Marc Marquez kämpfte im Rennen der MotoGP in Spielberg am Sonntag mit stumpfen Waffen. Bereits beim Sprint hatten sich KTM-Star Pedro Acosta und Aprilia-Fahrer Jorge Martin als Favoriten für den Grand Prix von Österreich herauskristallisiert. Ducatis Speerspitze konnte diesmal keine Gegenwehr leisten. Mit Problemen am Motorrad war für Marquez schon von der ersten Runde an Survival angesagt. Doch auch die Markenkollegen blieben nicht verschont.
"Der Kampf um das Podium wäre für uns vom Speed her mindestens drin gewesen. Wir hatten mehr Schwierigkeiten als an anderen Wochenenden, das stimmt. Aber wir waren dran. Das Problem ist, dass ich im ersten Teil des Rennens sehr viele Probleme mit der Bremse am Vorderrad hatte", sagt Marquez nach dem 15. von 22 Rennen im diesjährigen MotoGP-Kalender, bei dem es für ihn von Anfang an rückwärts ging.
Im Sprint hatte er von Startplatz zwei in Kurve 2 noch mit einem Gewaltmanöver die Führung von Martin übernommen. Beim Start des Grand Prix hatte er an demselben Punkt der Strecke bereits zwei Positionen an Marco Bezzecchi und Ai Ogura verloren. Im weiteren Verlauf der Startrunde ging auch Pedro Acosta vorbei. "Ich konnte in der ersten Runde gar nicht hart anbremsen. Ich habe nur versucht, zu verstehen, was der Bremshebel an jedem Bremspunkt macht und dabei habe ich viel verloren."
Ducati-Bremse sorgt fast für Sturz von Marc Marquez im MotoGP-Rennen in Spielberg
In der neunten Runde konnte er sich noch einmal P4 von Ogura zurückholen, doch der Positionsgewinn hielt nicht lange. Nur einen Umlauf später kam er beim Anbremsen auf Turn 1 heftig quer und musste aufmachen. Der Weg durch die Auslaufzone kostete ihn die Position an Ogura wieder. Gleich darauf ging auch Brad Binder vorbei und verwies ihn auf P6.
"Der Bremshebel war inkonsistent, jeder Bremspunkt war anders. Als ich den Fehler in Kurve 1 hatte, bremste ich und da kam gar nichts. Deshalb ging ich super weit, und nicht nur ein bisschen", so Marquez, der eine Runde später gleich noch von Fermin Aldeguer kassiert wurde und auf Platz sieben zurückfiel. "Ich denke, wir hatten heute sehr großes Glück. An einem Punkt im Rennen dachte ich mir, dass ich nicht weiterfahren kann."
Mehrere Ducati-Fahrer teilen in Österreich das Schicksal von Marc Marquez
Das Problem war für ihn ein bis dato unbekanntes. "Wir haben hier keine Probleme mit Vibrationen. Das ist etwas, woran Brembo sehr hart gearbeitet hat. Normalerweise hast du Vibrationen hier nur in Turn 9, wenn du vorher durch Turn 7 und Turn 8 gefahren bist. Aber auf dem Rest der Rennstrecke war es konstant. Aber wir hatten hier ein großes Problem", erklärt er weiter.
Und nicht nur Ducati-Werksfahrer Marc Marquez kämpfte mit seinem Motorrad. Auch Teamkollege Francesco Bagnaia und die Gresini-Piloten Fermin Aldeguer und Alex Marquez wurden davon geplagt. Letzterer führte das aber nicht auf dieselbe Ursache zurück. "Ich war in einer Gruppe mit sechs Leuten, da überhitzt alles sehr schnell", so Alex Marquez, der in Runde 13 im Kampf gegen Raul Fernandez in Kurve 2 per Vorderradrutscher aus dem Rennen ging.
Ducati von Marc Marquez plötzlich wieder fahrbar - aber zu spät
In der zweiten Rennhälfte erfuhr sein Bike dann scheinbar eine Wunderheilung. Er konnte sich noch einmal zurückkämpfen und zwei der verlorenen Positionen zurückholen. "Die Bremsen begannen von Runde zu Runde zu arbeiten. Ich wurde wieder schneller und gewann einige Positionen, aber da war es natürlich schon zu spät", so der 33-Jährige. "Das Positive ist, dass es etwas ist, das wir in den Daten sehen können. Sie können es also analysieren und versuchen, für die Zukunft eine Lösung zu finden."
In der Weltmeisterschaft verlor er gegenüber Jorge Martin heute weiter an Boden, nachdem er im Sprint die WM-Führung an seinen Rivalen hatte abgeben müssen. Bei noch sieben ausstehenden Rennwochenenden liegt er jetzt zwölf Punkte zurück, doch mit der Schadensbegrenzung ist er an diesem Tag zufrieden. "Wir hatten großes Glück. Das Maximum wäre heute Zweiter oder Dritter gewesen und wir sind am Ende immer noch Fünfter geworden", stellt er noch einmal klar.



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