Motorsport

Skandal in der TCR Europe: Borkovic prügelt auf Fan ein

Der Serbe Dusan Borkovic hat nach dem Rennen in Monza einen Fan geschlagen. Dieser habe ihn beleidigt. So rechtfertigt er sich.
von Haris Durakovic
Dusan Borkovic schlägt spanischen Fan: (:00 Min.)

Unglaubliche Bilder nach dem zweiten Lauf der TCR Europe in Monza. Dusan Borkovic, bis dato heißer Anwärter auf den Titelgewinn, ging auf einen Fan seines größten Rivalen in der Meisterschaft, dem Spanier Mikel Azcona, los und verpasste ihm einen Faustschlag. Die schockierenden Bilder nahmen die Rennkommissare zur Kenntnis und verhängten dem Target Competition-Piloten eine empfindliche Strafe. Borkovic wurde nachträglich aus der Wertung genommen und sämtliche Punkte, die er in Monza eingefahren hat, wurden ihm gestrichen. Der Rückstand in der Meisterschaft beträgt bei nur noch zwei verbleibenden Rennen in Barcelona 30 Punkte.

Borkovic: "Jeder Serbe hätte das getan"

Just in Belgrad angekommen, ließ Borkovic eine Pressekonferenz anberaumen und wandte sich an die Anwesenden: "Das war ein schmutziges, abgekartetes Spiel der Spanier. Das haben die italienischen Fahrer in Interviews gesagt. Ja, ich habe diesen Fan geschlagen. Es war unnötig, auf ihre Provokationen hereinzufallen. Aber ich bin überzeugt davon, dass jeder Mann, jeder Serbe so gehandelt hätte, wenn jemand anders versucht hätte, ihn, seine Frau, seine Verwandtschaft, ganz Serbien anzugreifen. Ich bin überzeugt davon, dass dies alles passiert ist, damit ein Serbe nicht TCR Champion wird."

Borkovic spricht von einem Komplott gegen ihn, von einer Verschwörung der spanischen Art. Dem voran ging allerdings eine belgisch-serbische Begegnung auf der Strecke. Nach einem harten Zweikampf mit dem Belgier Benjamin Lessennes holte sich Borkovic in Runde 2 an seinem Hyundai i30 N TCR einen Reifenschaden. Bitter für den Serben in dieser Situation: Azcona wurde Fünfter und konnte seinen Vorsprung auf Borkovic in der Meisterschaft auf 20 Punkte ausbauen. Durch den Ausschluss aus beiden Rennen gehen dem Serben somit die zehn Punkte, die er im ersten Lauf eingefahren hat, ebenfalls durch die Lappen. 30 Punkte bei nur noch zwei ausstehenden Rennen sind eine harte Nuss zu knacken.

Nach dem Rennen ging der aufgebrachte Borkovic zur Box von Autodis Racing by THX, dem Team von Lessennes, um ihn zur Rede zu stellen. "Ich richtete einige nicht so schöne Worte an ihn, wie 'Idiot' oder 'Dummkopf'", so der Serbe. "'Wer hat dich dafür bezahlt?', wollte ich wissen. Er fing an zu weinen und sagte nur 'Sorry, sorry!'"

Als Borkovic schließlich die Box des Teams verlassen hat, habe sich mehr als 30 Fans von Azcona um ihn versammelt, so mondo.rs. Er ging zur Box des Spaniers, um ihm zu gratulieren. Jener habe dies als Provokation empfunden. Denn der Spanier sei der Meinung gewesen, Borkovic habe ihn auf der Strecke getroffen. Der Serbe habe Azcona daraufhin erklären wollen, dass dies lediglich ein Zufall gewesen sei. Denn er habe nach dem Zusammenstoß mit Lessennes einen Reifen verloren, der das Auto des Spaniers getroffen habe. Der Spanier schien von Borkovics Erklärung nicht sonderlich begeistert, einige Flüche folgten.

Spanische Fans beleidigen Borkovic und seine schwangere Frau

Dies entging den Fans des Spaniers nicht, die sich nun verbal auf Borkovic eingeschossen haben sollen. "Ja, ich war wütend. Ich habe einen der Fans geschlagen, aber er hat mich vorher mit seinem Rucksack geschlagen, und das mehrfach", erklärte der Serbe. "Danach habe ich meine Frau Andrijana gehört, wie sie schrie. Da war noch eine Frau mit ihr. Sie haben sie beleidigt und zogen ihr am Rock. Und sie alle haben sich mit ihren Handys hingestellt und haben es gefilmt. Jetzt ist mir klar, dass das alles ein abgekartetes Spiel gewesen ist. Ich habe zu hundert Prozent verteidigt und das hat die Polizei, die den Vorgang untersucht und unsere Aussagen aufgenommen hat, bestätigt."

Borkovic sieht sich auch von der Rennleitung unfair behandelt, denn schließlich habe er nicht auf einen Fahrer, ein Teammitglied oder einen Offiziellen eingeprügelt, sondern auf einen Fan. Daher wollten er und sein Team Berufung gegen die Entscheidung einlegen, doch sei er zwei Minuten zu spät dran gewesen. "Eine Berufung einzulegen, ist eine teure Angelegenheit. Und wenn ich mir das jetzt so anschaue, wäre das herausgeschmissenes Geld gewesen. Das ist ein Spiel der Mächtigen", so ein enttäuschter Borkovic. "Sie spielen ein schmutziges Spiel. Da werde ich nicht mitspielen - so etwas habe ich nie gemacht. Ich war immer anständig und werde das auch bleiben. Ich möchte ihn (Ascona - die Redaktion) in Barcelona schlagen, auf ehrliche Weise und es damit allen zeigen."


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