NASCAR

NASCAR: Erster Indianapolis-Sieg für Brad Keselowski und Penske

Das letzte Rennen vor den Playoffs gewann Brad Keselowski nach 160 Runden auf dem Indianapolis Motor Speedway. Kyle Busch ist Regular Season Champion.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Brad Keselowski gewann das von Sonntag auf Montag wegen dem Tropensturm 'Gordon' verlegte 26. Saisonrennen und damit das Regular Season Finale vor den Playoffs 2018. Es war der erste Sieg für Keselowski und sein Team Penske auf dem Traditionskurs. Für Keselowski war es der zweite Saisonsieg nach Darlington in Folge und der 26. Erfolg in seiner Karriere. Clint Bowyer und Teilzeit-Fahrer Matt Kenseth gewannen zum ersten Mal eine Stage in diesem Jahr. Kyle Busch belegte Rang acht und erhielt nach dem Rennen den Pokal für den 'Regular Season Champion'. Jimmie Johnson und Alex Bowman schafften als letzte Fahrer den Sprung in die Top-16 für die Playoffs.

Vor dem Start: Kyle Busch erbt Pole Position nach Tropen-Sturm

Ein Tropensturm sorgte dafür, dass am Samstag überhaupt kein Rennbetrieb möglich war. Nach den beiden Trainingseinheiten musste auch zum ersten Mal ein Qualifying auf dem Indianapolis Motor Speedway abgesagt werden. Nach Martinsville ist es das zweite Rennen in dieser Saison mit einer Startaufstellung nach den Owner-Points. Der wegen dem Tropensturm 'Gordon' um eine Stunde vorverlegte Rennstart konnte auch am Sonntag zeitlich nicht eingehalten werden. Leichter Regen sorgte für eine Verzögerung und nach weiterem Dauerregen musste das Rennen auf Montag verschoben werden.

Gibbs-Toyota-Pilot Kyle Busch erbte die Pole Position und steht damit zum vierten Mal in dieser Saison auf dem besten Startplatz. Kevin Harvick startet ebenfalls aus der ersten Reihe. Titelverteidiger Martin Truex Junior verlor seinen dritten Startplatz und muss mit dem ebenfalls bestraften Daniel Suarez von hinten starten. Die Hendrick-Teamkollegen Jimmie Johnson und Alex Bowman müssen noch um die Playoff-Teilnahme bangen und beginnen das Rennen über 160 Runden von Platz 14 und 15. Vorjahressieger Kasey Kahne sagte gesundheitsbedingt das Rennen kurzfristig ab. Für Kahne kommt Regan Smith zu seinem Saisondebüt.

Regen über dem Indianapolis Motor Speedway - Foto: NASCAR

Start/Stage 1: Erster Stage-Sieg für Clint Bowyer

Alle Fahrer hatten am gesamten Wochenende vor dem Start noch keine einzige Meile auf dem Speedway absolviert. Aus diesem Grund legte NASCAR zum ersten Mal zwei Competition Caution fest. Mit 25 Stunden Verspätung konnte das Regular Season Finale endlich gestartet werden, nachdem Pace-Car-Fahrer Dale Earnhardt Junior in die Boxengasse abgebogen war.

Polesetter Kyle Busch setzte sich beim Start durch und führte nach einer Runde vor Harvick und Kurt Busch. Harvick machte einen Boxenstopp kurz vor der Competition Caution in Runde zehn und kassierte eine Strafe. Denny Hamlin führte nach dem Restart vor Clint Bowyer und Kyle Busch. Kurz darauf war Kyle Busch schon wieder Zweiter. Die Top-3-Fahrer konnten sich etwas von den Verfolgern Erik Jones und Paul Menard absetzten.

Die zweite Competition Caution kam in Runde 30. Kurt Busch führte beim Restart vor dem schnellsten Stopper Bowyer. Dritter war Chase Elliott vor Brad Keselowski. Die nächste Caution erfolgte in Runde 40, als Champion Truex qualmend mit Kaltverformungen die Garage aufsuchte. Einige Fahrer absolvierten erneut einen Boxenstopp. Beim Restart mit Leader Kurt Busch vor Bowyer waren noch fünf Runden in der ersten Stage zu fahren. Bowyer gewinnt nach 50 Runden zum ersten Mal eine Stage in dieser Saison. Zweiter wurde Kurt Busch vor Hamlin, Kyle Larson, Kyle Busch, Keselowski, Aric Almirola, Menard, Elliott und Jones.

Stage 2: Erster Stage-Sieg für Matt Kenseth

Nach der Conclusion Caution mit Boxenstopps zwischen den Stages führte Kyle Busch vor Menard und Harvick beim Restart. Blaney gewann das Rennen in der Boxengasse und lag auf Position 13 vor Bowyer und Hamlin. Die fünfte Rennunterbrechung kam in Runde 59 durch David Starr. Darrell Wallace Junior wurde dadurch in einen Dreher gezwungen. Die Top-8-Fahrer blieben auf der Strecke, der Rest kam zum Service herein.

Kyle Busch lag weiterhin in Führung. Erster Verfolger war Harvick vor Rookie William Byron und Austin Dillon. Dann knallte es in Kurve zwei mit Playoff-Anwärter Bowman und A.J. Allmendinger. Erneut machen nur Kyle Busch und einige Fahrer von den hinteren Positionen einen Stopp. Harvick war jetzt Erster vor Byron, Bowyer, Hamlin und Blaney.

Dann drehte sich J.J. Yeley in Runde 76 und sorgte für die siebte Gelbphase und die nächsten Boxenstopps. Beim Restart lag Kyle Busch außerhalb den Top-20. Zur Rennhalbzeit führte nach 80 Runden Harvick vor Bowyer und Blaney. Harvick setzte sich nun etwas ab und führte fünf Runden später mit 3.6 Sekunden Vorsprung. In Runde 90 kam Harvick unter Grün zum Service. Der neue Leader Bowyer und Hamlin machten anschließend ebenfalls einen Stopp.

Jetzt war Kenseth mit deutlichem Vorsprung der Leader. Die Top-Fahrer veranstalteten ein 'Pit-Strategy-Shuffle'. Nach 100 Runden hatte auch Teilzeit-Fahrer Kenseth seine erste Stage in diesem Jahr gewonnen. Zweiter wurde Elliott vor Jones, Logano, Kurt Busch, Suarez, Keselowski, Byron, Ryan Newman und Johnson.

Stage 3: Brad Keselowski bezwingt Denny Hamlin

Beim Restart zur dritten Stage über 60 Runden führte Byron vor Bowyer, Hamlin, Harvick und Larson. Byron fiel sofort zurück und Bowyer übernahm das Kommando an der Spitze mit Hamlin im Rückspiegel. Kyle Busch kam in Runde 120 unter Grün zum Service. Hamlin besuchte in Runde 127 seine Crew. Dann kam auch Bowyer und Kurt Busch war neuer Leader. Ab Runde 135 lag Keselowski plötzlich in Front.

Nach 140 Runden war Hamlin hinter Johnson und vor Bowyer Dritter. 17 Runden vor Rennende ging Hamlin in Führung und gleichzeitig gab es wegen Debris die neunte Caution. Die Reihenfolge beim Restart: Der noch sieglose Hamlin führte vor Bowyer, dem ebenfalls sieglosen Jamie McMurray, Harvick und Jones. Hamlin gewann den Restart. Bowyer und McMurray hatten leichten Kontakt. Dann knallte es in Runde 153. Jeffrey Earnhardt und Landon Cassill konnten sich nicht einigen.

Jetzt waren noch drei Runden zu fahren. Hamlin gewann erneut den Restart vor Keselowski und Jones. Dann zog Keselowski mit frischeren Reifen an Hamlin vorbei und auch Jones überholte Hamlin in der vorletzten Runde. Keselowski und Team Penske gewannen zum ersten Mal in Indianapolis. Zweiter wurde Jones vor Hamlin, dem die letzte Gelbphase zum Verhängnis wurde. Harvick belegte Rang vier vor Bowyer, Kurt Busch, McMurray, dem Regular Season Champion Kyle Busch, Blaney und Newman. Johnson und Bowman hatten sich mit Rang 16 und 33 als letzte Fahrer für die Playoffs qualifiziert.

PLAYOFF Gesamtstand Top-16: Rennen 0/10 (26/36)
Playoff-Punkte Rennen 1-26: Sieg (5 Punkte), Stage-Sieg (1 Punkt)
Bonus-Punkte Gesamtstand nach Rennen 26: Top-10 (15-10-8-7-6-5-4-3-2-1) Punkte)

1. (1) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.050 Punkte
2. (2) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.050* Punkte
3. (3) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 2.035 Punkte
4. (4) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 2.019 Punkte
5. (5) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.015 Punkte
6. (7) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 2.015 Punkte
7. (6) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.014 Punkte
8. (8) #9 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2.008 Punkte
9. (12) #12 Ryan Blaney (Ford) Team Penske, 2.007 Punkte
10. (9) #20 Erik Jones (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.005 Punkte
11. (10) #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 2.005 Punkte
12. (11) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 2.005* Punkte
13. (13) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2.003 Punkte
14. (14) #14 Aric Almirola (Ford) Stewart-Haas Racing, 2.001 Punkte
15. (15) #21 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsport, 2.000 Punkte
16. (16) #88 Alex Bowman (Chevrolet) Hendrick Motorsport, 2.000 Punkte
*Harvick (Las Vegas I): 7 Bonuspunkte für Renn-Sieg und 2 Stage-Siege wurden aberkannt
*Larson (Kansas I): 1 Bonuspunkt für Stage-Sieg wurde aberkannt

Offizielle Ergebnisse kommen am Dienstag


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