erobern, die anderen beiden Hendrick-Piloten Casey Mears und Kyle Busch erreichten die Plätze 13 und 17. Der andere Busch, Kurt, sorgte für die Auseinandersetzung des Rennens. In Runde 271 kollidierte er mit dem Auto von Tony Stewart, was eine Gelbphase zur Folge hatte. Stewart kam danach an die Box und Busch parkte sich direkt neben ihn - wobei er beinahe einen Mechaniker überfuhr -, um seinem Kontrahenten die Meinung zu sagen. Nach dem Rennen ging die Diskussion weiter.

Tony Stewart hatte ein unfeines Treffen mit Kurt Kurt Busch - Foto: Sutton

"Es geht darum, mit den Leuten respektvoll zu racen und das hat er in diesem Jahr mit niemandem gemacht", schimpfte Stewart danach. Busch sah die Sache natürlich etwas anders. "Ich bin den ganzen Tag gegen den Typen gefahren und er hat keinen Zentimeter nachgegeben. Wir sind 15 Runden Seite an Seite gefahren - bei vollem Tempo. Mein Auto kam ihm näher und näher und er traf mich bei einigen Restarts. Ich weiß nicht, was er heute wollte. Ich weiß nicht, was Tony Stewart heute für uns geplant hatte. Schließlich hat er mich rausgehauen. Er hat erreicht, was er wollte. Ich bin deswegen noch immer verwirrt."

Bill France Jr. verstorben

Doch alle Siege und Streitigkeiten waren im Montag in der NASCAR fast nur Nebensache, da Bill France Jr. im Alter von 74 Jahren verstorben war. Er war der Sohn von Bill France Sr., dem Gründer von NASCAR und als er 1972 das Unternehmen übernahm, begann der Aufstieg der Serie zur beliebtesten in den USA. Dabei hatte France Jr. zu Beginn aber mit den großen Fußstapfen seines Vaters zu kämpfen, die nicht gerade leicht auszufüllen waren. Bill France Sr. war für alle eine Respektsperson und eine beeindruckende Erscheinung. Seinem Sohn hatte man zunächst nicht derlei Führungsqualitäten zugetraut.

Er wird vermisst werden. Es wird schwer, Teil dieses Sports zu sein, wenn er nicht mehr da ist
Jeff Gordon

Doch Bill Jr. führte NASCAR zu neuen Höhen, vor allem als die Tabakkonzerne in die Serie einstiegen und es für drei Jahrzehnte den Winston Cup gab, der nicht nur zufällig den Namen einer Zigarettenmarke trug. 1979 hatte France Jr. die erste vollständige Fernsehübertragung eines Rennens veranlasst, wobei damals eine Rauferei nach dem spannenden Zieleinlauf half, das Interesse an der Rennserie zu steigern. Schließlich ging er eine Kooperation mit Speedway Motorsports Inc. ein und brachte die Serie in die großen Ballungsräume wie Chicago oder Kalifornien und NASCAR wuchs und gedieh.

2003, als France Jrs. Gesundheit bereits angeschlagen war, übergab er die Verantwortung für NASCAR schließlich seinem Sohn Brian, der nun seinerseits in große Fußstapfen zu treten hatte. Aber sein Vater blieb ihm ständig eine helfende Hand, bis zum Schluss, als er aufgrund von gesundheitlichen Problemen als Folge einer Krebserkrankung verstarb. "Er wird vermisst werden. Es wird schwer, Teil dieses Sports zu sein, wenn er nicht mehr da ist", sagte der viermalige Meister Jeff Gordon über das Ableben von Bill France Jr.


nach 12 von 36 Rennen