Randy, was ist deiner Meinung nach der Grund, warum es bei dir noch nicht ganz so läuft, wie es zu Beginn ausgesehen hatte? In der spanischen Meisterschaft bei deinem ersten Einsatz für das Degraaf-Team im letzten Jahr lief es doch so gut. Wo fehlt es im Moment - am Motorrad oder am Fahrer?
Randy Krummenacher: Letztes Jahr in der spanischen Meisterschaft bin ich mit einer Aprilia RSW gefahren, die quasi das Standard-Motorrad ist. Die war sehr einfach einzustellen. Meine neue RSA für dieses Jahr kam dann doch leider einen Monat zu spät. Wir konnten erst in Estoril das erste Mal testen. Ich habe schnell gemerkt, dass wir noch Zeit brauchen, um das Ganze zu verstehen. Es ist doch ein sehr schwieriges Motorrad. Speziell jetzt am Anfang das Chassis einzustellen. Und das alles zieht sich jetzt nun noch ein bisschen in die Saison hinein. Auch weil wir ja jetzt nur noch ein Training am Freitag haben. In Motegi hatten wir gar kein Qualifying. Das ist für mich in dieser Situation natürlich gar nicht gut gewesen. Auch dass es nur eine Session im Trockenen gab. Und darum läuft es momentan noch nicht ganz so gut.

Aber du bist fit und guter Dinge, dass ihr das in den Griff kriegen werdet?
Randy Krummenacher: Ja also ich bin fit. Ich weiß, ich spüre, dass es vorwärtsgehen wird. Nur momentan muss ich jetzt die Ruhe bewahren.

Siehst du ein wenig neidisch nach vorn, wenn du deine Kollegen aus der früheren Zeit siehst, mit denen du gleichauf warst? Der eine aufs fährt aufs Podium, der Bradl gewinnt mit dem Motorrad letztes Jahr. Wird der Druck für dich größer?
Randy Krummenacher: Der Druck, den ich mir selber mache, wird ein bisschen größer. Andersherum versuche ich, mich da wieder ein wenig runterzuholen und die Ruhe zu bewahren. Denn es bringt nichts, wenn ich es mit der Brechstange versuche denen da nachzufahren. Sondern ich muss es Step-by-Step machen wie 2007. Ich habe gesehen, dass ich noch Zeit brauche, bis ich schnell bin. Und ja, jetzt muss ich mir die Zeit auch noch nehmen. Das ist klar. Ich habe das ja nicht so geplant. Die Saison läuft, aber das geht jetzt nicht mehr anders.

Jerez ist eine Strecke, die du magst. Wo kann man hier die Erwartungen ansetzen?
Randy Krummenacher: Mein oberstes Ziel sind noch immer die Top Ten im Rennen. Ich muss morgen von Anfang an gut dabei sein. Im Zeittraining wäre es gut, wenn ich in der dritten Reihe stehen könnte. Im Rennen ist es dann immer noch etwas anderes. Ich habe eine gute Kondition und kann bis zum Schluss voll am Limit fahren. Und dann hoffe ich schon, dass ich unter die ersten Zehn komme.

Ist es überraschend, dass der Andrea Iannone gleich mal zwei Rennen gewinnt.
Randy Krummenacher: Ja das ist schon überraschend. Denn 2007 war ich meistens vor ihm. Er hat einen großen Schritt gemacht, es passt alles. Man sieht, dass er ganz locker schnell fährt. Und das Gute an ihm ist: Er ist schon an seinem Limit angelangt. Ich komme erst dort hin. Darum sehe ich das eher positiv.

Jetzt werden die Karten offen gelegt. Es sieht nach schönem Wetter aus, wir haben 30 Grad Celsius und "normale" Bedingungen. Darauf habt ihr doch sicher alle schon gewartet?
Randy Krummenacher: Ja vor allem ich! Weil wir haben doch sehr große Änderungen am Fahrwerk gemacht, was wir aber in Motegi nicht testen konnten, weil es geregnet hat. Und jetzt, bei einem richtigen Trockentraining, sieht man schon ob es richtig was bringt. Da bin ich schon sehr froh.