NASCAR

NASCAR: Ab 2019 können Rennsieger disqualifiziert werden

Die NASCAR zeigt ab der Saison 2019 kein Erbarmen mehr mit nicht regelkonformen Siegerautos. Kurz nach dem Rennen erfolgt die Disqualifikation.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Die NASCAR bricht mit einer Tradition und ändert den Umgang mit nicht regelkonformen Autos. Bislang wurde der Sieger eines Events zwar bestraft, wenn sein Fahrzeug durch die technische Kontrolle fiel. Den Sieg durfte er aber behalten. Damit ist nun Schluss: Die NASCAR führt Disqualifikationen ein.

Geplant ist, dass nach dem Rennen innerhalb von 90 bis 120 Minuten das Auto des Siegers, des Zweitplatzierten sowie mindestens ein weiteres, zufällig ausgewähltes Fahrzeug kontrolliert werden. Mit dem engen Zeitplan will die NASCAR sicherstellen, dass die Fans auch weiterhin noch am selben Tag wissen, welcher Fahrer das Rennen gewonnen hat.

Bislang erfolgten die technischen Kontrollen erst am Dienstag oder Mittwoch im NASCAR Research & Development Center in Concord, North Carolina. Wenn das Auto des Siegers nicht dem Reglement entsprach, bekam er eine sogenannte L1- oder L2-Strafe. Mit L1 und L2 wird die Härte der Strafe bezeichnet. Das reicht von Punktabzügen über die Sperre des Crewchiefs bis hin zu Geldstrafen.

Da diese Strafen erst Tage später ausgesprochen wurden und für die Fans recht komplex waren, setzt die NASCAR nun auf die Disqualifikation sowie den Abzug der Punkte für den Rennsieg, der Playoffpunkte und der Stage-Punkte. Der Sieg zählt zudem nicht mehr als Kriterium für das Erreichen der Playoffs beziehungsweise der nächsten Runde in den Playoffs.

Wenn der Sieger disqualifiziert wird, fällt er auf den letzten Platz zurück - für den es einen Punkt gibt - und die nachfolgenden Piloten rücken auf. Das soll auch für mehr Fairness sorgen. Bislang wurde der Zweitplatzierte auf unfaire Weise um den Erfolg gebracht, wenn das Siegerauto nicht regelkonform war.

Die NASCAR hatte bei dem Wechsel zu einer neuen Herangehensweise aber nicht nur die Fans im Hinterkopf, sondern auch die Teams. Die Offiziellen sind die 'Katz-und-Maus-Spiele' mit den Teams leid. Ihrer Meinung nach hat sich bei den Teams eingebürgert, die NASCAR mit dem Ausnutzen von Graubereichen herauszufordern und Strafen zu provozieren. Damit soll nun Schluss sein.

Künftig wird bereits zu Beginn des Rennwochenendes streng kontrolliert. Zusätzlich wird es aber auch weiterhin die Kontrollen im R&D Center geben.

Vollkommen neu sind Disqualifikationen in der Geschichte der NASCAR nicht. Bereits beim ersten Rennen im Jahr 1949 wurde Glenn Dunaway wegen illegaler Federn disqualifiziert und Jim Roper erbte den Sieg. Zum letzten Mal wurde der Sieger eines Rennens im Jahr 1960 disqualifiziert. Damals verlor Emanuel Zervakis den Sieg wegen eines zu großen Tanks. Joe Weatherly bekam damals den Sieg zugesprochen.

Qualifying wird komprimiert

Eine weitere Neuerung im Reglement der Monster Energy NASCAR Cup Series betrifft das Qualifying. Bei Events auf Shorttracks und Intermediate Speedways wird das Zeitfahren komprimiert. Q1 wird von 15 auf zehn Minuten verkürzt und ist damit genauso lang wie Q2. Q3 behält seine Dauer von fünf Minuten. Nicht betroffen von dieser Neuregelung sind die Qualifyings auf Superspeedways und Road Courses. Die Pause zwischen den Qualifyingabschnitten wird auf allen Rennstrecken von sieben auf fünf Minuten reduziert.

Gen-7-Auto soll 2021 kommen

Die NASCAR warf außerdem einen Blick in die Zukunft und nannte einen Termin für die Einführung des Gen-7-Autos: 2021. Details zum Nachfolger der aktuellen Boliden nannten die Offiziellen nicht. Sie teilten lediglich mit, dass das 2019er Aerodynamikpaket bereits ein erster Schritt in die Richtung ist, in die es künftig gehen soll.


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