MotoE

MotoGP-Piloten äußern Kritik an MotoE nach Brand

In Spielberg fackelt erneut ein Motorrad der MotoE im Paddock ab. Stefan Bradl übt deshalb scharfe Kritik an der Elektro-Serie.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Nach dem Brand eines MotoE-Bikes im Paddock von Spielberg herrscht im MotoGP-Fahrerlager Ärger und Entsetzen. Kurz nach 15.30 Uhr fing das Elektro-Motorrad von Niki Tuuli während des Ladens Feuer und ging Augenzeugenberichten zufolge in einer Stichflamme auf.

Zwar waren die extra dafür abgestellten Spezialeinsatzkräfte sofort zur Stelle und brachten die Situation rasch unter Kontrolle, doch dicke Rauschwaden hingen noch lange über dem Paddock. Die meisten MotoGP-Piloten hatten von dem Brand gar nichts mitbekommen, waren viele zu diesem Zeitpunkt doch noch in Meetings mit ihren Technikern.

Motorsport-Magazin.com sprach Stefan Bradl in dessen Pressekonferenz auf den Vorfall an und fragte ihn, ob die MotoE zu früh in den WM-Zirkus eingeführt wurde. "Natürlich!", lautete Bradls klare Antwort, der verärgert hinzufügte: "Es ist das zweite Mal, dass etwas abbrennt." Denn schon beim ersten Test in dieser Saison in Jerez waren bei einem nächtlichen Feuer sämtliche Motorräder abgebrannt.

Aus diesem Grund mussten unter anderem die ersten beiden Saisonrennen abgesagt werden. Am Sachsenring feierte die MotoE eine durchwachsene Premiere, in Spielberg findet nun das zweite Rennwochenende der Elektro-Serie statt. Der neuerliche Zwischenfall wirft kein gutes Licht auf die Sicherheitsstandards.

Grüne Energie = Dieselgenerator

Bradl findet einen weiteren Kritikpunkt: "Auch die Art und Weise, wie sie ihre 'grüne Energie' nutzen, erscheint mir alles andere als logisch." Denn erneut werden die Elektro-Motorräder mit Dieselgeneratoren geladen. Im MotoE-Paddock sind mittlerweile zwar auch Solarpanele montiert, die allerdings bislang reine Zierde sind und keinen Strom generieren.

Für Bradl kommt die Einführung dieser Serie in jedem Fall zu früh: "Gebt ihnen Zeit, alles zu Ende zu entwickeln und dann zurückzukommen. Aber im Moment würdige ich diese Serie nicht einmal eines Blickes."

Johann Zarco reagierte auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com ähnlich. Nach langem Überlegen meinte der Franzose diplomatisch: "Es ist besser, ich äußere mich gar nicht dazu", fügte anschließend allerdings hinzu: "Dieses Elektro-Ding ist sicher nicht die Zukunft."

Ob der Brand nun Auswirkungen auf die weitere Eingliederung der MotoE in das MotoGP-Paddock hat, ist unklar. Die Offiziellen waren nach dem Brand darauf bedacht, den Schein aufrecht zu erhalten, es sei alles in bester Ordnung.


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