Motorsport

GT-Unfall in Macau: Coulthard macht sich über di Grassi lustig

Die irre GT-Karambolage in Macau bringt Lucas di Grassi auf eine Idee. Für seinen Vorschlag zur möglichen Verbesserung der Sicherheit erntet er Spott.
von Robert Seiwert
GT-Weltcup in Macau: Massencrash im Quali-Rennen: (12:24 Min.)

Der irre Massen-Unfall beim GT-Rennen in Macau ist noch nicht verdaut. Beim spektakulären Crash im Qualifikations-Rennen wurden insgesamt zwölf GT3-Rennwagen beschädigt - und das schon in der ersten Runde. Darunter - wortwörtlich - auch Lucas di Grassi, der sich nach der Karambolage mit seinem Audi tatsächlich auf Marco Wittmanns BMW wiederfand. Nur 8 der 20 gestarteten Rennwagen konnte nach einer Unterbrechung wieder an den Start gehen.

Der durch Mercedes-Pilot Daniel Juncadella ausgelöste Unfall in der extrem engen und blinden Police-Kurve brachte di Grassi zum Nachdenken. Der amtierende Champion der Formel E - ohnehin gern mit innovativen Ideen für den Motorsport unterwegs - regte bei Twitter eine Neuerung an.

Di Grassis Vorschlag bei Twitter

"Nach den Geschehnissen beim GT-Rennen in Macau ist es an der Zeit, ein automatisches Fahrer-Warnsystem zu entwickeln, basierend auf GPS und den Beschleunigungsmessern in allen Autos im Rennen. Das könnte die Schwere solcher Unfälle verhindern oder verringern."

Ein Vorschlag, der für Diskussionen im Internet sorgte. Die eine Seite von di Grassis Gefolgschaft bei Twitter unterstützte die Idee, die möglicherweise für weniger Unfälle sorgen könnte. Auf der anderen Seite hagelte es auch Kritik, schließlich solle doch bitteschön der Rennfahrer selbst für sein Glück oder Unglück verantwortlich sein.

Coulthard witzelt über di Grassi

Unter die Kritiker mischte sich auch ein prominenter Vertreter: David Coulthard. Der langjährige Formel-1-Fahrer reagierte etwas überspitzt auf di Grassis Tweet und feuerte sarkastisch zurück: "Lasst uns eine Idioten-Anzeige entwickeln, ein Frühwarnsystem für schlechte Investierungen und virtuelle Lebensformen, um unser perfektes Leben zu leben. Auf diesem Wege hätte ich Weltmeister sein können."

Im Internet wurde DC für seinen Eintrag gefeiert, der Tweet mehr als 500 Mal retweeted und 3.000 Mal geliked. Rennfahrer wie Karun Chandhok, Kris Meeke und Kelvin van der Linde gehörten zu den Gratulanten für den spitzen Kommentar. Nicht wenige Fans unterstellten di Grassi in diesem Zuge, er wolle den Motorsport voll automatisieren - traditionell arten Reaktionen auf neue Sicherheitsvorschläge, wie das Halo in der Formel 1, ohnehin erst einmal komplett aus.

So reagiert di Grassi auf DC

Coulthards spöttische Bemerkung blieb di Grassi natürlich nicht verborgen. Der Audi-Werksfahrer stellte klar: "Hi David! Ich schlage nur ein automatisches Gelbe-Flaggen-System vor, dass den Fahrer in dem Moment, in dem ein Unfall passiert, INFORMIERT. Und das unabhängig von Flaggen der Marschalls und der Reaktionszeit des Renndirektors. Übrigens, ich mag unorganische Lebensformen..."

Heißt: Di Grassi wollte sich nicht für eine weitere Automatisierung aussprechen, sondern für ein verbessertes Warnsystem für die Fahrer. Zwar erhalten die Piloten im Falle von gelben oder roten Flaggen ein Signal auf dem Dashboard, dieses muss allerdings manuell durch die Rennleitung aktiviert werden. Eine auf GPS basierte Lösung würde die Reaktionszeit verbessern - sofern dieses System einwandfrei funktionieren würde.

Beim GT-Rennen in Macau bestand das Problem, dass die Rechtskurve namens Police nicht einsehbar ist. Hinter dem gestrandeten Juncadella konnte der Folgende Laurens Vanthoor - 2016 auf dem Dach liegend zum Sieger gekürt - den Mercedes nicht sehen, wurde aber auch nicht rechtzeitig gewarnt, weil das Feld zu diesem Zeitpunkt noch extrem eng zusammenlag. Der Mercedes und der Porsche daneben bildeten somit eine Mauer, in die der Rest mehr oder weniger ungebremst reinknallte.


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