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Moto3

Nach langem Ringen endlich Weltmeister - Danny Kent: Der Moto3-Weltmeister im Portrait

Auch wenn es zum Ende hin schwierig wurde, ist Danny Kent der neue Moto3-Weltmeister. Wir haben das Portrait des Moto3-Weltmeisters:
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Geboren ist Danny Kent am 25. November 1993 im englischen Chippendale. Seine Vorliebe für motorisierte Zweiräder begann wie gewohnt früh, im Jahr 2001 fuhr er auf einem Pocket Bike die ersten Rennen in der Welsh-Minimoto-Klasse. Dort feierte er sein Debüt und seinen ersten Sieg. Sechs Jahre später nahm Kent an der britischen Aprilia-Superteens-Meisterschaft teil und erzielte einige Erfolge. 2008 folgte der Wechsel in die Spanische Meisterschaft, wo er in der 125er-Klasse den neunten Rang in der Gesamtwertung einfuhr.

Im darauffolgendem Jahr wechselte er in den Red Bull Rookies Cup, aus dem so viele Fahrer in die Weltmeisterschaft aufgestiegen sind. In seiner ersten Saison schaffte es Kent auf den vierten Rang. Aus den insgesamt sechs Rennen ging Kent in seiner ersten Saison des Nachwuchs-Cups als Sieger hervor. Deshalb blieb er ein weiteres Jahr und kletterte im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze in der Gesamtwertung hinauf. Mit insgesamt zwei Siegen wurde Kent Vize-Meister und erhielt somit die Chance zum Aufstieg in die 125er-Klasse der Weltmeisterschaft.

Danny Kent dominierte die Saison zumindest zu Beginn - Foto: Tobias Linke

Das letzte Jahr der 125er

In seiner letzten Rookies-Cup-Saison hatte Kent jedoch schon die Möglichkeit, WM-Luft zu schnuppern. Mit einer 125er-Honda durfte Kent bei seinem Heim GP in Silverstone 2010 an den Start gehen, ehe er die letzten vier Rennen der Saison auf einer Lambretta bestreiten durfte. Dieser Ausritt war allerdings wenig erfolgreich für den derzeitigen WM-Leader, da er von den fünf Rennen vier nicht beendete und seine demnach beste Platzierung ein 21. Platz war.

Im Jahr 2011 stieg Kent dann vollends in die 125er-Klasse der Weltmeisterschaft auf. Damit erlebte Kent das letzte Jahr dieser Klasse aktiv mit, da ab 2012 die aus den 125ern die Moto3 wurde. Im Team von Weltmeister-Macher Aki Ajo fuhr Kent zunächst eine Aprilia, bevor das Team im darauffolgenden Jahr zu KTM wechselte. In seiner Rookie-Saison der kleinsten Kategorie lieferte Kent durchwachsene Leistungen. Von insgesamt 17 Rennen beendete er nur vier Rennen nicht in den Punkten, einen Ausfall hatte der Brite sogar nur einmal. Auf tschechischem Boden am Automotodrom in Brünn beendete Kent das Rennen aufgrund eines Unfalls vorzeitig. Am Saisonende hatte Kent 82 Punkte gesammelt, was ihn in seiner Rookie-Saison auf Platz elf in der Gesamtwertung brachte.

In der Moto2 konnte Danny Kent bisher keine Erfolge feiern - Foto: Milagro

Probleme in der Moto2

Nachdem Kent das letzte Jahr in der 125er-Klasse gefahren war, kam auf ihn und das gesamte Fahrerfeld eine neue Herausforderung zu. Im Jahr 2012 feierte die Moto3 ihre erste Saison. Die 125er wurden gegen Motoren mit einem maximalen Hubraum von 250cm³ ausgetauscht. Eine Umstellung, die Kent jedoch gut verkraftete. Er erzielte in Japan und Valencia mit der für ihn ebenfalls neuen KTM zwei Siege und wurde am Ende des Jahres WM-Vierter. Diese Leistung brachte Kent nach zweieinhalb Jahren Moto3-Erfahrung einen Platz im Moto2-Team von Tech3 an. In der Saison 2013 ging er mit Louis Rossi als Teamkollege in der mittleren Klasse der Weltmeisterschaft an den Start. Hier konnte der Brite seine guten Leistungen jedoch nicht fortsetzen. Nicht einmal stand Kent auf dem Podium, keine Pole Positions oder schnellsten Runden. Am Ende der Saison lag er mit gerade einmal 16 gesammelten Punkten auf dem 22. Platz in der Gesamtwertung.

Nach der missglückten Saison in der Moto2 versuchte Kent im Jahr darauf sein Glück wieder in der kleinsten Kategorie. Zum Jahr 2014 wechselte er zurück ins Werksteam von Ajo, das nun mit meinen Husqvarna-Motor an den Start ging. Es war die richtige Entscheidung für Kent, der in diesem Jahr zwar nicht vollständig an seine alten Moto3-Erfolge anknüpfen konnte, seine Leistungen im Vergleich zu Moto2 allerdings immens steigerte. Auch wenn er keinen Sieg nach Hause bringen konnte, so stand er wenigstens in Brünn und Aragon auf dem Podium.

In dieser Saison lief es von Beginn an gut für Kent, gegen Ende ließen seine Leistungen nach - Foto: Leopard Racing

Der langehrsehnte Titel

Während sich Alex Marquez und Jack Miller bis zum letzten Rennen in Valencia um die Krone der Moto3 stritten, beendete Kent das Jahr auf dem achten Rang. Ein Ergebnis, das sich im Gegensatz zum Vorjahr sehen lassen konnte. Trotzdem wechselte Kent zur laufenden Saison erneut. Den Weltmeistertitel in diesem Jahr holte der 22-Jährige auf einer Honda für das Leopard Racing Team von Stefan Kiefer. Die Bilanz für die 2015er Saison ist kein Vergleich zu den Leistungen aus Kents vorherigen Jahren. Ganze sechs Siege und fünf Poles aus 18 Rennen brachte Kent bisher für das ehemalige Kiefer Racing Team nach Hause. Ein Erfolgserlebnis sondergleichen für das deutsche Team, das zum letzten Mal mit Stefan Bradl im Jahr 2011 Weltmeister werden konnte. Danach folgte eine lange Durststrecke ohne Podien oder Rennsiege.

Mit Kents Titelgewinn in Valencia ist es also der erste WM-Sieg seit vier Jahren für das inzwischen umbenannte Leopard Racing Team. Zu Beginn der Saison dominierte der 22-Jährige und war in guter Form für keinen seiner Gegner zu schlagen. Gegen Ende der Saison schlich sich das Pech beim Briten ein. Seinen letzen Sieg feierte er in Silverstone, die Läufe in Aragon und auf Phillip Island beendete Kent gar nicht erst. In San Marino und Japan reichte es gerade mal für Rang sechs, in Malaysia nur für den siebten Platz.

Wie geht es für Danny Kent weiter?

Die Zukunft des Briten ist mittlerweile auch schon in trockenen Tüchern. Lange wurde spekuliert, ob er den direkten Aufstieg in die MotoGP wagen sollte, doch letztlich entschied er sich, mit Leopard Racing 2016 die Moto2 in Angriff zu nehmen. Nach dem wenig erfolgreichen ersten Ausflug in diese Klasse 2013 ist sich Kent diesmal sicher, dass er auch 2016 Erfolge einfahren kann.


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